Verfasst von: Dennis K. | 11. April 2011

Taking my first Mando-Day

Große Freude beim "punch-in"

Große Freude beim "punch-in"

Liebe Freunde, lieber Leser,

„the Race is on“ schrieb ich zu Beginn der „Zambezi Zone-Section“ und bis dato habe ich Wort gehalten. Dass solche Entscheidungen manchmal auch ein wenig mit Mißstimmung verbunden sind, ist leider hinzunehmen. Nachdem ich schon zu Beginn der Malawi Gin-Section dem Wunsch der führenden 4 Racer entsprochen habe, die landschaftlich tolle Überführungsetappe von Tansania nach Malawi im „Gentlemans Agreement“ zu fahren, was heisst, dass jeder seinen eigenen Pace fährt und alle die Zeit des Langsamsten angerechnet bekommen, wurde der Wunsch abermals am zweiten Tag der Zambezi Section geäußert und diesmal ausschließlich von mir nicht angenommen. So etwas spricht sich im Camp rumm und entsprechend brodelt natürlich die Gerüchteküche auch bei den Nichtbeteiligten. Ich hatte mich in Tansania und Nordmalawi ausgeruht und mir vorgenommen, ab spätestens Sambia wieder zuzufahren und das tat ich auch:

Leider ging es die ersten beiden Tage ein wenig holprig los, hatte ich am ersten Zambezi-Tag direkt nach dem Lunch, meinen ersten Asphaltplatten (auf der gesamten Tour) und verlor Anschluss an Paul W. und Adam nachdem ich vor dem Lunch den ersten richtigen Angriff platzierte und die Gruppe teilte. So erreichte ich 11min nach Paul und Adam aber noch immer 14min vor Jörg die Sambische Grenze, dem Ende des ersten Renntages nach 122km.

Der zweite Tag ging dann noch holpiger los, flog mit der Schlauch beim Aufpumpen vor dem Start mit einem lauten Knall um die Ohren, glücklicherweise wurde noch auf Adam und jetzt mich gewartet, standen doch 174km auf dem Programm, ein gehetzter Wechsel stand an und das sollte sich rächen, hatte ich doch nach 2km aus dem Camp wieder einen Platten.

Was war passiert ? Ich Vollidiot hatte am Vortag den kaputten Schlauch ordentlich zusammengerollt und im Rucksack verstaut und nach dem Knall im Camp abermals aufgezogen ! Dass ein nicht geflickter Reifen abermals Luft verliert, folgt nur den Gesetzen der Logik und so hatte ich mich früh in ein missliche Lage gebracht, denn auf der Straße wird (im Rennen) NICHT gewartet.

Anders heute, Paul Wolfe hielt an der einzige Abzweigung an und wartete etwa 8min mit den anderen auf mich. Erst dann wurde Rennen gefahren, so waren wir bereits vor dem Lunch in einer halbierten 4er Gruppe unterwegs als Adam einen Platten hatte. Paul entschied bis zum Lunch zu fahren und dort auf Adam zu warten, ich schmierte Adam ein Brot und pumpte seinen Reifen auf während er sich mit Getränken verpflegte und für ihn ging es bereits nach 2min weiter. Es wurde ordentlich zusammen gearbeitet bis Paul bei KM 110 das Seziermesser rausholte und am einzigen Anstieg erst Adam, dann Anthony und mich stehen liess, um mich passieren zu lassen und Anthony, einen Sektionenfahrer wieder zu mir aufzufahren.

Bei extrem langen Tagen haben wir auch noch einen Refreshmentstop (128km), an dem es nochmals Getränke und Früchte gibt. Ich hatte „Flasche leer“ und mußte anhalten, nicht so Paul und Anthony. Als ich mich verpflegte hatte, kam Adam zum Stop, er sah aber ziemlich „umme“, also nicht nach Hilfe aus, und so machte ich mich alleine auf den Weg, fand aber keinen rechten Rhythmus mehr, während Adam sich hinter mir festbiss.

So wartet ich auf ihn und wir beendeten die 174km zusammen, wohl knappe 7-8min hinter den beiden – der Tagessieg ging an Anthony. An diesem Abend lehnte ich die Bitte um einen neutralisierten Tag ab – lustigerweise fand sich am nächsten Tag eine 8er-Gruppe um Paul, Anthony, Adam aber ohne Jörg und wir arbeiten auch bis zum Schluss zusammen. Sprint liess ich aus, der ging an Adam vor Anthony. Jörg nahm sich an dem Tag eine Auszeit und sammelte wahrscheinlich Kräfte für den folgenden Mandoday.

Es standen 149km und 1900HM auf einer „corrugated landscape“, einer Wellblechlandschaft, wie Erik unser Norweger es auszudrücken vermochte, auf dem Programm. Adam und Jörg, die in der Vergangenheit solche Profile schon für Zusammenarbeit genutzt hatten, machten sich ca. 15min vor Paul, Anthony, Scott, Luke und mir auf den Weg und Paul, der sowas immer knallhart für sich einschätzt, diktierte von der ersten Minute an den Pace und fuhr schnell zu den beiden Brams auf, die zwar bärenstark sind, aber nicht mehr Rennen fahren.

Big Brahm hatte Lust auf Gummi und fuhr die Anstiege in einem für mich sehr harten Tempo und so musste ich einmal sogar kurz abbrechen lassen, was immer schnell haarig werden kann. Zum Glück konnte ich über die Kuppe die Lücke alleine wieder schließen und danach waren die steilsten Anstiege des Tages auch geschafft. Anthony hatte schlechtere Beine, was ich schnell merkte und so traf ich die gefährlich Entscheidung, ohne ihn in der Verfolgung zu bleiben und fuhr an einem Anstieg davon – Paul ging natürlich mit. Wir arbeiteten gut zusammen und hatten die beiden dann auch bei km 82 zum Lunch ein: 15min auf der Habenseite und sollte ich nicht einbrechen, der Mandoday würde sich zwischen Paul und mir entscheiden. Danach folgte eine rasante Abfahrt, die wir zu Viert nahmen. Danach wurde das Tempo verschleppt und danach war mir überhaupt nicht. So trat ich bei KM 96 einen weiteren Angriff und hoffte auf eine Dreiergruppe, die sich aber nicht einstellte. Paul und ich waren alleine.

Nach über 6km in der Flucht allein, wollte ich herausfinden wie die restlichen KM aussehen und bekam von Paul die harte, aber aufgrund der Rechtzeitigkeit sehr faire Aussage: „You follow thru at a steady pace, I will sit in and you’ll get the Mando Day.“ Das bedeutete fast 55km Soloarbeit für mich gegen Adam und Jörg und ein 30er Schnitt mit durchschnittlich 263Watt während 1 3/4h „rolling hills“ ganz leicht bergauf. Als es richtig hart wurde, schickte der Radlerhergott bei KM 135 in einem Pritschenwagen Kristian Pletten, die TDA wollte Rennfotos vom Mandoday. Das aktivierte bei mir natürlich die letzten Reserven – Paul hielt sich an seine Aussage und so holte ich meinen ersten Mandoday und die 30min-Zeitbonifikation, die mir neben den 30 auf dem Asphalt erarbeiteten Minuten sehr gut tat !

Einen weiteren Bonus bekam ich am letzten Tag der ersten 720km der Zambezi-Zone mit einem geskippten Lunch und unglaublich genialer Gruppenarbeit nach 101km – Tagessieg und $500 vom Sponsor für Charity gingen an Scott DeMoss, der dafür aber auch arbeitet wie ein Pferd.

55km Soloritt für den Mando

55km Soloritt für den Mando

keine extra theatralischen Bilder für die Kamera

keine extra theatralischen Bilder für die Kamera

250 Watt während fast 5h wollen getreten werden

250 Watt während fast 5h wollen getreten werden

Zu guter Letzt noch das Wichtigste – Paul Spencer konnte leider in den vergangenen Tagen nicht mehr fahren – er ist, wie ich heute erfuhr wieder malariafrei (!), aber von der Krankheit und einer bakteriellen Darminfektion noch immer ein wenig geschwächt. Er wird hoffentlich wieder in Linvingston zu uns stoßen. Ich habe eben mit ihm gesprochen und er ist guter Dinge und wohnt im gleichen Hotel, nachdem er die letzte Nacht in einem guten Krankenhaus verbrachte. Paul werd schnell wieder richtg gesund, TdA ist mit Dir ist lustiger !!! Das Wichtigste ist, dass wir alle wieder gesund nach Hause kommen !!!


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