Verfasst von: Dennis K. | 13. März 2011

Ochsenhoden und die erste Fahrt auf dem Truck

Liebe Freunde,

nach den unerfreulichen Nachrichten in Nordkenia stellte ich doch verstärkte Zugriffe auf mein Blog fest, daher dachte ich mir heute einfach mal eine reisserische Headline aus, deren Inhalt ich Euch folgend erklären werde:

Wir sind in Nairobi angekommen ! Nach den Ereignissen aus dem vergangenen Jahr, den unerfreulichen Zwischenfällen in Nordkenia und dem momentanen Strassenzustand entschied die Organisation kurzerhand, uns NICHT nach Nairobi einfahren zu lassen. Wir hatten gestern eine 51km Etappe bis in die entfernten Vorstädte Nairobis und hatten dann in einen Truck zu steigen. Da unsere Infrastruktur eigentlich nur ausgelegt ist, ein Drittel der Fahrer zu transportieren wurden Overlandbusse von INDABA angemietet, die ja eh in Nairobi ihren Afrikasitz haben und die Radl auf LKW verladen. Aus meiner Sicht eine völlig nachvollziehbare Entscheidung, waren die 51km schon kein wirkliches Vergnügen und phasenweise gar richtig gefährlich, da die Stadtler hier abenteuerlich unterwegs sind und bei Überholmanöver mit 100km/h stellenweise weniger als 1m uns entgegen donnern, was verständlichweise bei den meisten Radlern zu Schrecken und Verunsicherung führte. Insgesamt führte die Truckfahrt, hoffentlich meine letzte, durch eine einzige Baustelle und war kein Vergnügung. Ich bin folglich noch immer EFI und (@ Brösschen) den Besenwagen kenne ich bisher nur von meinem ersten Ötzi🙂

Lindsay und Shan, 2 EFI’ler auf dem Truck

Wir sind ziemlich im Süden von Nairobi auf dem Campingplatz von INDABA untergebracht und haben Nairobi somit nur aus dem Truck wahrnehmen können. Es ist eine extrem geschäftige, stark wachsende, quasi wuchernde Stadt mit den bisher krassesten Unterschieden zwischen ARM und REICH. Deutsche Oberklasselimosinen passieren verlumpte Menschen aus km-langen Shantytowns, die vergeblich unter hochglanz Visacard-Plakaten Schatten suchen – Unterschiede die betroffen machen.

Insgesamt aber natürlich ein viel weiter entwickeltes Land als noch Äthiopien und auch insgesamt ist das Preisniveau merklich angestiegen, aber Waren von denen wir die letzten 6 Wochen träumten sind erhältlich. Irgendwann kann und will man seinen erhöhten Kalorienbedarf eben nicht mehr nur mit Fanta und Cola begegnen, so verbrenne ich doch täglich insgesamt immer mehr als 5000kcal. Alle sind auf der Suche nach ihren Lieblingsschleckereien….

Im Camp erwartete mich dann gleich die erste freudige Überraschung, ein SRM-FSA Innenlager falls das zweite auch noch Spiel bekommen sollte und EIN Schwalbe Durano PLus für die langen, langen Rollerpassagen in Botsuana und Sambia auf dem Elephantenhighway – Werner Bitzer, der vor 2 Jahren von einem LKW angefahren wurde und jetzt seine TdA abschliessen will war so freundlich, DANKE WERNER !!

Am Abend folgte dann ein auch schon fast traditionelles TDS-Einkehren im Carnivore, einem FLEISCHRESTAURANT, dass unter Expats und zunehmend auch gut situierten Kenianern Anhänger findet. Dort gibt es ein all you can eat „Nyama Choma“ bis zum Abwicken – es handelt sich dabei um die kenianische Version eines Grillabends und neben den üblichen Verdächtigen wie Rind, Lamm und Schwein gab es auch Exotisches wie Strauß, Krokodil undKamel und halt auch Hoden vom Stier bzw. jetzt Ochsen. Krock schmeckt wie Fisch und der Hoden war richtig lecker, genial war v.a. das marinierte Lamm. Leider bahnten sich schon vor dem Abend ein paar Verdauungsprobleme an und die letzte Nacht war mal wieder erlebnisreich, glücklicherweise nicht dramatisch.

The Meatfeast at Carnivore

Ein weiteres Highlight sind die wenigen, aber hochfitten Kenianer, die uns ganz schon flott machen und das auf alten, schweren MTBs. Ihren Erzählungen nach erhalten sie nur Bikes bei Wettkämpfen ausser Landes, das restliche Material versickert irgendwo, was wohl auf einen Mißstand hinweist, mit dem Kenia zu kämpfen hat – der Korruption. Leider verpasste ich den Keniaexpress am bisher einzigen Renntag aus zuvor geschilderten Umstanden, hatte aber doch noch Gelegenheit zu langen, netten Gesprächen mit Anthony Muite einem sehr talentierten, 20 jahrigen Kenianer. Vielleicht begleiten sie uns noch zur Grenze nach Tansania, die wir morgen erreichen sollten.

vor dem Truckride mit Anthony

Anthony enjoying Tetris on my iPad

So, heute steht noch einiges auf meiner Agenda.

Es grüßt Euch ein wenig magenverstimmt, nicht hung-over

Dennis


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: