Verfasst von: Dennis K. | 5. April 2011

Kwaheri Mbeya, moni Mzuzu, Malawi

RACEUPDATE erst aus Sambia – bin zu müde und in den nächsten 5 Tagen stehen knappe 750km auf dem Programm und ich will gleich ab morgen mal ein wenig am Gashahn ziehen. Es haben sich ein paar interessante Konstellationen ergeben. Mehr in ein paar Tagen.

Papas ganzer Stolz, Ladenbesitzer nahe Mzuzu

Papas ganzer Stolz, Ladenbesitzer nahe Mzuzu

Hallo Deutschland !!

In der letzten Woche hatten wir nach einer sehr, sehr harten und feuchten Offroadpassage über 8 Tage nach Mbeya eine herrliche Überführungsetappe aus Tansania nach Malawi, die durch eine der schönsten Kulturlandschaften unseres gesamten Trips führte. Wir radelten entlang unzähliger kleiner Bananenplantagen, kletterten dabei wieder auf ca. 2500m und es folgte eine rasante 40km-Abfahrt entlang riesiger Teeplantagen, die sich wunderbar in die geschwungene Landschaft einfügten. Die Abfahrt endete an der malawischen Grenze auf höhe des Malawisee auf unter 500m (also quasi auf Höhe des heimischen Bodensees), was einem zeitweise wie die Einfahrt in ein türkisches Dampfbad vorkam.

Bananentransport 1

Bananentransport 1

Bananentransport 2 - efficiency benchmark

Bananentransport 2 - efficiency benchmark

entlang der Teeplantagen

entlang der Teeplantagen

Die unangenehme Erfahrung an der Grenze werde ich heute mal auslassen, sie vergegenwärtigt einem nur, wie variable, äußere Umstände den ganzen ersten Eindruck eines ganzen Landes bestimmen können: Verarsche an der Grenze, unkontrollierte Kinderscharen, Camp in einem moskitoverseuchten Reisfeld, ein (zeitweise) gestohlener Shitter förderten nicht gerade eine positive Einstellung an das mir unbekannte Malawi – ganz zu unrecht wie sich noch zeigen sollte…

Who stole the shitter and didnt take the other one ?

Who stole the shitter and didnt take the other one ?

So muss ich auch ehrlicherweise zugeben, dass ich Chitimba Beach, unsere Enklave der Ruhe und der Entspannung, nicht einmal verliess, besonders nachdem mir ein Salmonellenverseuchter Burger die Entscheidung sehr nahe legte, nun doch einmal zum Ciprofloaxin zu greifen… Hail to the Chief !

Hätte ich diese Geheimwaffe doch schon mal in Arusha eingesetzt. Alles wurde in den folgenden 5 Tagen besser und als bereits nach 2 Cipros mein Stuhlgang die gedanklich bereits verblichene Form eines Thüringer Würstchens annahm, verliebte ich mich auch sofort in Malawi… Straßen, Landschaft und auch Menschen laden gerade zum Radeln ein und der Anstieg vom See hinauf ins Malawische „Hochplateau“ erinnerte mich gerade zu an den den genüßlich zu fahrenden Mendelpass bei Bozen.

Blick auf den Malawisee

Blick auf den Malawisee

Blick hinunter nach Mbeya - Appenzeller Land, Allgäu ??

Blick hinunter nach Mbeya - Appenzeller Land, Allgäu ??

Dort stampfte ich dann auch in 45min mit durchschnittlich 290 Watt hoch und hielt dabei meinen Puls bei erfreulich niedrigen 144 Schlägen…. Meine Beine meldeten sich nach 4 wöchiger Absents vorsichtig zurück.

Anstieg vom Lake Malawi

Anstieg vom Lake Malawi

Der Nieselregen und die Nebelschwaden verwandelten die Landschaft in ein tropisches Radparadies bei mindestens 26°C. Zur Abwechselung verbrachten wir die Nächte mal nicht nur in kleinen Dörfen, sondern je mehr wir uns der der Landeshauptstadt Lilongwe näherten in stattlichen Regionalzentren wie Mzuzu und Kasungu, die mit Supermärkten und 3G-Mobilfunk aufwarten und somit unseren Drang nach Kohlenhydraten und Konsum befriedigen konnten. Die ist auch einer der Nachteile dieses Trips. Man hat einen so ausgeprägten Drang nach hochenergetischer Zusatzernährung, dass man sich an den bekannten, „westlichen“ Konsumartikeln wie Cadburry-Schokolade, Nutella, Nestlekakaopulver orientiert, um so recht unkompliziert, seine eigene Kalorienbilanz aufbessern zu können – Experimente werden seltener gemacht, wenn man einmal eine Ciprokur hinter sich bringen musste. Lokales wird häufig nicht probiert.

Mittlerweile sind wir auch in Lilongwe angekommen, Malawis Hauptstadt, die sich übersichtlich, aufgeräumt und freundlich präsentiert und da habe ich mich auch gleich mit 6 weiteren TdAlern ins Kiboko Town-Hotel davon gestohlen, in dem hauptsächlich die Energiespeicher gefüllt werden und das aufgrund seiner Nähe einen tollen Zugang zur Altstadt von Lilongwe bietet.

Bilder kommen im Laufe des Nachmittags, ich muss jetzt mein Zimmer räumen ! Infos zum Race zum Abend, bis dahin grüßt Euch,

Euer Dennis

PS: Habe gerade für Kristian ein paar Bilder in Flickr hocheladen, weil ich meine lokalen SIM-Karten immer recht gut im Griff habe und hier in Lilongwe 3G-Abdeckung herrscht. Offentsichtlich sind die Bilder oben teilweise von ihm – folgendes Bild ist sein Lieblingsbild seit Mbeya…. ENJOY:

TdA - freie Straße in Malawi

TdA - freie Straße in Malawi


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