Verfasst von: Dennis K. | 22. Februar 2011

The Blue-Nile-Gorge

28. Etappe, EFI, 89km, 3350km, Bergzeitfahren

Der große Tag durch die Blue-Nile Gorge steht an. Einer Schlucht, die sich lt. Reiseführer in Hinblick auf Ausmaß und Form hinter dem Grand-Canyon nicht verstecken muss. Die Anfahrt erfolgte bergauf, bergab über 47km während man bereits irgendwie merkte, dass wir uns auf einem (fremden)verkehrstechnisch bedeutenden Abschnitt befinden.

So befand sich auch unser Lunchstopp unmittelbar am Einstieg in die Abfahrt, ohne bereits erste Einblick in die Blue-Nile-Gorge zu offenbaren. Dort liess ich mir dann auch alle Zeit, sollte der Anstieg ja contre-la-montre, also im (Berg)zeitfahren erfolgen. Zuvor durften wir aber den 20km Abstieg geniessen. Der Genuss war aber sehr relativ und erforderte viel Aufmerksamkeit. Die in Kooperation mit den Japanern noch 2008 instandgesetzte Straße hatte es in sich, war sie doch an einigen stellen bereits unterspült und der Asphalt bis zu einem Meter abgesackt. So stand man permanent, meist vorne,hinten im Wechselspiel in den Cantis – vom Laufenlassen wie am Schweizer Nufenenpass konnte man nur entfernt träumen und meine Hände taten zunehmend weh. Mit den 1400HM talabwärts wurde es dann auch zunehmend heiss und die von den überladenen LKW’s in den Asphalt gefahrenen Spurrillen erreichten Hüfthöhe ! So verweilte ich in der Talsohle auch nicht lange und bat nach einem Schnappschuss um eine kurzfristige Startzeit:

Gruß an www.champions-training.de aus Äthiopien

Gruß an http://www.champions-training.de aus Äthiopien

Wie angekündigt sollten sich mir nunmehr die ersten Unwegsamkeiten in den Weg stellen, versagte mein SRM (es war nicht genügend geladen) den Dienst bei Watt und Kadenzübertragung. Hatte ich mir doch 280 Watt für den Anstieg vorgenommen und musste nun mit dem nichtssagenden Pulswerten vorlieb nehmen. Kasia fragte mich einmal Kopf schüttelnder Weise, ob ich eigentlich nur der Datenaufzeichnung nicht wegen des Radfahrens selbst meinen Sportart mit so viel Leidenschaft betreibe. Was Wahres scheint daran zu sein😦 – entsprechend schlecht gelaunt machte ich mich in den Anstieg.

Mein Unbehagen steigerte sich noch als Jörg, ein leichter Bergfahrer bereits in den ersten steilen Einstiegsrampen zu mir aufschloss und wir uns folgend ein Brummirennen lieferten, in dem er in den steilsten Rampen davon fuhr und ich dann in den weniger steilen Passagen wieder zu ihm aufschloss.

Dann aber entwickelte sich das Bergzeitfahren doch noch in meinem Sinne und ich konnte ihn in den flachen Tansferpassagen wieder deutlich distanzieren und einige andere TdAler vor mir einsammeln. Mit zunehmender Höhe und angenehmeren Temperaturen kam ich immer besser in Tritt und fühlte mich richtig wohl auf meinem „Opa Alfons“. Dem konnte auch eine unterspülte Schiebepassage nichts anhaben und so erreichte ich nach nach 1:34:35h das Ziel nach 1400Hm auf 2400m Höhe. Das war die sechsbeste Zeit, 12min nach dem Tagessieger Horst – nicht schlecht für einen Bergflog wie mich😉

Da mein Truck auf halber Höhe beim Anstieg eine Panne hatte – ein Kugellager musste ausgetauscht werden-, verbrachten wir die Zeit ohne unser Gepäck mit Kaltgetränken (!), einige davon mit den Namen Dasheen oder St. Georg. Auch wenn ich mich insgesamt zurückgehalten war das in den folgenden Tagen vielleicht nicht förderlich. Davon aber mehr in einem weiteren Posting.

Vor dem Dinner machten wir uns dann nochmals zu Fuß an den Rand der Schlucht und waren dabei dann auch von Kindern umringt. Der Kleinste von ihnen, ganz in Lumpen und barfu,ß hatte trotz seines sehr verwahrlosten Äußeren ein sehr einnehmendes Wesen, was primär wohl an seinen Kulleraugen lag. Nachdem wir uns lange gestenreich unterhielten und auch ein paar gemeinsame englische Worte fanden, schenkten mir die Kinder 2 Fossilien, die sie mir anfänglich verkaufen wollten. Ich überliess ihnen entgegen der TdA-Regeln eine leere Pepsi-Flasche, die ich bei mir trug und die hier -man mag es kaum glauben – einen Wert hat.

mein kleiner Begleiter

mein kleiner Begleiter

an der Schlucht mit dem Kleinen

an der Schlucht mit dem Kleinen

Äthiopische-Zeit, Ferengi-Zeit

Äthiopische-Zeit, Ferengi-Zeit

Blick in die Blue-Nile-Gorge

Blick in die Blue-Nile-Gorge

Dachach braute sich ein schreckliches Gewitter zusammen:


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