Über mich

Die meisten regelmäßigen Leser dieses Blogs werden mich
kennen und sich bestimmt schon eine Meinung über meine Radtour
durch Afrika und ihre Gründe gebildet haben. Denen, die mich nicht
kennen,will ich ganz kurz meine Sicht der Dinge schildern, der
ersten Gruppe vielleicht eine andere Perspektive zeigen.

Die Gründe und Motivationen sind sicherlich so vielfältig und kompliziert wie
das Leben des Reisenden, der eine so ungewöhnlich Reise antritt.
12.000km auf dem Rad in 4 Monaten durch den gesamten afrikanischen
Kontinent – der Kontinent, den viele schon als „verloren“
abgeschrieben haben, der Kontinent, der aber immer die Wiege der Menschheit
bleiben wird, der wohl extremste der bewohnten Kontinente.

Gewählt habe ich eine harte Tour, die streng genommen auch von den
Expeditionsfahrern schnell gefahren wird. 4 Monate – roundabout 95
Radtage bei lediglich 25 Ruhetagen – es wird täglich über 120km
gefahren. Wird man irgendwo richtig verweilen können? Wird man
irgendwo richtig eintauchen und die Menschen entlang des Weges
kennen lernen und deren Leben besser verstehen können – die Antwort
wird wohl eher NEIN lauten müssen. Werde ich den Unwegsamkeiten
begegnen, denen sich die handvoll Stahlross reitenden wirklichen
Globetrotter stellen müssen, die selbstversorgend 12000km durch
Afrika unterwegs sind ? Hier wohl auch ein klares NEIN !

Warum dann ? Die Frage ist eigentlich recht leicht zu beantworten –
anders traue ich mir eine solche Reise einfach nicht zu und WENIGER soll und
darf es nicht sein.

Ich liebe das Radfahren und ich habe es für
mich zu einer Zeit entdeckt als es – um es in den Worten eines sehr
bemerkenswerten TourdAfriquelers 2010
zu sagen – mir einfach gut tat.

Es ist für mich der zivilisierteste Weg, unsere Welt kennenzulernen und
dabei links und rechts gucken zu können und ihre Natur- und Kulturlandschaften
im wahrsten Sinne des Wortes erfahren zu können. Dabei taucht die Seele in eine sich
nach aussen und innen öffnenden Trance ein – man versteht die Welt
besser.
Dies gilt für mich auf meinen Tagesreisen in den Alpen oder am Bodensee
gleichermaßen wie für die verlängerten Wochenenden in Oberitalien
und sogar auch für meine „Traininglager“ auf Mallorca. Radfahren gibt mir
Kraft und Ideen. Grundsätzlich erwarte ich das auch von meiner Fahrt
durch Afrika – nur alles ein bischen mehr, ein bischen extremer, ein bischen essentieller.

Ende des Jahres werde ich 40 und bin ich ehrlich zur mir, eine mich
erfüllende Rolle in einem Arbeits- und/oder eigenen Familienumfeld
habe ich trotz und vielleicht auch wegen der mir jetzt zur Verfügung
stehenden Freiheitsgrade immer noch nicht gefunden. Auf der anderen
Seite werde ich definitv keine Zeit  mehr damit verbringen, die Erwartungen,
die vermeintlich Andere an mich stellen, erfüllen zu wollen. Ich will eine eigene Familie,
ich will einige ganz eigene Ideen noch umsetzen, nur fehlt es mir manchmal am nötigen
Vertrauen und vielleicht auch am Durchhaltevermögen. Dies kann und
wird Afrika mir vermitteln, sollte ich das Kap erreichen.

Bald ist formell Halbzeit im großen Spiel des Lebens und eine Verlängerung
gibt es selten – wenn, dann im Sudden Death. Nur dass in diesem Spiel
der Schiri auch manchmal schon in der 62. Minute einfach abpfeifft, einfach so und
auch ohne gelbe Karte und auf Proteste lässt er sich schon gar nicht ein!

Jetzt ist Halbzeit, jetzt spricht mein Trainer und dieser Trainer hat den lautesten
und intensivsten Freilauf(*) und hört auf den Namen Hope (Pro III) und
dem werde ich jetzt 4 Monate ganz intensiv zuhören. Das ist meine
Reise, das wird mein Afrika !!!

On the Great African Highway

On the Great African Highway

Viel Zeit zum Nachdenken, hier bei einem Cokestopp am Malawisee:

Cokestopp am Malawisee (credits Kristian Pletten)

Cokestopp am Malawisee (credits Kristian Pletten)

 

 

(*) der Freilauf liegt in der Hinterradnabe und macht das schöne Knackgeräusch aus
dem des Radlers Träume sind.

Responses

  1. Lieber Dennis, ich wünsche Dir einen guten Start in Dein Abenteuer und neben dem Durchhaltevermögen auch viel Spaß und unvergessliche Eindrücke. Werde das jetzt hier alles genau verfolgen und aufpassen, dass Du Dich auch nicht hängen lässt:) Lieben Gruß, Kalle

  2. Lieber Dennis, es ist sehr beeindruckend was Du tust. Diese Gelegenheit zu packen war bestimmt richtig! Ich wünsche Dir, das Deine innere Stimme lauter wird und Du hörst wie und wo Du in Deinem Leben ankommen darfst!!
    Jutta

  3. lieber Dennis, nachdem der stolze Vater gestern von Deiner Tour erzählt hat, bin ich auf Deiner Seite gelandet und werde mir die Berichte noch in Ruhe ansehen. Vorab schon einmal herzliche Grüße aus der sonnigen Heimat im Frühling. Weiterhin viel Erfolg und vor allem Genuss an diesem Abenteuer.
    Viele Grüße von Angelika & Thomas

    • Liebe Angelika, lieber Thomas, von einer manchmal harten, ueberwiegend aber eindrucksvollen Tour durch Afrika sende ich Euch herzliche Gruesse aus Chitimba Beach, Malawi. Mittlerweile haben wir schon eine ganz schoene Kerbe aus der Route geschlagen, haben aber noch immer gut 5000km vor uns. Vielleicht sehen wir und ja mal im NGC wieder🙂 – wuerde mich freuen. Bis dahin, stay tuned, Dennis

  4. Lieber Dennis,
    Henner hat mir gestern mit einem versteckten Stolz von Deinem Abenteuer erzählt. So habe ich mich in Dein Forum eingeloggt.
    Große Klasse und ganz schön mutig mit „Fourty“.
    Ich kann Deine Gefühle gut nachempfinden. Wir haben als Teens auf Onkels Ballonrad öfter im Jahr 200 Kilometer Wochenenden am Nürburgring, im Harz und sonstwo begeistert geradelt. Das war schon was und prägend für uns. Du strampelst auf der Strecke der Ärmsten dieser Welt und wirst wohl sicher mit ganz besonderen Eindrücken von dem, was wichtig oder unwichtig ist, zurück kehren. Make the best of it!
    Bis bald mal wieder im Club.
    Theo Messing

    • Lieber Theo,

      auch Dir einen herzlichen Dank für die netten Worte. Schön zu sehen, dass man auch mit > 2*40 noch genügend Kraft und Ausdauer besitzen kann, um herausfordernde Projekte und Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Bleib gesund, freue mich auf ein Wiedersehen vielleicht im NGC, bald könnte ich ja mit den Jungsenioren spielen…😉

      Bis dahin grüßt Dich aus Sambia, Dennis

  5. Hallo Dennis,
    wir haben uns seit einem halben Leben nicht mehr wiedergesehen und durch Zufall auf Facebook getroffen. Genau so zufällig bin ich heute auf deinem Blog gelandet und habe mit Begeisterung und Respekt gelesen, auf welchen Weg du dich begeben hast. Das muss ich einfach kommentieren! Ich kann deine Motivation gut nachempfinden, hat mich ähnliche für 2 vergleichsweise gemächliche Monate nach Südostasien getrieben. Meine persönliche Aufgabe darin bestand, mir über meinen persönlichen und beruflichen Status quo und die nächsten Schritte bewußt zu werden – Ruhe zu finden: Etappe für Etappe erreicht🙂 Das wünsche ich dir auch! Einen erfüllenden Endspurt deines persönlichen Abenteuers, viele intensive Erlebnisse und klare Ein- und Aussichten! Viele Grüße, Claudia

    • Hi Claudia,

      schoen, von Dir zu hoeren und besten Dank fuer die netten Zeilen. Der Endspurt beginnt in der Tat, auf der anderen Seite des Flusses liegt Suedafrika. Dir alles Gute, bis vielleicht irgendwann einmal in DU – Dennis


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