Verfasst von: Dennis K. | 24. Januar 2011

Goodbye to Egypt

8. Etappe, EFI, 116km, 983km total – Ägypten liege hinter uns

es war ein schneller Tiefflug durch Ägypten, aber selbst Ägypten hat uns bereits einiges geboten aber auch abverlangt. 164km im Gegenwind, ein handfester Sandsturm in einer der taufeuchten Nächte, ein tolles Camp direkt am Roten Meer, eine stramm gefahrene Überführungsetappe zurück ins Niltal gefolgt von zwei landschaftlichen bemerkenswerten Etappen zwischen Luxor und Assuan. Heute folgte eine kleine 17km Convoy-Etappe über den mächtigen Assuan-Staudamm und ein unfassbares Tohuwabohu beim „Check-in“ auf die Fähre, die uns heute Nacht in den Sudan bringen wird. Eigentlich sollte man diesem Erlebnis einen eigenen Blogeintrag widmen – bis dahin nenne ich es einfach „unbeschreibbar“ !

Eine besonders große Freude war mir die Bekanntschaft mit Sherif und den anderen ägyptischen Fahrern. Sie haben uns das eine oder andere gezeigt, was ansonsten unentdeckt geblieben wäre. Neben einer sehr authentischen Feluccafahrt auf dem Nil zum botanischen Garten von Assuan, brachte er uns bemerkenswerte Imbisse näher und einige lange Gespräche in Zweierreihe boten einen ersten Einblick in die ägyptisch-islamische Welt – danke Sherif !

Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass mir das touristische Ägypten nicht unbedingt uneingeschränkt zusagt. Zu hartnäckig wird man hier auf Schritt und Tritt bedrängt – mag das Feilschen und Handeln noch ein kennenlernenswerter Teil einer anderen Kultur sein, war mir das oberflächliche „Labermarketing“ gerade nach harten Etappen auf dem Rad ein bissl zu viel des Guten! Eine angenehme Veränderung verspreche ich mir vom Sudan, den wir morgen Vormittag erreichen werden. Im Morgengrauen passieren wir noch Abu SImbel, das wir aus der Ferne bestaunen können.

Mal gucken, wie die Nacht so läuft, auf dem Radl werden wir erst Mittwoch wieder sitzen. Zeit genug, um meinen saddle sore auszuheilen und sich ein wenig von den vergangenen 1000km zu erholen. Am Rennen nehme ich noch bis Karthoum teil, mein Entschluss reift immer weiter, dass dann auch wirklich Schluss ist. Einen Vorteil hat das Racen aber in der Tat, man ist früh im Camp und hat mehr vom Tag (vor Ort). Auch inkl. des Lunchbreaks hatten wir in den vergangenen Tagen Durchschnitte von deutlich über 30km/h und die Gruppe harmoniert radfahrtechnisch sehr gut. Erste Unstimmigkeiten sind aber auch schon aufgetreten, so dass mir das den Ausstieg zusätzlich erleichtert. Vielleicht werde ich auf einer flachen Sektion ( so z.B. auf dem Elephant’s Highway) nochmals ein bischen am Gashahn drehen.

Erste Ausfallerscheinungen zeigt auch das Material, mein Löffel ist verloren gegangen, meine Brille hat einen Ermüdungsbruch im Gestell, das aber wenigstens notdürftig noch hält und last but NOT least meine Digicam hat einen kleinen Kratzer auf der Mitte der Linse😦, daher über den kleinen Schatten in den Bildern nicht wundern – ich werde die kommenden Stunden im Hafen nutzen und noch einige Bilder hochladen. Bis dahin, seid herzlich gegrüßt – Dennis (off into the Sudan)

PS: Hardy Grüne hat einen lesenswerten Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschrieben, in dem ich namentlich erwähnt wurde😉


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