Verfasst von: Dennis K. | 17. Januar 2011

Sherif – der erste Kontakt

3. Etappe, EFI, 133km, 429km total

Liebe Freunde und Leser,

der Titel lässt Exotisches vermuten und so sollen meine heutigen Zeilen auch zweigeteilt sein. Kurz werde ich Euch vom Renngeschehen berichten, um dann ein paar Eindrücke zu schildern, deren wegen ich hauptsächlich im Afrika bin.

Der Tag begann sehr erfreulich, ich konnte endlich zur Schaufel greifen und so stieg ich dankbar und erleichtert um 7:00h auf meinen „Opa Alfons“. Dort fingen dann aber die Probleme an. Direkt am Start lief mir schon die Suppe aus dem Rucksack und ich konnte nur mutmaßen, was Ursache dieses Mißgeschickes sein sollte. Mein Camelback braucht bereits eine erste Revision, morgen im Safaga werde ich mir das Ding mal genauer angucken – einen Verdacht habe ich schon!

Kaum 10min im Rennen merkte ich, dass mich irgendwas an meiner Sitzposition stört. Ein Blick nach unten auf den Sattelstützenmarker gab mir Gewissheit, dass die Stütze etwa 8 oder 10mm abgesackt war. Naja, war wohl beim Zusammenschrauben ein wenig vorsichtig. Da ich keine Probleme mit dem Knie riskieren wollte, entschied ich mich für einen Minitool-Pitstop, der etwa 90sek. dauerte und mir anschliessend 15 sehr harte Minuten alleine im Wüstenwind bescherte. Das Ägyptische Militär schaute nicht schlecht als ich durch deren Kontrollstation donnerte. Kaum in der Racergruppe angekommen entschieden sich die verehrten Herren für einen Pinkelstopp.

Im gemäßigten Tempo ging es dann weiter bis zum Lunch – mir wurde zugetragen (davon mehr später), ich solle unmittelbar nach dem Stopp wachsam sein, so ritten die Ägypter nach dem Lunch dann auch eine Attacke nach der anderen und dezimierten die Racergruppe schnell auf 6 TDAler, die dann aber wirklich super harmonierte. Ein belgischer Kreisel fand sich schnell und die Zusammenarbeit klappte im Gegenwind prima. Danach gingen die Spiele aufs Neue los und unsere Leader erwischte mich auf kaltem Fusse unmittelbar nach der Führungsarbeit und stellte mich alleine in den Wind und ich fraß 5min auf den letzten 15km – okay, Lektion gelernt. 10min auf die 2. Gruppe und das Polster sicherten mir einen komfortablen 3. Platz in der Gesamtwertung. Ich glaube, bis Karthoum werde ich noch ein wenig Rennen fahren und mich dann aus der Veranstaltung bis frühstens Sambia verabschieden – so der Plan😉

Vor dem Lunch hatte ich tolles, langes Gespräch mit Sherif. Für Sherif hatte ich eine kleine Materiallieferung aus Deutschland von Hardy B. mitgebracht, was mir natürlich erste Sympathien einbrachte. Nachdem ich Sherif bereits unter den Pyramiden um ein Foto mit seiner Tochter Hannah gebeten hatte, war das Eis gänzlich gebrochen und so folgte heute auf dem Radl ein Gespräch über Gott und die Welt, ein Tipp zum geplanten Renngeschehen und eine exklusive Einladung zum Wandern in der Wüste. Sherif sprich tolles Englisch und ist insgesamt ein sehr offener und zugänglicher junger Familienvater mit einem großen Herz für den Radsport. Ich habe von ihm nach dem Wandern (ich habe nach einem Drittel auf einen Felsen setzen müssen und auf die Jungs gewartet) wie selbstverständlich eine Fanta spendiert bekommen und eine Einladung für den Ruhetag ist auch erfolgt. Ich glaube, ich lasse das Tal der Könige wirklich aus und werde mit den Jungs mal anständig ägyptisch essen gehen. So eine Möglichkeit bietet sich nicht alle Tage.

Ich fühle mich bisher pudelwohl in Afrika, auch wenn das richtige Abenteuer frühstens im Sudan beginnt. Aber hee, selbst bei einem SuperGau, diese Tage nimmt mir keiner mehr.

Es grüßt Euch, Dennis

PS: Nach meinen Informationen berichten mittlerweile sowohl die Rheinische Post, der Südkurier, die Augsburger Nachrichten und selbst die Frankfurter Allgemeine von unserem Abenteuer in Afrika. Es ist halt gut, einen deutschen Journalisten unter den Teilnehmern zu haben. Sie Kolumne findet Ihr auch online unter http://www.sportal.de in der Sektion Radsport. Keep the word spreading, die Kanadier stellen hier echt ein bemerkenswertes Ereignis auf die Beine.


Responses

  1. wow – ich bin jetzt schon neidisch – verfolge deine Tour mit gespanntem interesse

    wer ist sherif?

    lass es locker angehen!

    • Sherif ist ein ehemaliger Fahrer des ägyptischen Nationalteams. Sie gegleiten uns von Kairo nach Assuan und drehen hier ziemlich am Gashahn.

  2. Hi Dennis

    Freut mich zu lesen, dass du dich aklimatisiert hast und dass es DIr gut geht🙂

    Vielleicht kannste ja noch die Fahrzeit zu den Etappen Posten, damit ich mir in etwa Vorstellen kann wie IHR am GASHAHN zieht…

    Ich denke es wird sich nicht ausgehen, bin vom 8.3-23.3 in Namibia,zu dem zeitpunkt wirst du noch weiter nördlicher sein…

    melde mich später wieder , aber lesen tu ich jede ETAPPE

    LG Heinz

    Wo kann man Bilder sehen ??? ausser im FACEBOOK

  3. @ Heinz, 2:49h für die heutigen 94km oder 4:59h für 135km, je nach Windrichtung. Sollte aber in den kommenden Tagen alles beim Veranstalter nachgetragen werden. Bilder kommen bald…🙂


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