Alliterationen sind ja eher einfache literarische Stilmittel, derer sich auch der durchschnittlich begabte Schreiberling bedienen kann. Diese Amazonas-Posting liess ziemlich genau 2 Jahre auf sich warten und bedurfte fünf (!) verschiedener Anläufe, wie ich gerade in meiner „Draft-Historie“ feststellten musste. Offensichtlich bin ich nichtmals ein durchschnittlich begabter Schreiberling, so sehr ich mich in diesem Blog doch bemühe.
Dabei war dieser „Semana Santa-Trip“ (wie die Karwoche auch in Südamerika heisst) in das kolumbianisch-brasilianisch-peruanische Dreiländereck, der mit grossem Abstand coolste Kurzausflug meines Lebens. Dieser -in der Tat sporadisch geplante- „Ausflug“ wurde dann aber ohne Frage zur abenteuerlichsten und eindrucksvollsten Reisewoche meines Lebens. Streng genommen waren es am Ende sogar 11 Tage, davon aber nur 5 Tage im Amazonas.
Diese 11 Tage erhielten dann im Februar 2025 bei meinem letzten Besuch in Kolumbien eine weitere, neue Perspektive. Dank, liebe Natalia, Kolumbien wird nie langweilig für mich, auch durch Dich: unser, ehrlicherweise von mir initiierte „El Chato-Besuch“ brachte mir eine Woche Lebensmittelvergiftung ein und 100 tolle Erinnerungen – Gracias por tu ayuda y todo 😉 ! Wir sehen uns bestimmt wieder – ¡Prometido!
Dass ich mich heute nochmals schriftlich an diese Reise traue, ist v.a. zwei Dingen geschuldet. Zum einen fand diese Reise auch im April statt und ich musste diese tolle Reise ja leider ohne meinen Sohn antreten, zu sehr war seine Mutter von der Sorge getragen, Konstantin könne nicht gesund aus Südamerika zurückkehren.
Eine eigentlich für Aussenstehende von mütterlicher Sorge getragene überzeugende Argumentation, wie nicht nur ich finde, würde mir ihre Sorge vor allem deshalb nicht bemerkenswert erscheinen, dass sie selber -in der Vergangenheit- die familiäre Gesundheit und somit auch die Gesundheit Konstantins, bei ihren sexuellen Eskapaden und ihren Lügen und Manipulationen weniger in den Fokus ihrer Sicherheits-Überlegungen stellte. Die Empfehlungen sämtlicher Gesundheitsbehörden aller entwickelten Länder sind in diesem Fall eigentlich klar und eindeutig.
Aber lassen wird das: der mir wohl geneigte Leser, möge mir aber bitte abnehmen, wie sehr mich diese 2 Jahre schmerzten, diese wirklich einmalige Reise, die am 8./9. April 2023 ihren Höhepunkt fand, ohne meinen Sohn, dafür aber „nur“ mit Samuel, dem „hijo de la selva“, wie ich ihn gerne seit der Reise nenne, antreten „zu müssen“. Samuel spricht noch heute über unser gemeinsames Schwimmen im Amazonas mit den rosaroten Flussdelphinen und dem weissen „Gringo-Wal“. Das ist auch was Schönes ! Die Erlebnisse dazu kommen aber erst in Teil II.
Am 8./9. April 2025, also noch vor wenigen Tagen, konnte ich allerdings gegenüber Konstantin für eine kleine Wiedergutmachung sorgen in den Vereinigten Emiraten mit ihren unglaublichen Dünen in der Grenzregion zu Saudi-Arabien südlich der Liwa Oase. Die Farben und die Weite suchen ihresgleichen und das sage ich nicht gänzlich unbewandert, bin ich immerhin schon über 1000km mit dem Fahrrad durch die Sahara und dann weitere 1000km durch die Namib gefahren.
Genau an diesem Tag der Wiedergutmachung es war der 8. April und 2 Jahre zuvor das Osterwochenende, meldet sich dann auch unsere Familienrichterin, die zukünftige Justizminsterin „unseres“ Kantons mit einem richtungsgsweisenden Vorschlag zu Konstantins Zukunft. So bleibt mir dieser Ostertag, wie auch der 21. April, zeitlebens in Erinnerung. Zum morgigen 21. April (2016) kommt dann auch noch ein weiteres „April“-Posting. Aber erst, wenn ich mit dem Amazonas „durch“ bin.
Schon die Hinreise nach Bogotá war aussergewöhnlich, flog ich (noch immer coronabedingt) für knapp 1700€ vier wirklich vollwertige Interkontinentalflüge in der Business-Class. Auch das muss man erstmal schaffen und es war ein Erlebnis der eigenen Art:
Zürich-Toronto-Bogota-Leticia-Bogota-Toronto-Zürich war die Reiseroute. Greta würde ganz schwindelig, überrascht war ich aber selber, dass diese Route mit gut 13 Stunden Flugzeit lediglich 2 Stunden mehr braucht als der momentan einzige Direktcharter (der auch nur im Winter fliegt und auf dem Rückweg noch in Catargena Karibik-Touris aufgabelt).
Der nationale, jeweils gut 2 stündige kolumbianische Inlandsflug mit Avianca war aber (zumindest aus dem Fenster) ein, wenn nicht gar, das Highlight dieser an Highlights nicht armen Reise, natürlich wieder in der Holzklasse. Auf dieser Reise stieg ich im Übrigen auch langsam von Bildern auf Videos um, obwohl ich Tiktok und v.a. die abartig anfängerfreundliche Handhabung dieser App erst ein halbes Jahr später für mich entdeckte.
Auf dem Rückflug sass ich dann auch einmal auf Platz 1A, wie mein blitzgescheites Patenkind aufgrund meiner „footage“ und per WA schnell und noch über den Wolken anmerkte. Hier einige Impressionen als Erinnerung v.a. für mich selber:



















Allein diese 6 Flüge waren ein aeronautisches Erlebnis der Superlative:
London Heathrow im Direktüberflug, Neufundland am Ende des Winters, Landeanflug in Kanadas grösster Metropole Toronto von der richtigen Seite bei bestem Wetter, dann Nachtflug über die Karibik (eher uninteressant) mit dem hell beleuchteten Baranquilla an Südamerika Nordküste und ein Nachtanflug nach Bogotá (leider von der falschen Seite). Es folgte ein sensationelles Wechselwetter in und aus dem Amazonas, mit einer skurillen Sicherheitseinweisung nach dem Starten der Klimaanlage in Leticia. Die Videos sind grandios. Der Landeanflug nach Toronto erfolgte direkt über die Niagarafälle und krönte dieses zumindest für mich einmalige Flugerlebnis.
Am Amazonas hatte ich bereits eine wunderbare Bayerin mit mexikanischen Wurzeln kennengelernt, die mir Eure Heimat v.a. auch aus Essenaspekten wärmst empfahl. Ich bin vielleicht nicht das erste Mal angetrunken in einen Flieger gestiegen, aber definitiv auf dem Weg dorthin noch nie so nett sowohl auf spanisch und wenn es mal nicht so gut klappte, auf englisch betreut worden. Manchmal muss man Dinge tun, die nicht gut für einen sind, nicht wahr, Carlos ? Es waren bestimmt 8 Drinks in 5 Stunden !
Nunja, der Trip selbst ging in Bogotá eher durchwachsen los, kam ich irgendwann um 3:00 nachts und wieder halbswegs nüchtern in Bogotá an mit der Konsequenz, dass die Einreise für mich als BC-Passagier unerwartet schnell ging und ich keine 40min nach dem Andocken sowohl Immigration, als auch den Zoll bereits passiert hatte und im Taxis in die Innenstadt sass.
Mein BC-Trip war an dieser Stelle beendet und ich hatte im Hinblick auf Yis und Samuels Eintreffen ein zentrales aber sehr „normales“ Hotel gebucht im nachts nicht ganz unkomplizierten Viertel „Santa Fe“. Dazu brachte mich der Taxifahrer noch zum falschen Hotel und setzte mich zunächst auch noch an einem nachts verschlossenen Seiteneingang ab. Mit 2 Taschen bepackt, um 4:35 (die Bilddaten geben diese nachträgliche Präzision her), hatte ich das erste Mal doch ein wenig Angst in Bogotá. Hand aufs Herz !
Nunja, ich fand den Haupteingang und es war wohl auch nicht das erste Mal, dass dicke Gringos die Hotels verwechselten. Die Kolumbianer sind einfach unfassbar nett -wenn sie Dich nachts nicht gerade ausrauben- und begleiteten mich vom Suites Tequendama ins 300m entfernte Tequendama Suites and Hotel.
Solche eigentlich dummen Fehler können in Bogotá wirklich -und das meine ich ernst- um 4:45am zu Problemen führen. Im richtigen Hotel fand ich dann auch schnell in diesen coolen „Kurztrip“ und freute ich richtig auf Yis und Samuel, die im Laufe des Tages eingtreffen sollten.






Zunächst stand aber noch ein Sightseeing-Tag in Bogotá auf dem Programm, v.a. auch für Samuel: asiatisch zackig nahmen wir die vier fussläufigen Klassiker der Innenstadt in Angriff: „Planetarium, Goldmuseum, Regierungsviertel im „La Candelaria“ und zu guter Letzt noch ein Besuch auf Bogotás Hausberg, dem Montserrate. Dieser zeigte uns in aller Deutlichkeit, dass es auch und v.a. in den Tropen auf 3200m von einer Sekunde auf die andere es richtig unangenehm werden kann. Kurzatmig war der dicke Gringo schon bevor das Gewitter kam, dann krachte es aber, wie das Video ganz unten zeigt und es wurde eine gute halbe Stunde richtig unangenehm dort oben.
Toll war aber v.a. auch die riesige Kolumbienkarte im Gold-Museum. Das „Museo del Oro“ ist das Vorzeigemuseum Kolumbiens mit einigen Dependencen im Land verteilt. Die tolle Karte auf dem Fussboden verdeutlichte uns die Dimensionen des Fluges am nächsten Tag und der konkurrenzlose Abwechselungsreichtum von Yis und Samuels Heimat, wenn man mal einen Blick auf den Kordilieren-Teil der Karte werfen mag.










Und dieser Reichtum ist Teil des zweiten Teiles dieses Amazonas-Berichtes…






































































































































































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