Verfasst von: Dennis K. | 31. Januar 2011

Nachtrag zu Dongola

Studenten in Dongola

Studenten in Dongola

12. Etappe, EFI, 141km, 1542km total, Dongola zum Dead Camel Camp am Nil 13. Etappe, EFI, 144km, 1686km total, Dead Camel Camp ins Wüstencamp

Nachdem ich meinen letzten Bericht hier an unserem „Rest Day“ in Dongola postete, fiel im Internetcafe der Strom aus und wir saßen im Dunkeln. Neben mir waren gegen 21:00h noch ein paar wenige TdAler mit Mail, Blog und Co. beschäftigt und unsere Gruppe löste sich dann auch auf. Da ich mir dummerweise angewöhnt habe, Korrektur online zu lesen, entschloss ich mich, ein stilles Örtchen aufzusuchen und auf bessere Stromversorgung zu hoffen. Einer der immer hilfsbereiten Sudanesen begleitete mich dann auch zu diesem Örtchen, nachdem ich ihm mein Bedürfnis gestenreich beschrieben hatte. Der Marsch dorthin war an sich schon ein Erlebnis der besonderen Art, erstreckte er sich über einen dunklen Hinterhof nach dem anderen. Nach dem dritten Hinterhof wurde ich dann an einen jungen, kaum 18jährigen Sudanesen „übergeben“, der für die letzte Etappe die „Führung“ übernahm. Aus dem Nichts erschien ein beleuchtetes Toilettenhäuschen, dessen Inneres sich nicht nur auf ein Loch im Boden beschränkte, sondern aus einem Porzellanklo mit Fallspülung bestand – wow, der Sudan überrascht mich immer wieder aufs Neue – leider mußte ich nur für kleine Jungs.
Der Sudanese wartete höflich in diskretem Abstand und bat mich dann, ihm noch kurz zu folgen – er führte mich zu seinen Freunden, die, so weit ich es verstand, hier in einer Art Internat studierten und gerade mit sudanesischer Geschichte beschäftigt waren. Mohammed sprach ein sehr manierliches Englisch und so fungierte er als Übersetzer für die anderen. mir imponierte besonders der Wissensdurst der Studenten, die natürlich alle sudanesischen Orte auf unserem Weg wissen wollten und sich herrlich darüber amüsierten, wie ich Wadi Halfa, Dongola, Khartoum, Dinder und Quallabat aussprach.

Ganz Ohr waren Sie dann bei den anderen Ländern auf unserer Route und stolz teilten sie mir fast alle Hauptstädte dieser Länder mit. Als ich ihnen nach einem kurzen Innehalten mein iPad zeigte, kamen Sie aus dem Staunen nicht mehr raus und wir guckten uns die bisherigen Bilder meiner „Reise“ an. Die Pyramiden schienen sie am meisten zu begeistern und dann zeigte mir noch einer von ihnen sein Notebook mit einem arabischen Windows Vista. Zum Schluss schrieb ich Mohanned noch den Link zu meinem Blog auf. Dann versprach ich Ihnen noch, das gemeinsame Bild darin zu posten. Dieses Versprechen habe ich also hiermit erfüllt.

Auf dem Nachhauseweg habe ich dann noch zwei Schokoriegel und Cola gekauft – insgesamt sollte ich mir das Bunkern für schlechte Zeiten angewöhnen. So manchen Abend sitzt man in seinem Zelt und schiebt nen ganz schönen Heißhunger. Folgend möchte ich noch was über unseren Tagesablauf schreiben; dieser ist fast militärisch straff organisiert:

Theoretisch wird spätestens 6:30 Uhr geweckt; die ersten krosen aber bereits ab 5:30h in ihren Zelten. ab 6:30h gibt es dann Kaffee und Tee und ab 6:45h und keine (!) Minute früher das Frühstück. dieses besteht zur Zeit aus Porage und Fladenbrot und Marmelade bzw. Erdnussbutter und eimal pro Woche bisher Nutella!!!! Bis 7:30h sind die Spinde zugänglich, das heißt, das spätestens dann, alle Sachen im Spind zu sein müssen. Ab Sonnenaufgang dürfen wir losfahren, Start für die Racer ist 7:45h.
Nach gut der Hälfte der einzelnen Etappen wartet der sogenannte Lunchtruck und es gibt ne wohlverdiente Pause mit Fladenbrot, Thunfisch, manchmal Ei, Tomate und Gurke, Energiedrink und häufig Bananen.
Im Camp wartet dann die heissbegehrte Suppe. Als Racer hat man sich dann schon einen guten Zeltplatz ausgesucht und das Haus für die Nacht aufgebaut.
Um ca. 17:30 Uhr ist das „Ridermeeting“, dort wird die nächste Etappe besprochen und alles, was sonst so anfällt : so wird z.B. die Dreiergruppe bekannt gegeben, die die großen Kochtöpfe zu reinigen hat und die Tagessieger werden gekürt und Infos über den nächsten Etappenort und/oder Ruhetag.

Um 18:00 Uhr gibt es „Dinner“, dies ist reichhaltig und hat immer einen guten Energieträger (Pasta, Reis oder Kartoffeln) und besteht zumindest jetzt noch auch regelmäßig aus Fleisch. Dann ist es auch schon dunkel, man quatscht noch ein wenig und verschwindet dann zeitig – häufig schon gegen 19:00h- in seinem Zelt, schliesslich geht es ja um 5:30h wieder los. In Ägypten ging das Ganze im Übrigen alles schon eine Stunde früher los, aber im Sudan sind wir ja mittlerweile 2h vor Eurer Winterzeit und die Sonne geht erst nach 7.00h auf.

Mittlerweile habe ich auch angefangen meine Malarone zu schlucken, mal gucken, wie die Dinger mir bekommen.


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