Verfasst von: Dennis K. | 30. März 2011

Willkommen am Malawisee

UPDATE…. Dennis K. im gelben Trikot vor Contador und MarK Cavendish. Nachzulesen auf Sportal.de🙂

http://www.sportal.de/sportal/radsport/index.html

Sportal.de am Sonntag, den 30.3.2011

Sportal.de am Sonntag, den 30.3.2011

Nach zweieinhalb Monaten durch Afrika haben wir den Malawisee erreicht, eine Zwischenetappe, die mir in Kairo doch noch so fern erschien. Am Chitimba Beach haben wir einen Ruhetag, der wirklich zum Abhängen taugt. Mit Bier und Softdrinks prall gefüllte Kühlschränke und ein Steinwurf zum Malawisee, der von der Brandung her zumindest heute eher der Nordsee denn dem Mittelmeer ähnelt – wären da nicht die Temperaturen, die eher der heimischen Badewanne entsprechen und im schwülen Malawi kaum für Abkühlung sorgen.

Leider hatten wir gestern abermals einen ordentlich verregneten Tag auf dem Rad, so dass wir das Seepanorama nicht wirklich geniessen konnten. Regenfahrten in Malawi sind aber auch besonders, denn es kann hier regenen wie es will, selbst nach Stunden wird einem hier in kurz/kurz kaum kalt, man wundert sich nur über die runzelige Haut.

Schaut man sich die Gesamtübersicht unserer Tour an, so haben wir mittlerweile eine ganz erhebliche Kerbe aus Afrika geschlagen und Kapstadt ist in der Tat nicht mehr lediglich ein Ziel in weiter Ferne, das wir hoffentlich wohlerthalten in gut 6 Wochen erreichen werden.

Wohlerhalten ist aber das magische Worte, selbst jetzt landen immer noch Fahrer von heute auf morgen auf den Truck und büßen ihren bisher zäh verteidigten EFI-Status ein. Nach drei Wochen mit sehr beunruhigender Verdauungstätigkeit seit Nairobi habe auch ich mich jetzt mal entschlossen, 3 Tage Cipro – bei einigen scheint Cipro ein Haupternährungsbestandteil geworden zu sein – zu probieren und zu gucken, ob das helfen könnte.

Seit Arusha habe ich auch deutlich rausgenommen, war eigentlich immer ohne die Racer unterwegs und merkte dennoch langsam, dass mir die gesundheitliche Situation in der Substanz zusetzt.
Mit Malawi haben wir auch ein Land erreicht, dass nicht nur auf dem Papier zu den ärmsten der Welt gehört. Die im Gegensatz zu Tansania verschlechterten Lebensumstände sind Allgegenwertig, so stellen verlumpte, schuhlose Kinder mit teilweise aufgeblähten Bäuchen nicht die Ausnahme sondern eher die Norm dar.

Haupternährungsquelle der Menschen ist Fisch aus dem Malawisee, gehort der Malawisee mit seinem Fischreichtum und seiner Artenvielfalt zu den aussergewoehnlichsten Seen der Welt – aber das Entdecken der „Fischerdörfer“ bereiten mir bisher kein wirkliches Vergnügung, setzen einem die hygienischen Umstände und die Geruchsfassade mir doch ordentlich zu.

Insgesamt hatten ich keinen wirklich guten Start mit Malawi – nach dem Wechselscam an der Grenze, hatten wir ein nervenaufreibendes Camp in einem feuchten Reisfeld, das nach einem nächtlichen Gewitter ordentlich unter Wasser stand. In der Nacht ist uns dann noch der Shitter abhanden gekommen. Beim Shitter handelt es sich um ein Zelt, das um 2 Bohrlöcher gestellt wird und in das wir uns zurückziehen können. Es hat eine markante braune Farbe und steht immer ein wenig abseits vom Camp. Als gestern Morgen auf einmal nur noch ein Shitter dar stand, war die Verwunderung und Erheiterung groß und einige Kollegen summten den Ohrwurm „Who stole the shitter and did not take the other one“… jaja, der Lagerkoller hat uns ein !

Heute am Ruhetag habe ich mir mal die Zeit genommen und mein Innenzelt anständig gewaschen, es war einfach kein Vergnügen mehr, mich allabendlich darin zurückzuziehen. In diesem Zusammenhang habe ich das Innenzelt auch einer intensiven Permethrinbehandlung unterzogen, die nächsten 4 Wochen sind wir in höchst malariaverseuchten Gebieten und da will ich mich nicht mehr nur auf meine Chemoprophylaxe verlassen…
Folgend ein paar Impressionen der letzten zwei Wochen aus Tansania und Malawi, die mir zum Teil freundlicherweise von Kristian Pletten zur Verfügung gestellt wurden. Auch Hardy Grüne macht einen tollen Job, nachdem seine Berichte von der TdA am vergangenen Sonntag wieder in der Frankfurter zu lesen ware, ist er am heutigen Mittwoch in der Neuen Zürcher und „Die Tour“ wird in ihrer Juliausgabe auf 8 Seiten von der Tour d‘ Afrique berichten !
TdA, rocks !! I am enjoying every minute of it !
Das nächste Update vielleicht morgen aus Mzuzu oder spätestens Ende der Woche aus Malawis Hauptstadt Lilongwe, die wir jetzt doch nicht übers Seeufer sondern mit viel ups and downs durchs Hochland ansteuern werden.
Bis dahin grüßt Euch,
Euer Dennis

Am Malawisee

Am Malawisee

Kinder in einer Schule (!)

Kinder in einer Schule (!)

Cokestop in Malawi

Cokestop in Malawi

Hat das beruehmte Hamburger Radlabel hier abgekupfert?

Hat das beruehmte Hamburger Radlabel hier abgekupfert?

Regenpause in Tansania

Regenpause in Tansania


Responses

  1. Toll Deine Berichte zu lesen. Hoffe Du hast weiter viel Spaß. Bring blos den Raubtierkapitalismus nicht mit nach Deutschland:)

    Besten Gruß,
    Kalle

  2. Hi Dennis

    sehr sehr geiler Bericht, zumal du ja bald **IN MEINE HEIMAT** kommst !!!!

    Ich hoffe die regenzeit endlich vorbei ist, wenn IHR ins südliche Afrika kommt !!!!

    Viel glück und weiterhin unfallfreie FAHRT

    LG Heinz

  3. einfach nur GEIL !!!!!
    Muss das jetzt iher alles mal ih ruhe lesen !

    Schunckel ich bin begeistern von dir😉


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