Verfasst von: Dennis K. | 10. März 2011

Goodbye Äthiopien

Liebe Leser,

seit Arba Minch bin ich mit meinem Blog ein wenig hintenan. Wie bereits angesprochen hat das zweierlei Gründe. Zum einen war ein Zugang zum Internet in den vergangenen 11 Tagen nur in Marsabit möglich, zum anderen war die Fahrerei phasenweise derart hart, dass mir abends einfach nicht mehr zum Bloggen zumute war und ich war froh, nach dem Abendessen schnell in meinem Hille verschwinden zu können.

Äthiopien war das erwartet harte, lange und auch nervenaufreibende Land. Landschaftlich hat es aber einiges zu bieten – gerade der Süden, die Strecke durch das äthiopische GREAT RIFT VALLEY, war ein landschaftliches Highlight mit Arba Minch und auch die unglaublich harte Strecke hinauf nach Yabello wird mir in eindrücklicher Erinnerung bleiben.

Auf der anderen Seite war ich, wie wohl die meisten TdA-Jahrgänge zuvor auch, glücklich relativ gesund in Moyale angekommen zu sein und freute mich auf Kenia, „neue Ufer“ und ruhigere Kids. Es ist schwer Außenstehenden zu vermitteln, täglich mit zig tausenden von „you, you, you“, „where are you go“ und „Money, Money, Money, Birr, Birr, Birr, Pen, Pen, Pen“ – Rufen konfrontiert zu sein.

Natürlich sind die Kiddies die Unschuldigsten in einer langen Kette der Versäumnisse, die wenigstens bis zu den großen Hilfsaktionen in den 80er Jahren zurückzuverfolgen sind. Hier wurde über fast 2 Generationen eine Gesellschaft derart auf fremde Hilfe angewiesen, dass das Betteln und Erwarten integraler Bestandteil des Bewusstseins wurde. Ich kam mir manchmal vor wie der Weihnachtsmann, der seinen großen Rucksack vergessen hatte, was bei einigen (wenigen) zu entsprechender Enttäuschung führte.

Man mag sich einmal vorstellen, was in den Köpfen europäischer Kinder vorgeht, wenn der Weihnachtsmann am 24.12 nicht im heimischen Wohnzimmer einkehrt – Psychosen wären da nicht ausgeschlossen, Schneebälle auf Fremde wahrscheinlich !!

Bildung, Schaffung von Perspektiven und das Vermitteln von Stolz auf die eigenen Fähigkeiten sind m.E. der Weg aus dieser äthiopischen Misere – Kenia ist das wohl schon ein ganzes Stück weiter: an vielen Marktplätzen und öffentlich Orten hängen Aufforderungen zur Weiterbildung und man hat zumindest den Eindruck, dass diese Angebote auch bestehen.

Aus meiner Sicht ist „Entwicklungshilfe“ gerade dann besonders erfolgreich, wenn Menschen vor Ort sich dauerhaft engagieren und Hilfe zu ihrem Lebensinhalt machen. Von diesen Einzelkämpfern, die selten die Größe eines kleines Handwerkbetriebes erreichen, wird aber vor Ort gesprochen, mit diesen Bemühungen können sich Spender und Hilfsempfänger identifizieren. Exemplarisch würde ich gerne mal auf Claudia und Rainer Bürkle verweisen, die diese Art von Hilfe zu einem gewichtigen Lebensinhalt gemacht haben und im Kwale District in Kenia in Bezug auf Bildung und Gesundheitswesen einiges bewegt haben. Schaut Euch doch mal deren Seite an (www.kwale.org) – schon mit einem Heiermann könnt Ihr hier wirklich helfen und der sollte bei Euch doch zur Fastenzeit wirklich drinn sein😉

Es grüßt Euch mit einem verspäteten Helau bzw. Alaaf,

Dennis


Responses

  1. Liebe Leser von Dennis`Blog,

    nachdem Dennis von Claudia und Rainer Bürkle und deren Hilfsverein gesprochen hat, möchte ich hierzu auch noch einmal das Wort ergreifen.
    Ich war eine der Teilnehmer der Tour d´Afrique im Jahr 2010 und habe mich entschieden, mit meiner Teilnahme an diesem Rennen, zugleich einen Hilfsverein zu unterstützen und Spendengelder zu sammeln. Meine Suche nach der geeigneten Organisation endete bei „Hilfe für Kwale District e.V.“, gegründet von Claudia und Rainer Bürkle. Dieser relativ kleine Verein leistet wirklich Großartiges in Kenia! Und im Gegensatz zu manch anderen Organisationen, kommen 100 % der Spendengelder auch wirklich in Kenia im Kwale District an! Meiner Meinung nach gehört diese aufrichtige Arbeit unterstützt!
    Und helfen kann man dabei schon mit so wenig Geld! Im Moment sammel ich Spendengelder für ein spezielles Projekt des Hilfvereins: „Kampf der Bilharziose im Kwale District“. Letztes Jahr wurden von 2.200 Kindern 880 Kinder mit dem schlimmen Wurm identifiziert und konnten sofort behandelt werden! Für dieses Jahr fehlen uns leider noch einige Spendengelder. Im Moment können wir 385 Kinder testen, jedoch warten immer noch 1815 Kinder auf unsere Unterstützung! Wenn man sich vor Augen hält, dass man mit nur 0,87 Euro ein Kind medizinisch testen und behandeln und man somit Leben retten kann, dann sollte es doch eigentlich nicht schwer sein, die restlichen Spendengelder einzubringen.
    Ich hoffe sehr auf Eure Unterstützung!
    Informationen und das Spendenportal findet Ihr sowohl unter http://www.kwale.org (Spenden / Kampf der Bilharziose 2011) oder http://www.gisela-gartmair.com

    Eure Gisela Gartmair

    P.S.: Wieviel ist Dir Dein Kind wert? Sind 87 Cent pro Kind zu viel?

  2. Lieber Dennis, liebe Blogleser,

    am Samstag, 12.3., sind wir aus Kenia zurück gekommen und am Sonntag, 13.3., erhielten wir die E-Mail von Dennis Vater, dass er die Untersuchung und Behandlung von 500 Kindern gegen die Wurmerkrankung Bilharziose im Kwale District unterstützen wird. – Das war das schönste Willkommensgegeschenk, was wir bisher erhalten haben.

    Herzlichen Dank an Dennis und Gisi für die Werbung für unsere Arbeit in Kenia und natürlich 1000 Dank an Dennis Vater.

    Wir würden uns riesig freuen, wenn wir auf diesem Wege noch den ein oder anderen Menschen finden, der ein paar Cent oder vielleicht sogar Euro übrig hat, um den Kampf gegen die Bilharziose weiter kämpfen zu können.

    Dir Dennis, wünschen wir noch eine tolle Zeit in Kenia. Wir werden Deinen Block mit großem Interesse weiter lesen und beneiden Dich darum, dass Du noch in Afrika bleiben darfst.

    Herzliche Grüße aus München
    Claudia und Rainer


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