Verfasst von: Dennis K. | 29. November 2013

Deja-vu in Südthailand

  • Riding Day 6: Hua Hin to Prachuap KhiriKhan, 117km, no EFI, no EFIWA, total 848km, 8/10
  • Riding Day 7: Prachuap KhiriKhan to Bangburd Resort, 136km, total of 984km, 7/10
  • Riding Day 8: Bangburd Resort to Lang Suan, 156km, total of 1140km (wettest day ever on a bike), 5/10

Liebe Blogleser,

dieser Blogeintrag ist für meine Freundin Kasia. Im Moment bin ich nämlich 6 Tage auf Pfaden unterwegs, die wir vor nicht einmal 2 Jahren  teilweise gemeinsam beradelt haben. Nach meinem abwechslungsreichen und (deutlich) verlängerten Restday in Bangkok, dessen Blogeintrag noch ein wenig auf sich warten lässt, bin ich in Hua Hin wieder auf die Gruppe gestossen. Nach einer interessanten Zugfahrt kam ich mit einer guten halben Stunden Verspätung an – nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass das ganze Land mittlerweile von (bisher weitgehend) friedlichen Protesten überzogen wird.

Den Bahnhof konnte ich schon mit Kasia bewundern, gilt er doch als schönster von ganz Thailand. Dies hatte den einfachen Hintergrund, dass Hua Hin als Königliches Bad gilt und die königliche Familie viel Zeit in dem etwa 200km südlich von Bangkok gelegenen Seebad verbringt.  Für 50 Baht liess ich mich dann auch mit einer Fahrradrikscha  in das etwa 1km entfernte Hotel bringen – zum Glück war die Zufahrt flach, denn mit meinem ganzen Plunder hatte der arme Fahrer etwa 130kg zu transportieren.

Königlicher Bahnhof Hua Hin

Königlicher Bahnhof Hua Hin

Fahrrad Rikscha

Fahrrad Rikscha

Lustigerweise entpuppte sich das Hotel als genau das Hotel, in dem wir schon vor 2 Jahren untergekommen waren. Leider war der Zimmergenosse nicht annähernd so hübsch wie damals😉 Seit Bangkok habe ich nun auch einen neuen Zimmergenossen – Paul ist 71 (!), promovierter Sozialwissenschaftler und kommt aus Ottawa,  Kanadas Hauptstadt. Auch er hat so ein paar gewöhnungsbedüftige Angewohnheiten, auf die ich vielleicht später mal eingehen werde, ist  aber insgesamt ein sehr angenehmer und unterhaltsamer Zeitgenosse. Er ist in Hong Kong in die Tour eingestiegen, hat aber bisher mit einer Ausnahme jede Etappe gefahren und träumt schon vom nächsten Abenteuer – aber immer mit der Bemerkung „if my wife let’s me go“…

Denke ich nun an Kasia und den nun deutlich dicker werdenden Bauch, so freue ich mich sehr, eine Partnerin gefunden zu haben, die meine side-trips lediglich mit maßvollem Widerstand bedenkt. Und so brachten die vergangenen Fahrtage sehr angenehme Deja-Vus. Die Etappe von Hua Hin nach Prachuap Khiri Khan war (fast) deckungsgleich mit unserer damaligen und ich war damals ziemlich baff, als Kasia mit kalten Beinen und ohne großes Murren die 117 flachen Kilometer abspulte, nachdem sie sich noch am ersten Tag das Geschehen aus dem Bus angeschaut hatte. Vielleicht hatte damals die Gruppe auch ein wenig geholfen, aber ich habe sie nach solchen Anstrengungen schon deutlich mürrischer erlebt…

Die Kalksteinformationen, die Krabbenfarmen, der Buddhatempel auf dem Spiegelberg in Prachuap KhiriKhan, die Fahrt über den Militärflughafen und zu guter Letzt das Baanklangaow Beach Resort, in dem wir damals unseren Ruhetag verbrachten, tauchten wieder links und rechts vor mir auf.

Nachdem wir dann auch noch in Prachuat KhiriKhan im gleichen (!) Hotel verbrachten, ich mir aber einbilde, dass die vergangenen 2 Jahre dem Hotel nicht wirklich gut getan haben, wich die heutige Etappe auch nur dahingehend ab, dass wir heute mit gut 135km quasi eineinhalb damalige Etappen zurücklegten und heute im BangBurd Resort übernachteten, das keine 200m von den Ort liegt, wo folgendes Bild entstanden war. Leider konnte ich die Bank nicht mehr finden…

Deja-Vu

Deja-Vu

Dafür Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass wir die Bucht sehr idyllisch fanden und ein wenig enttäuscht waren, dass der Ruhetag nicht in diesem einfachen Resort eingelegt wurde – besonders schade für mich, dass sich nun knapp 2 Jahre später der 71-jährige Paul splitternackt neben mir im Bett räkelte. Naja, schönere Ansichten kann ich aber auch liefern:

Sunset @ Bangburd Resort

Sunset @ Bangburd Resort

Insgesamt trügt das obige Bild allerdings ein wenig. Es hatte den ganzen Tag immer wieder sehr heftig geregnet und gerade am Nachmittag standen ganze Dörfer unter Wasser. Das Trügerische an hiesigen Strassen, die komplett unter Wasser stehen, ist, dass Schlaglöcher eben auch mit Wasser voll laufen, aber ihre Gefahr für Leib und Material dadurch nicht geringer wird – ganz im Gegenteil, sie werden unsichtbar und dadurch brandgefährlich.

So kam es, wie es kommen musste, Nola eine weitere Kanadierin, vielleicht im Gruppenfahren nicht so erfahren, scherte unerwartet aus als ich sie passierte, verhakte sich mit meinen Hinterrad und stürzte recht unsanft auf ihre Hüfte und ihren Helm, der bei dem Missgeschick zerbrach. Ein wenig benommen kam sie schnell wieder auf die Beine und radelte die Etappe zu Ende. Leider sass sie heute im Bus – die Schwellungen und Prellungen entwickeln sich meist noch in der ersten Nacht.

Nolas Pfütze

Nolas Pfütze

Die 156km des dritten Fahrtages sollten dann alles in den Schatten stellen, was ich „regentechnisch“ auf dem Radl mitgemacht habe. Nach 10min setze der Regen  gemäßigt ein, steigerte sich stetig, legte beim Lunch dann gnädigerweise ein Päuschen ein, um dann die nächsten 2h Stunden richtig einen „rauszuhauen“ – es war teilweise richtig Land unter:

Linksverkehr - Land unter !

Linksverkehr – Land unter !

Als  dann der Donner unmittelbar dem Blitz folgte, wurde es mir zuviel und ich suchte Schutz in einer „Autowerkstatt“ – schön zu sehen, wie gleichmäßig das Wellblech den Regen abführte.

Gewitterstopp

Gewitterstopp

Gerhard riding the rain

Gerhard riding the rain

 

Eine kleine Geschichte möchte ich Euch auch nicht vorenthalten – es war soweit einer der schönsten und lustigsten Cokestopps auf meiner Bamboo-Tour. Ein kleiner Essensstand mitten im Wald war feierlich geschmückt und als ich anhielt wurde wahrscheinlich ob meiner Erscheinung schon herzlich gelacht – ich bat um ein Getränk und erhielt die flachste Cola, die ich je in meinem Leben getrunken habe. Die stand da mindestens schon eine Woche in der Hitze. Aber Cola ist bekanntlich keine Milch und das Eis schien in Ordnung zu sein und so trank ich die Plörre mehr oder weniger nur aus Höflichkeit. Die 10 Baht (24c) schmerzten da weniger, auch wurde mir sofort Wasser angeboten und ein Tee serviert. Wir lachten herzlich über unsere Verständigungsprobleme und ich schien bei Sympathisanten der Demokratischen Bewegung  gelandet zu sein, die in mir ein dankbares Ziel der politischen Bekehrung sahen. Die Menschen sind hier einfach sehr freundlich und höflich. Ich hoffe, dass das auch im kritischen Süden des Landes so bleibt.

Political Party

Political Party

Dennis im Fähnchenmeer

Dennis im Fähnchenmeer


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