Verfasst von: Dennis K. | 14. Januar 2011

The Final Countdown

In 24h wird die Sonne über dem Sinai stehen und die majestätischen Pyramiden liegen bereits hinter uns. Im Moment liege ich noch von hohen Mauern umgeben in einer abgeschirmten Hotelanlage und geniesse das Leben wie ich es kenne – es ist recht sicher und berechenbar. Was erwartet mich morgen im freiwillig gewählten Abenteuer, bin ich den Anforderungen gewachsen ? Ab morgen zählt – wie der Fussballer zu sagen pflegt – auf dem Platze und ehrlich gesagt, die Knie sind ein wenig weich !

Vorher möchte ich aber noch den versprochenen Rückblick abliefern und ein wenig vom verrückten Kairo berichten: Gepäckstress, Frisörtermin und die Schnürsenkelerfahrung dominierten meine ersten 72h in Ägypten und die Gefühlslage glich einer Achterbahn.

Den Gepäckstress hatte weniger ich als mein „neuer Kumpel“ Hardy Grüne – aber ich kann freien Gemütes ihm versichern, dass ich mitgelitten habe und noch mitleide. Hardy kam mit uns in der gleichen AirBerlin-Maschine an, die im regnerischen München nach einer Kurzübernachtung ausgetauscht werden musste, weil das Fahrwerk Probleme hatte.

Da das Gepäck wohl über Nacht auch ein wenig Feuchtigkeit abbekommen und entsprechend gelitten hatte, hatte sich sein Karton gänzlich bei der Ablieferung geöffnet und begrüßte ihn folglich mit offenen Armen. War überraschender Weise weder etwas verloren noch kaputt gegangen, so ist ihm beim Anblick der Box ein Blitz ins Radlermark gefahren. Damit nicht genug, sein kompletter 20kg Rucksack mit u.a. seiner gesamten Fahrradausrüstung blieb gänzlich verschollen – ein Start wie er schlimmer hätte kaum verlaufen können. Erfreulich an dieser Situation blieb nur die Erkenntnis, dass uns ganz schnell bewusst wurde, dass wir alle im gleichen Boot sitzen und uns ähnliche oder schlimmere Schicksale jederzeit selbst ereilen können. So war es vielleicht auch ein Wink des Radlerherrgotts, dass Hardy am Mittwoch just in dem Moment Nachricht erhielt, dass sein Rucksack in München lokalisiert wurde als wir gemeinsam eine Liste fertig gestellt hatten, was Hardy so materialtechnisch von uns zu erwarten hatte. nur zur Info: noch ist sein Gepäck nicht im Hotel. Cairo keeps on poundin‘.

Am Abend des Ankunftstages tauchten wir dann noch einmal schnell in eine Wohngegend Gisas, um erste Eindrücke dieser Megapolis zu sammeln. In den Wohngebieten grasen Ziegen auf Müllhalden, Eselkarren liefern sich mit Tuktuks auf langen Geraden auf der linken Fahrseite Rennen (hier herrscht eigentlich Rechtsverkehr), denen Rindviecher in Schlaglöchern aud der rechten Fahrspur desinteressiert folgen. Da ich daheim die Zeit für einen Frisörtermin nicht mehr finden konnte, war in dieser Nachbarschaft ein entsprechender Dienstleister dann auch schnell gefunden und die Bilder dokumentieren ein überraschend gutes Ergebnis und definitiv eine erinnernswerte Erfahrung mit dem wahren Ägypten, das uns auf unserem Abenteuer hektisch aber doch freundlich begrüßt.

Vom „Schnürrsenkelincident“ auf dem Khan el-Khalil Basar, dem größten Afrikas, später: jetzt gibt es Frühstück und dann muss ich umpacken.


Responses

  1. Liebe Dennis, gaaaanz viel Spass, viel unglaublichi Erläbnis, pass guet uf Dich uf und chum xund zrugg! Bi scho jetzt uf alli Neuigkeite, Bricht und Episödli gspannt. En feschti Umarmig, Jenny


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