Verfasst von: Dennis K. | 22. November 2013

Bangkok ! Rückblick auf Kambodscha

  • Day 3: From Siem Reap to Sisophon, 104km, total 503km,
    EFI, EFIWA*, 7/10 (best day in Cambodia)
  • Day 4: From Sisophon to Sa Kaeo (Thailand), 109km, total 612km
    EFI, EFIWA, 5/10 border x-ing was interesting
  • Day 5 Sa Kaeo to Chachoengsao, 119km, total 731km
    EFI, EFIWA 3/10 boring as hell and heavy traffic as we were approaching Chachoengsao in the outer limits of Bangkok

Liebe Blogleser,

wir sind bereits angekommen in Bangkok – ein guter Zeitpunkt, ein erstes Resümee zu ziehen. Das Land, das auf mich den größten Reiz ausübte, liegt bereits hinter uns: Kambodscha.

Radfahrerisch war es eine sehr dürftige Erfahrung. Die Strecke von Phnom Penh nach Siem Reap war eine große Enttäuschung, was aber auch dem Umstand geschuldet war, dass ich  einfach schlecht vorbereitet war und somit sowohl körperlich als auch mental eine gehörige Portion Staub fressen musste.

Ein geplantes Radhighlight musste ich aufgrund Materialschadens und Erkrankung auslassen – meine Privattour auf die Bokor Hill Station:

Bokor Hill Station aus der Ferne

Bokor Hill Station aus der Ferne

Stattdessen habe ich es nur einmal knapp an die vietnamesische Grenze geschafft auf einer weitestgehend im Bau befindlichen Straße. So war mein privates Highlight  der frühmorgentliche Ritt durch Phnom Penh und die Bekanntschaft mit Chan Thorn vom Mekong Cycling Team. Phnom Penh entpuppte sich als äußerst freundliche und noch überschaubare Metropole, die doch all das zu bieten hat, was man gemeinhin mit südostasiatischen Großstädten verbindet:

exotische Märkte,  umtriebige Menschen und ein uns fremdes Verkehrschaos ohne jegliche Aggressivität – einfach herrlich !

Froschschenkelberge

Froschschenkelberge

Haben die Franzosen die Froschschenkel nach Indochina gebracht oder hier entdeckt, das ist wohl die Frage ! Morgens um 6:30 war der kleine Markt bereits derart bevölkert, dass man sich die Frage stellt, wann die Verkäufer eigentlich mit der Auslage ihrer Waren beginnen. Nach meiner Einschätzung übernachten die meisten Familien am Markstand, wie das kleine Mädchen im Pyjama unzweideutig dokumentiert:

Mädchen im Pyjama

Mädchen im Pyjama

Auf der „offiziellen“ Tour ab Phnom Penh musste ich dann feststellen, dass leider nur eine in  Erweiterung und Asphaltierung befindliche Straße nach Siem Reap führt und diese  v.a. mit „kalten Beinen“ kein Vergnügen war. Aber in Nachhinein sind es eben gerade diese Ritte, die ich in bleibender Erinnerung halte:

Denke ich an Afrika, denke ich neben der Blue Nile Gorge, der Etappe von Mbeya an den Malawisee oder der  himmlischen Fahrt unweit des Nils durch die nordsudanesische Wüste eben auch immer an die harten Etappen im Dinder Nationalpark, Südäthiopen oder halt in Nordkenia.

Subjektiv taten die 170km von Phnom Penh nach Kampong Tom richtig weh, insofern werde ich in der Zukunft auch dieser „Königsetappe“ bei 32°C und 95% Luftfeuchtigkeit etwas abgewinnen können, objektiv war es aber eben besagte Staubfresserei:

PP nach Kampong Tom

PP nach Kampong Tom

Nach den Ruhetagen hatte ich zumindest auf den folgenden drei Flachetappen (100 -120km) bereits wieder eine radfahrerische Spannung im Körper, die es mir erlaubte „entspannt“ ein wenig links und rechts zu gucken und mich auf dieses doch sehr arme, aber herzliche Land einzulassen, sind es doch gerade diese Momente und Begegnungen, die Radfernreisen in unbekannten Gefilden ausmachen:

Transport per Rad

Transport per Rad

Geschwister

Geschwister

Nutztiere vor einem einfachen auf Stelzen gebauten Holzhaus

Nutztiere vor einem einfachen auf Stelzen gebauten Holzhaus

sauber gekleidetes Schulmädchen

sauber gekleidetes Schulmädchen

einzige "Gimme"-Gesten bisher

einzige „Gimme“-Gesten bisher

zu Viert - No.1 in Camouflage

zu Viert – No.1 in Camouflage

Ochsentransporter

Ochsentransporter

Kambodschas Dörfer und sein Menschen sollte man abseits der großen Touristenpfade erkunden – eine triviale Erkenntnis, die aktuelle denn je ist. So übt Kambodscha weiterhin auf mich  eine gewisse Magie aus: vor knapp 1000 Jahren, also als bei uns tiefstes Mittelalter herrschte, haben die Khmer eine architektonische und auch soziale Hochzivilisation hervorgebracht, die dann einfach untergegangen und in Vergessenheit geraten ist. Die Ruinen dieser Zivilisation sind ein eindrucksvolles Zeugnis.

Weiterhin bleibt mir natürlich sowohl das Foltergefängnis Tuol-Sleng als auch Choeung Ek als exemplarisches Killing Field in bleibender Erinnerung. Ist Auschwitz ein kalter Ort, dessen Entladerampen in Birkenau exemplarisch stehen für die Fähigkeit des Menschen einander unsagbares Leid anzutun, so wirkte v.a. das auf den ersten Blick idyllisch anmutende Choeung Ek ähnlich auf mich. Innerhalb von 4 Jahren dezimierte sich eine ideologisch verführte Gesellschaft selbst auf die Hälfte. Ich will gar nicht weiter auf die Hintergründe eingehen, so sind die beiden folgenden Bilder als ein nach innen gerichteter Tagebucheintrag zu verstehen, zu wenig habe ich mich mit der Geschichte der Khmer Rouge auseinander gesetzt:

Tuol Sleng

Tuol Sleng

Choeung Ek

Choeung Ek


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