Verfasst von: Dennis K. | 24. April 2011

Bike Donation at Livingston und ein paar nachdenkliche Momente

Etappe 77, EFI, 140km, 9427km non-Race day, Ostersonntag
Etaape 76, EFI, 157km 9287km total, 5th down
Etappe 75, EFI, 136km, 9130km
Etappe 74, EFI, 182km, 8994km

Der versprochene Nachtrag von Ostersamstag

Liebe Freunde, liebe Leser,

Nun liege ich hier in meinem Zelt und versuche, die nachdenklichen Momente der letzten Tagen „zu Papier“ zu bringen. In drei Wochen werden wir hoffentlich wohl erhalten an der Waterfront in Cape Town unsere Ankunft feiern – noch sind es zwar 2000km, aber übermorgen sind wir bereits in Namibia und wer denkt bei Namibia nicht auch an Südafrika.

Spätestens mit den Victoriafällen hat sich der Charakter der „Tour d‘ Afrique“ deutlich verändert, heimischer Luxus bezogen auf Waren und Infrastruktur ist, selbstverständlich gegen gute Dollar, allgegenwärtig und die Buschklos mit Stirnlampe, Spaten und Babywipes weichen immer häufiger funktionierenden Porzellantoiletten mit fließendem Wasser. Nach über drei Monaten mache ich von diesen Angeboten auch gerne Gebrauch. Hier liegt aber auch das „Problem“, ich habe natürlich die Möglichkeit mir ein Hotelzimmer zu nehmen, mich mit einem T-Bone Steak zu belohnen oder mir eine Cola zu bestellen, wann immer ich es wünsche, der gemeine Mensch, dem ich ich auf meinem Weg begegne natürlich nicht.

Busch-Camp in Botsuana -  nachts Elephantengetröte

Busch-Camp in Botsuana - nachts Elephantengetröte

Im Sudan, in Äthiopien, in Nordkenia oder in weiten Teilen Malawis und Sambias hatten wie diese Möglichkeiten häufig nicht, weil es einfach nichts gab. Die hoffentlich kalte Cola am Ende eines Radtages oder eine Rolle Industriekekse gab mir irgendwie die Illusion, ein wenig das reale Afrika zu erleben und diese Momente des relativen Glücks wurden verstärkt von den Gesprächen und Begegnungen mit Menschen in diesen Cafés oder Shops. Man tauchte wenigstens für den Bruchteil eines Augenblicks in das Leben dieser Menschen ein – man war für einen klitzekleinen Augenblick in Afrika mit all seiner Herzlichkeit und seinen Problemen.

Jetzt sind wir wieder Fremdkörper in Afrika in einem eigenen (kommerziellen) Mikrokosmos – Lodges mit allerlei Unterhaltungsangeboten, prall gefülltem Kühlschränken mit Windhoek (Lager, Draught, Lite), Castle (Lager, Export, Light), Ohlsen, Heineken, St. Louis….. und 50 verschiedenen Spirituosen geben uns das, was wir von zuhause aus kennen. Ich will das alles überhaupt nicht negativ besetzen, es ist nur einfach anders als die ersten 2 Monate und natürlich deutlich näher an dem, was man gemeinhin als Fernurlaub bezeichnet und gerade das wollte ich während der TdA ja eben nicht !

Afrika ist aber auch nicht Afrika: zu sehr unterscheidet sich das islamische Nordostafrika, von Ostafrika und dem südlichen Afrika und West- und Zentralafrika habe ich noch nicht einmal kennengelernt!

Nein, ein großes Eintauchen in „Afrika“ hat es nicht gegeben, die Natur des Trips liess das auch nie wirklich zu. Nach diesen 4 Monaten werde ich eine Handvoll „Visitenkarten“ in der Hand halten, die mich vielleicht einmal ermuntern, noch einmal nach Tansania oder den Sudan zu reisen oder das äthiopische Hochland zu bewandern – hoffentlich mal mit meinen eigenen Kindern.

Eine Reise nach Afrika taugt zu einem allemal: dem Abbau von Vorurteilen, der Begegnung von Menschen, die enorm interessiert und begeisterungsfähig sind und das Herz zumeist an der richtigen Stelle tragen. Mit dieser Erkenntnis freue ich mich jetzt auf die letzten beiden Länder und wünsche Euch aus einem unserer letzten wirklichen BuschCamps unter einem beeindruckenden Sternenhimmel im westlichen Botsuana ein friedliches Osterfest und sende Euch meine liebsten Grüße

Euer Dennis


Responses

  1. In drei Wochen bist Du „schon“ in Kappstadt? Das bedeutet ja, dass Du zu Mailand-San Remo im Juni wieder in Deutschland bist. Kein Interesse?? Arnie und ich könnten ein gutes Hinterrad gebrauchen und genug Kilometer hast Du ja in den Beinen.
    http://www.champions-training.de/

    • Eher nicht (werde es mir ueberlegen), werde aber Arni mal ansprechen wegen des BodenseeCamps. Vielleicht schaue ich da mal mit Kasia vorbei. Wir sollten uns aber auf jeden Fall nochmals zumindest einen Tag am WE bevor es in 6 Wochen dann los geht. LG – Dennis

      PS: Faehrst Du jetzt mit SRM ?? Wenn ja, welche Kurbel


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