Verfasst von: Dennis K. | 10. Januar 2012

Africa meets (K)Asia

Vor genau einem Jahr befand ich mich auf dem Weg nach Kairo. Heute befinde ich mich knapp 400km südlich von Bangkok und bin seit 3 Tagen wieder auf dem Rad unterwegs, es geht nach Phuket – diesmal sogar mit meiner Freundin Kasia. Es liegt ein ungeheuer erlebnisreiches Jahr hinter mir und gerade zwischen den Feiertagen wurde mir abermals bewusst, in welch glücklicher, privilegierter Lage ich mich befinde. Auch führten mir die zurückliegenden runden Familiengeburtstage wieder einmal vor Augen, wie endlich das eigene Sein ist, wie schnell alles vorbei sein kann.

Eine Freundin meiner Eltern, eine Nachbarin, verabschiedete nach den Weihnachtstagen ihre Kinder, um in der folgenden Nacht bewusstlos aufgefunden zu werden – Gott sei Dank beenden Schlaganfälle nicht nicht immer das Leben, sie verändern es aber in aller Regel. Schicksalsschläge dieser Art führen mir immer wieder vor Augen, dass ich ich glücklicherweise vor einem Jahr einem Ruf gefolgt bin, der mich über 12000km durch Afrika geführt hat. Diese Erfahrungen kann mir bis an mein Lebensende keiner mehr nehmen.

Nein, Afrika hat mich nicht abrupt verändert, nein, die Ziellinie im Kapstadt war nicht der BigBang, der einen Dennis 2.0 hervorbrachte. Und doch zeigen mir die in den letzten Monaten getroffenen Entscheidungen, wie nachhaltig das Erlebte mich beeinflusst. Ich folge viel mehr meinem inneren Antrieb, weniger getrieben bin ich von äußeren Erwartungen. Ich fühle mich freier und bin mit dem Leben, das ich führe, im Reinen.

Aber auch mein eigenes Wertesystem geht kritisch mit dem Umstand um, dass die materiellen Voraussetzungen für das von mir geführte Leben zu einem großen Teil von Anderen geschaffen wurde. Doch ist mir in den letzten Jahren bewusst geworden, dass ich nur einen Unterschied machen kann, wenn ich bei meinem Job mit dem Herzen dabei bin. Und so nutze ich die mir zur Verfügung stehenden Freiheitsgrade auf der Suche nach diesem Job – das wäre auch im Sinne meiner Patentante gewesen !

Mein nächster Job wird mich als Radguide nach Mallorca führen. Was andere mit 20 machen, mache ich halt mit 40 und um den Regierenden Berliner Bürgermeister zu zitieren: „Das ist auch gut so“. Menschen werden verstärkt die Welt auf zwei Rädern entdecken wollen. Sei es zum Trainieren zwischen Pageira und Alcudia, sei es zu kulinarischen Entdeckungen in den Hügeln von Barolo und Barbaresco, sei es eine exotische Radtour zwischen Bangkok und Phuket oder eine Hardcoretour von Kairo nach Kapstadt. Meine 2 monatige Mitarbeit bei Champions-Training wird mich abermals in den Radtourismus bringen – diesmal aber aus Anbietersicht.

Bis dahin folgt meinen Reiseberichten aus Thailand, dem Land des Lächelns, des unfassbar leckeren Essens und der unschlagbaren Januartemperaturen. Stay tuned !


Responses

  1. Zunächst hast Du Deine Lebensphilosopie gut rübergebracht, auch wenn meine Einstellung bekanntermaßen eine andere ist.
    Bin sehr glücklich, dass Du den ersten Halbsatz von Wowereit nicht zitiert hast -:) -:) -:)
    Weiterhin gute Fahrt und behalte Deinen Optimismus. Ein solcher ist wichtige Voraussetzung für ein zufriedenes Sein.
    H.

  2. Lieber Dennis, liebe Kasia
    ich wünsch euch einfach traumhaft schöne Radeltage in Thailand….laßt es euch gut gehen und ich freu mich von euch zu lesen.
    Ich finde es klasse dass ihr zusammewn auf Tour geht und kann nur bestätigen was du so geschrieben hast.
    Habt tolle Begegnungen und Erlebnisse;
    alles Gute und „die Kette immer rechts“
    lieber Gruß
    Hardy

    • Lieber Hardy,

      zunächst ein frohes Neues und ein gesundes, glückliches und sturzfreies 2012. Wir freuen uns immer von Dir zu hören. Ich kann mich nur wiederholen, mein Afrikaerlebnis habe ich auch Deinem Blog zu verdanken, es war eine große Inspiration. Thailand kann man auch wunderbar alleine beradeln, aber für Kasia macht eine Tour mit Begleitfahrzeug Vieles leichter. Kontaktier mal Hardy G., er liebäugelt in der Tat mit Göttingen Charkow🙂. Bei uns wird es bestenfalls Polen bis zu den Masuren sei. Wir freuen uns beide auf ein Wiedersehen in 2012, Kette mal zur Abwechselung selten rechts ! Sei gegrüst, besonders auch von Kasia.

      Dennis

  3. Henner sagte am 11. Januar 2012 um 00:51 :
    Dein Kommentar muss noch moderiert werden.
    Nachdem Du in Facebook auch Berichte Eurer derzeitigen „(Fahr)Radtour“ angekündigt habt, werden diese sicherlich von vielen verfolgt/gelesen werden. Es gibt allerdings – abgesehen von der Tourlänge und den äußeren und hygenischen Umständen – einen wesentlichen Unterschied in der avisierten Berichterstattung: Kristian Pletten ist nicht dabei. Da Du jetzt aber (noch) eine intakte Kamera dabei hast, solltest Du VERSUCHEN, ihm nachzueifern. Fotos sind mehr als das Tüpfelchen auf dem berühmten i !!!
    Sind alle gespannt und insgesamt „Fingers crossed“.
    H.

  4. Lieber Dennis,
    liebe Kasia,

    wir wünschen Euch einen tollen Start in ein zufriedenes und ereignisreiches Jahr 2012. Freue mich auf eine kleine gemeinsame Radtour im Taunus. Können ja mit 30km anfangen:)

    Lieben Gruß & viel Spaß,
    Kalle

    • Lieber Kalle,

      auch Dir ein zufriedenes und v.a. gesundes 2012. Vielleicht kreuzen sich ja mal wieder unserer Wege – Frankfurt liegt ja quasi auf dem Weg. Liebe Grüße auch an Alex und die Rasselbande.

      D.


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