Verfasst von: Dennis K. | 26. Januar 2011

German EFI massacre hit Camp

Wir sind mehr oder weniger gut erhalten im Camp angekommen. Die Bootsfahrt war insgesamt weniger dramatisch als erwartet. Ich habe tatsächlich knappe 6h schlafen können. Nach einem eindrücklichen Abu Simbel in der Morgensonne erwartete uns nach 30km die gesamte Sudanesische Marine (ein aussenboardbetriebenes Schnellboot mit Blaulicht und bewaffneten „Matrosen“) und nach einem kurzen Wortgefecht ging unsere Fahrt friedlich weiter. Eine bürokratische, ein bischen langwierige aber immer höchst ruhig und höflich geführte Zoll- und Personenkontrolle folgte. Nahmen die Sudanesen die Personenkontrolle mit sechs zum Teil witzigen Fragebögen noch recht ernst, so wurde es ihnen nach ein paar feuchten Radlerhosen mit dem Gepäck schnell zu viel und das vom LKW abgeladene Gepäck durfte wieder aufgeladen werden. Erik unser Norweger, der sich gerne als Lemming oder Follower bezeichnete, schob dabei ein paar hektische Minuten als er von mir hörte, dass im Sudan ja totales Alkoholverbot herrsche und Zuwiderhandlungen mit 40 öffentlichen Peitschenhieben geahndet werden (dass diese Strafe an Ausländern nicht vollzogen wird sparte ich in meinem Beschreibungen selbstredend aus) – jaja, die Skandinavier und der große Durst auf der Fähre.

Mir geht es momentan so lala, irgendwie steckt die Campgrippe in meinen Knochen und will nicht richtig heraus, sie wird mich aber (noch) nicht am Radln hindern, obwohl in den kommenden 3 Tagen fast 420km ( dabei zwei 15xer back-to-back) bis Dongola anstehen – sollte mein alter Erdkundelehrer Müller recht behalten, aufgrund der innertropischen Konvergenzzone weitestgehend mit Rückenwind. Let’s see if he is correct even at the end of January.

Hardy und Beate hat es in den letzten Tagen schlimm erwischt und sie werden aller Voraussicht nach heute nicht aufs Radl steigen können. Beate wird von Schüttelfrost geplagt und Hardy laboriert schon seit Luxor an einer Magen und Darminfektion mit „Spontanaustretungen unten und oben“ – kein Vergnügen und eine moralische Kelle, wenn man dann noch entkräftet stürzt und einen Durano Plus auf Ägyptischen Asphalt zu flicken hat. Insofern werde ich eben gegen 7:00 wieder dankbar und demütig, wenn auch leicht verschnupft, meinen Opa Alfons in die Hand nehmen und mir bewusst sein, wie privilegiert und einzigartig diese 4 monatige Reise überhaupt ist – EFI-Status hin und her !

Mittlerweile steht uns auch der volle TdA-Support mit allen Fahrzeugen zur Verfügung – ganz beachtlichn, was TdA hier in den letzten 8 Jahren logistisch von null entwickelt hat. Davon und vom Campleben mehr aus spätestens Dongola, das wir insallah Freitag erreichen sollten. Jetzt geht es erstmal 3 Tage und 420km mehr oder weniger am Nil entlang. Es grüßt Euch aus einem kalten Wadi-Halfa, Dennis


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