Verfasst von: Dennis K. | 16. Januar 2011

Kairo/Wüstencamp/Wüstencamp

So Ihr lieben Daheimgebliebenen, nachdem bei Euch so langsam auch die tief winterlichen Temperaturen vorbei zu sein scheinen, kann ich es mir ja auch erlauben, Euch mitzuteilen, dass wir heute den ersten wirklich Maitag hatten – 24C bei blauem Himmel und grossenteils kräftigem Gegendwind. Aber alles der Reihe nach:

Der erste Tag startet bei uns um 5 Uhr mit dem vorerst letzten „zivilisierten“ Frühstück im Cataract Pyramids Hotel. Jetzt mit schweren Beinen und gefüllten Bäuchlein in der Wüste liegend, kann ich sagen, dass die unmittelbaren vor dem Abflug in Düsseldorf liegenden Tage und auch die Zeit des Wartens in Kairo selbst für mich viel größere Stressoren darstellten als die ersten beiden Radtage.

So hatten wir vor dem Start am Freitagabend noch ein offizielles Wiegen und hier landete ich punktgenau (mit ein kleinwenig Schummelei) bei 46,8kg, kaum ein Kilo über den von den Veranstaltern festgelegten 100 nordamerikanischen Pfund. Grundsätzlich gehöre ich aber zu den überrüsteten Zeitgenossen, was mir ab und an ein Lächeln der Kollegen einhandelt, mich in der Zukunft aber auch vielleicht am einen oder anderen Punkt der Tour zu einem gefragten Mann machen wird.

Eine Würdigung meines Materials an deutlich späterer Stelle – allerdings schon jetzt ein Lob ins Tessin: ASSOS Hosen kamen bei den heutigen 6h Etappe wieder an den Mann, die X-BIONIC müssen nach ihrer gestrigen Premiere wieder auf die Ersatzbank. Dann nochmals einen Dank an an die TdAler 2010 wie Ruben, Gisi und v.a. Hardy – Icebreaker Unterwäsche kannte ich nicht und nein, sie stinkt wirklich nicht. Und wenn wir schon beim unappetitlichen Thema sind, ganz neidisch bin ich auf die, die mit ihrer Stirnlampe und Schaufel ausgerüstet an meinem Zelt vorbei in die Wüste marschieren und ca. 10min später deutlich besser gelaunt ins Camp zurückkehren – meine Zeit wird auch noch kommen !!!

Nach dem Frühstück des großen Starttages beladeten wir den LKW mit einer Tasche, das sog. Daily Bag mit den Dingen, die wir bis Luxor brauchen (die andere, Restday Bag genannte Tasche verschwand schon in den Tiefen des LKW am Vorabend) und hatten uns dann gegen 6:30h vor dem Hotel einzufinden. Mit ein wenig Verspätung machten wir uns dann in Polizeieskorte durch Giseh und schwenkten nach wenigen Kilometern auf die große „Pracht“straße, die direkt zu den Pyramiden führt. Just in diesem Moment fuhr unser Rider aus Trinidad und Tobago an uns vorbei und spielte laut Bob Marleys “ Don’t Worry, Be Happy“ – spätestens da hatte ich Tränen in den Augen und Goosse Bumps auf Armen und Beinen Im Offiziellen Park hatten wir dann auch ersten Offroad-Kontakt mit Sand und Wüstenstein – ganz lustig, wenn man auf knappen 25mm Schlappen den Gruppenclownshut zu vermeiden versucht.

Auch wenn das Wetter kühl, der Himmel bedeckt war und Kairo sich insgesamt nicht von seiner einladenstens Seite zeigte, wird mir der Antritt auf meine große Reise vor den imposanten Pyramiden immer als tolle Startkulisse in Erinnerung bleiben. Dank Gisis Tipp bin ich an der Sphinx dann auch nicht vorbei gefahren – Beweise liegen vor.
Schnell ging es auf Kairos große Ringstrasse ( die wochentags immer verstopfe 6-spurige Stadtautobahn, auf der uns Polizei und Militär eine komplette Spur sicher absperrten. Nach weiteren gesicherten 35 km durch die Stadt entzerrte der Verkehr sich merklich als wir in die 4-spurrige Landstrasse gen Rotes Meer einschlugen. Die restlichen Kilometer wurden frei aber neutralisiert gefahren – das heisst jeder Teilnehmer bekommt für die Etappe 5h auf sein Konto – unabhängig von seiner tatsächlichen Zeit. Auch gestern hatte ich schon erfreulich gute Beine, so dass es mir gelang bis kurz vor Ziel vorne mitzumischen und sogar zu zweit eine 2 min Pinkelpause zuzufahren.

Ob sich das am heutigen ersten Renntag rächte, erfahrt Ihr bald, mir stecken die 167km des heutigen Mando(-atory) Days noch ordentlich in den Knochen. Ein Mandoday muss im Übrigen von jedem Racer gefahren werden, die zugestandenen 3 Fehltage dürfen nicht auf einen Mando Day fallen – dies signalisiert schon eine gewisse Härte. Meine Radfreunde wissen ja, dass 167km bei lediglich 470hm und Gegenwind mein Terrain sind – so viel vorweg, ich werde heute hoffentlich gut und dann auf jeden Fall zufrieden einschlafen. Bis bald, Euer Dennis


Responses

  1. Hey Dennis,
    na das freut mich aber, dass du dir das so zu Herzen genommen hast und die Sphinx paar Sekunden länger begutachten konntest als ich letztes Jahr.🙂
    Schon lustig, wenn ich so zurück denke, als ich nur „ich- brauche-ein-Klo“ im Kopf hatte und dann die Sphinx völlig übersah.
    Na dann noch viel Erfolg und gib Gas! Und denk daran: der Kopf ist entscheidend, nicht unbedingt die Beine. Aber das wirst du selbst noch erfahren.
    LG Gisi


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