Verfasst von: Dennis K. | 21. April 2025

April-Ausflug am Amazonas (Semana Santa 2023, Teil I)

Alliterationen sind ja eher einfache literarische Stilmittel, derer sich auch der durchschnittlich begabte Schreiberling bedienen kann. Diese Amazonas-Posting liess ziemlich genau 2 Jahre auf sich warten und bedurfte fünf (!) verschiedener Anläufe, wie ich gerade in meiner „Draft-Historie“ feststellten musste. Offensichtlich bin ich nichtmals ein durchschnittlich begabter Schreiberling, so sehr ich mich in diesem Blog doch bemühe.

Dabei war dieser „Semana Santa-Trip“ (wie die Karwoche auch in Südamerika heisst) in das kolumbianisch-brasilianisch-peruanische Dreiländereck, der mit grossem Abstand coolste Kurzausflug meines Lebens. Dieser -in der Tat sporadisch geplante- „Ausflug“ wurde dann aber ohne Frage zur abenteuerlichsten und eindrucksvollsten Reisewoche meines Lebens. Streng genommen waren es am Ende sogar 11 Tage, davon aber nur 5 Tage im Amazonas.

Diese 11 Tage erhielten dann im Februar 2025 bei meinem letzten Besuch in Kolumbien eine weitere, neue Perspektive. Dank, liebe Natalia, Kolumbien wird nie langweilig für mich, auch durch Dich: unser, ehrlicherweise von mir initiierte „El Chato-Besuch“ brachte mir eine Woche Lebensmittelvergiftung ein und 100 tolle Erinnerungen – Gracias por tu ayuda y todo 😉 ! Wir sehen uns bestimmt wieder – ¡Prometido!

Dass ich mich heute nochmals schriftlich an diese Reise traue, ist v.a. zwei Dingen geschuldet. Zum einen fand diese Reise auch im April statt und ich musste diese tolle Reise ja leider ohne meinen Sohn antreten, zu sehr war seine Mutter von der Sorge getragen, Konstantin könne nicht gesund aus Südamerika zurückkehren.

Eine eigentlich für Aussenstehende von mütterlicher Sorge getragene überzeugende Argumentation, wie nicht nur ich finde, würde mir ihre Sorge vor allem deshalb nicht bemerkenswert erscheinen, dass sie selber -in der Vergangenheit- die familiäre Gesundheit und somit auch die Gesundheit Konstantins, bei ihren sexuellen Eskapaden und ihren Lügen und Manipulationen weniger in den Fokus ihrer Sicherheits-Überlegungen stellte. Die Empfehlungen sämtlicher Gesundheitsbehörden aller entwickelten Länder sind in diesem Fall eigentlich klar und eindeutig.

Aber lassen wird das: der mir wohl geneigte Leser, möge mir aber bitte abnehmen, wie sehr mich diese 2 Jahre schmerzten, diese wirklich einmalige Reise, die am 8./9. April 2023 ihren Höhepunkt fand, ohne meinen Sohn, dafür aber „nur“ mit Samuel, dem „hijo de la selva“, wie ich ihn gerne seit der Reise nenne, antreten „zu müssen“. Samuel spricht noch heute über unser gemeinsames Schwimmen im Amazonas mit den rosaroten Flussdelphinen und dem weissen „Gringo-Wal“. Das ist auch was Schönes ! Die Erlebnisse dazu kommen aber erst in Teil II.

Am 8./9. April 2025, also noch vor wenigen Tagen, konnte ich allerdings gegenüber Konstantin für eine kleine Wiedergutmachung sorgen in den Vereinigten Emiraten mit ihren unglaublichen Dünen in der Grenzregion zu Saudi-Arabien südlich der Liwa Oase. Die Farben und die Weite suchen ihresgleichen und das sage ich nicht gänzlich unbewandert, bin ich immerhin schon über 1000km mit dem Fahrrad durch die Sahara und dann weitere 1000km durch die Namib gefahren.

Genau an diesem Tag der Wiedergutmachung es war der 8. April und 2 Jahre zuvor das Osterwochenende, meldet sich dann auch unsere Familienrichterin, die zukünftige Justizminsterin „unseres“ Kantons mit einem richtungsgsweisenden Vorschlag zu Konstantins Zukunft. So bleibt mir dieser Ostertag, wie auch der 21. April, zeitlebens in Erinnerung. Zum morgigen 21. April (2016) kommt dann auch noch ein weiteres „April“-Posting. Aber erst, wenn ich mit dem Amazonas „durch“ bin.

Schon die Hinreise nach Bogotá war aussergewöhnlich, flog ich (noch immer coronabedingt) für knapp 1700€ vier wirklich vollwertige Interkontinentalflüge in der Business-Class. Auch das muss man erstmal schaffen und es war ein Erlebnis der eigenen Art:

Zürich-Toronto-Bogota-Leticia-Bogota-Toronto-Zürich war die Reiseroute. Greta würde ganz schwindelig, überrascht war ich aber selber, dass diese Route mit gut 13 Stunden Flugzeit lediglich 2 Stunden mehr braucht als der momentan einzige Direktcharter (der auch nur im Winter fliegt und auf dem Rückweg noch in Catargena Karibik-Touris aufgabelt).

Der nationale, jeweils gut 2 stündige kolumbianische Inlandsflug mit Avianca war aber (zumindest aus dem Fenster) ein, wenn nicht gar, das Highlight dieser an Highlights nicht armen Reise, natürlich wieder in der Holzklasse. Auf dieser Reise stieg ich im Übrigen auch langsam von Bildern auf Videos um, obwohl ich Tiktok und v.a. die abartig anfängerfreundliche Handhabung dieser App erst ein halbes Jahr später für mich entdeckte.

Auf dem Rückflug sass ich dann auch einmal auf Platz 1A, wie mein blitzgescheites Patenkind aufgrund meiner „footage“ und per WA schnell und noch über den Wolken anmerkte. Hier einige Impressionen als Erinnerung v.a. für mich selber:

Niagara falls, tatsächlich mein erster Besuch

Allein diese 6 Flüge waren ein aeronautisches Erlebnis der Superlative:

London Heathrow im Direktüberflug, Neufundland am Ende des Winters, Landeanflug in Kanadas grösster Metropole Toronto von der richtigen Seite bei bestem Wetter, dann Nachtflug über die Karibik (eher uninteressant) mit dem hell beleuchteten Baranquilla an Südamerika Nordküste und ein Nachtanflug nach Bogotá (leider von der falschen Seite). Es folgte ein sensationelles Wechselwetter in und aus dem Amazonas, mit einer skurillen Sicherheitseinweisung nach dem Starten der Klimaanlage in Leticia. Die Videos sind grandios. Der Landeanflug nach Toronto erfolgte direkt über die Niagarafälle und krönte dieses zumindest für mich einmalige Flugerlebnis.

Am Amazonas hatte ich bereits eine wunderbare Bayerin mit mexikanischen Wurzeln kennengelernt, die mir Eure Heimat v.a. auch aus Essenaspekten wärmst empfahl. Ich bin vielleicht nicht das erste Mal angetrunken in einen Flieger gestiegen, aber definitiv auf dem Weg dorthin noch nie so nett sowohl auf spanisch und wenn es mal nicht so gut klappte, auf englisch betreut worden. Manchmal muss man Dinge tun, die nicht gut für einen sind, nicht wahr, Carlos ? Es waren bestimmt 8 Drinks in 5 Stunden !

Nunja, der Trip selbst ging in Bogotá eher durchwachsen los, kam ich irgendwann um 3:00 nachts und wieder halbswegs nüchtern in Bogotá an mit der Konsequenz, dass die Einreise für mich als BC-Passagier unerwartet schnell ging und ich keine 40min nach dem Andocken sowohl Immigration, als auch den Zoll bereits passiert hatte und im Taxis in die Innenstadt sass.

Mein BC-Trip war an dieser Stelle beendet und ich hatte im Hinblick auf Yis und Samuels Eintreffen ein zentrales aber sehr „normales“ Hotel gebucht im nachts nicht ganz unkomplizierten Viertel „Santa Fe“. Dazu brachte mich der Taxifahrer noch zum falschen Hotel und setzte mich zunächst auch noch an einem nachts verschlossenen Seiteneingang ab. Mit 2 Taschen bepackt, um 4:35 (die Bilddaten geben diese nachträgliche Präzision her), hatte ich das erste Mal doch ein wenig Angst in Bogotá. Hand aufs Herz !

Nunja, ich fand den Haupteingang und es war wohl auch nicht das erste Mal, dass dicke Gringos die Hotels verwechselten. Die Kolumbianer sind einfach unfassbar nett -wenn sie Dich nachts nicht gerade ausrauben- und begleiteten mich vom Suites Tequendama ins 300m entfernte Tequendama Suites and Hotel.

Solche eigentlich dummen Fehler können in Bogotá wirklich -und das meine ich ernst- um 4:45am zu Problemen führen. Im richtigen Hotel fand ich dann auch schnell in diesen coolen „Kurztrip“ und freute ich richtig auf Yis und Samuel, die im Laufe des Tages eingtreffen sollten.

Zunächst stand aber noch ein Sightseeing-Tag in Bogotá auf dem Programm, v.a. auch für Samuel: asiatisch zackig nahmen wir die vier fussläufigen Klassiker der Innenstadt in Angriff: „Planetarium, Goldmuseum, Regierungsviertel im „La Candelaria“ und zu guter Letzt noch ein Besuch auf Bogotás Hausberg, dem Montserrate. Dieser zeigte uns in aller Deutlichkeit, dass es auch und v.a. in den Tropen auf 3200m von einer Sekunde auf die andere es richtig unangenehm werden kann. Kurzatmig war der dicke Gringo schon bevor das Gewitter kam, dann krachte es aber, wie das Video ganz unten zeigt und es wurde eine gute halbe Stunde richtig unangenehm dort oben.

Toll war aber v.a. auch die riesige Kolumbienkarte im Gold-Museum. Das „Museo del Oro“ ist das Vorzeigemuseum Kolumbiens mit einigen Dependencen im Land verteilt. Die tolle Karte auf dem Fussboden verdeutlichte uns die Dimensionen des Fluges am nächsten Tag und der konkurrenzlose Abwechselungsreichtum von Yis und Samuels Heimat, wenn man mal einen Blick auf den Kordilieren-Teil der Karte werfen mag.

Und dieser Reichtum ist Teil des zweiten Teiles dieses Amazonas-Berichtes…

Verfasst von: Dennis K. | 18. April 2025

Der April, der April, der macht was er will… (I)

Zahlen und Daten sind mir wichtig, das waren sie immer irgendwie schon.

Sie geben mir Orientierung und Halt. Es sind meine Leuchttürme in stürmischen Zeiten und stürmisch waren die Zeiten in den letzten 9 Jahren wirklich für mich. Vielleicht ist das ein kleiner autistischer Anteil in mir, aber nicht nur aber vor allem auch in Bezug auf Zahlen nimmt der April eine besondere Stellung ein in meinem Leben. Einige habe ich einfach sehr präsent im Kopfe. An andere erinnere ich mich erst beim Erstellen dieser Zeilen.

Der April, den ich eigentlich sehr liebe, lässt mich regelmässig jauchzen, verabschiedet er doch regelmässig den Winter und begrüsst den Frühling. Genau so regelmässig lässt der April mich aber auch leiden und in Mitteleuropa die hochallergene Birke erblühen.

Die 14 ist Konstis und meine Glückszahl, bin ich selber geboren am 14. Tag des Oktobers und Konstantin im Jahre 14 des neuen Jahrtausends. So trägt er gerne unsere Glückzahl 14 auf seinen Trikots und weist mich immer gerne auf die 14 hin, wenn sich die Chance ergibt – der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm.

Blicken wir mal für den ersten Blogeintrag „April “ zunächst genau 14 Jahre zurück.

Der 29. März 2011 (ein Tag, der damals noch keine Bedeutung für mich hatte) entwickelte sich zu einem der eindrucksvollsten Tage meiner Tour d‘ Afrique, zumal mir eine erste „Cipro-Gabe“ nach 4 körperlich extrem harten und unangenehm nassen Wochen in Tansania wieder erfreulich Leben einhauchte.

Ich war körperlich angeschlagen, bakteriell hatte ich „Magen-Darm“, sonst hätte Cipro kaum in Malawi den durchschlagenden Erfolg gebracht. Es war aber auch nass in Tansania:

Auch stand an diesem Tage eben der Grenzübertritt von Tansania ins bitterarme Malawi an und so war das Rennen, an dem ich noch mit Herzblut teilnahm „last minute“ neutralisiert worden. Wir konnten die Tagesetappe ruhig angehen und vor dem „Camp im Reisfeld“ waren wir ohnehin gewarnt.

Wir hatten ein paar Tage zuvor den höchten Punkt unserer Reise auf der südlich Hemisphäre mit 2961m (ziemlich genau Zugspitzniveau) hinter uns gelassen und fuhren nun aus angenehmen Temperaturen an den hochtropischen und schwülen Malawisee, der mit 470m über Normalnull kaum höher liegt als der heimische Bodensee. Diese Zahlen hatte ich auch noch im Kopfe.

Auch gerne erinnere ich mich an die junge Dame, die an dem Tage so stolz ihren Papa im gepflegten Laden vertrat. Ihre Gesichtszüge waren so anders wie die der Menschen, die uns in Malawi erwarteten. Ich will das gar nicht negativ besetzen, ich erinner mich nur noch viele Jahre später an genau diese ersten Eindrücke.

Ein paar Orte weiter kaufte ich für ein paar Kwacha oder wahrscheinlich noch Shillinge meine legendäre „Obama-Tüte“, die ich noch heute habe und genoss mit Genussradlern, mit denen ich rennbedingt ansonsten nicht so viel Zeit verbtrachte die eine oder andere Cola auf der langen Abfahrt und zur Grenze.

noch ein paar Tage später nahm ich mir ein „bequemes Taxi“ im heissen Mzuzu.

Am 8. April 2011 und zu dem Datum komme ich bewusst noch im Laufe dieser Blogreihe, fuhr ich körperlich austrainiert und wieder erholt bereits durch Sambia, dem 7. Land unserer Afriaktraverse. Und in Sambia liess ich es dann radfahrerisch krachen…

Drei vielleicht radfahrerisch deutlich besser aufgestellte Mitfahrer hatten mental, gesundheitlich bzw. materialtechnisch die weisse Fahne hiessen müssen, den anderen beiden Podiumskandiaten nahm ich mich dann auf den knapp 1000km von Malawie-See nach Lusaka in Sambia mit dem Seziermesser an und fuhr sie eine Woche recht konsequent auseinander. Ich wusste, dass mir diese Sektion liegen würde.

Das Terrain sagte mir zu und die Etappen waren allesamt Asphalt, jeweils 150km oder mehr bei „rolling hills“. An der Königsetappe, dem sogenannte Mandoday, fuhr ich über 5 1/2 Stunden auf knapp 170km 250 Watt im Schnitt und davon 120km vorne im Wind mit Paul Wolf konstant am Hinterrad. Mühsam, aber der Rest war von diesem Fahrstil am Ende sichtlich resigniert, nachdem ich am Mando-Tag mit Hilfe der sackstarken niederländischen Brams Jörgs letzte Asphaltattacke konsequent beantwortet. Damit konnte ich gut zweiter werden….

An einem dieser Tage, ich kam ja regelmässig mit unserem Dominator ins Camp, machte ich mich dann nach dem Zeltaufbau früh auf Erkundungstour, hatten wir doch ein paar Kilometer vor unserem Camp ein Schild gesehen vor einem süssen Hüttenrondell mit einem Werbeplakat, das auf eiskalte Getränke hinwies. Den dafür notwendigen Kühlschrank gabe es wohl schon Jahre nicht mehr, zumindest nicht stromversorgt und ich traf auf zwei extreme Eindrücke unserer Reise:

(1) So empfingen uns drei echt nette und aufgeweckte und unglaublich herzliche Sambische Jungs, von denen einer allerdings bereits malariabedingt ein Bein verloren hatte und denen ich eine Cola ausgab für ihre Hilfe und (2) His Royal Highness Nyalugwe, König des Nyimba Districts mit seiner Entourage, der aus seinem Königreich nach eigenem Bekunden auf dem Weg war in die Landshauptstadt Lusaka. Seine Visitenkarte bringt mich heute noch zum Schmunzeln, auch das Bild mit dem Leibwächter im Hintergrund. Mein Gott, 14 Jahre ist es her und ich erinner mich noch

Nyimba District, Sambia

Nunja, der April 2011 war vielleicht der intensivste Monate meines Lebens, es folgten fast tägliche Momente, die sich eingebrannt haben in meine Erinnerungen:

Sonnuntergänge am Sambesi-River, leichtsinniges Schwimmen mit Krokodilen, eigentlich ein Torheit, die der Kapitän (verständlicherweise) sofort nutzte, um unsere Kaffeefahrt (es war mehr eine Bierfahrt) zu beenden (ich selber war wider Erwarten sehr nüchtern und mal nicht im Wasser). Es folgte ein „Luxus“Camp in Livingstone nahe der Viktoria-Fällen und mit meiner vielleicht letzten, ungenutzten Chance mit Tori :). Hahaha, hätte ich nur gewusst, was sich zeitgleich das erste Mal anbahnte in London, ich glaube mein Leben wäre ganz ganz anders verlaufen. Das werde ich aber in einem anderen April-Beitrag verarbeiten.

Die meisten unserer Tierbegegnungen auf dieser 4-monatigen und 11.727km langen Reise fanden in eben diesen April statt. So folgte ein Ritt über den eigentlich langweiligen Elephant-Highway in Botsuana (300km gerade aus, rechts abbiegen, dann 700km gerade aus), wenn da aus dem Nichts nicht wirklich die Elephanten traversierten.

Auch folgte noch für mich ein Stopp im Lunch-Truck, in dem ich mich entschied, doch noch von Mathias genäht werden zu wollen, hatte mich mein Freund und TourPhotograph Kristian quasi an der einzigen Ampel unseres Trips im zentralen Afrika schmerzhaft zu Boden gebracht.

Full moon over Sambesi

Regenreichster April 2011 in der Namib….

Zum Schluss ging es dann am 25. April nach Namibia, dessen Regenwolken ein Jahrhundertwasser zündeten und die ansonsten jahrelang dürre Namib ergrünten.

An diese Wüstenerfahrungen sollte ich mich ziemlich genau 14 Jahre später mit Konstatin wieder erinnern und zwar nicht mehr am Tropic of Capricorn, sondern am Tropic of Cancer. So schliesst sich mein 14-jähriger Aprilkreis und bis Ostern werden noch weitere Berichte für mich folgen.

Auch gab ich Konstantin aus gegebenem Anlass ein Versprechen für die nächsten 12 Wochen, nachdem ich dieses am 14. Oktober 2023 nicht einhalten konnte. Auch dieses wird hier im Blog hoffentlich erfolgreich verabeitet. Lassen wir uns aber überraschen….

Irgendwie gehen die schönsten Momente und Erfahrungen auch in diesem Blog verloren. So war es schon 2011 in Kairo bei meinem „Schnürsenkelzwischenfall“, der mich auf dem Chan el-Chalili Basar in Kairo führte zu einem Verkäufer namens Mohammed und einem der schrecklichsten Parfums meines Lebens…

So war es auch jetzt wieder Ende 2024 bei „unserem“ Kleiderordnung „faux-pas“ in Abu Dhabi, der uns aus Wohlstandsbequemlichkeit zu Rein aus Kaschmir brachte.

Am Ende stehen aber -für überdurchschnittlich viel Geld- erkaufte Erfahrungen, die ich niemals missen möchte und eine an Schönheit kaum zu übertreffende Kolumbianerin gekleidet in einer traditonellen Abaya und ein dicker Gringo in einer XXL-Dishdasha. Einfach herrlich !

Wie war es damals ?

Die ersten Tage meiner Tour d Afrique 2011 sind auch nach bald 14 Jahre wie von einem Schleier verdeckt, habe ich von Kairo lediglich vier Nilüberquerung in Erinnerung (einmal mit dem Sammeltaxi vom Flughafen, dann zweimal mit dem Taxi und zum Schluss einmal mit dem Radl und in großzügiger Polizeieskorte), einen legendären Friseurbesuch in Giseh, dann trostlos kaltes Wetter zum Fusee der grossen Cheops-Pyramide beim eigentlichen Startfoto und die Sphinx beim Losfahren.

Letztere hätte ich auch sicherlich überfahren bei der Abfahrt nach Osten von den Pyramiden her kommend, hätte „Gisi“ nicht den gleichen Fehler begangen und die nachfolgenden (deutschen) TdAler gewarnt. Danke dafür noch heute, liebe Gisi aus München. Meine Tradition, regelmässig zuim Frisör zu gehen begründete ich übrigens vor Ort in Giseh.

Irgendwie wollte ich aber an den Tagen vor der Tour noch den Chan el-Chalili Basar kennenlernen und so kamen Nilüberquerung 2 und 3 hinzu und das Versprechen von unseren ägyptischen Verbindungsradfahrern, alles auf diesem Basar zu finden, was das Herz begehre.

Meine Ansprüche waren nicht hoch, es sollten Schnürsenkel sein, allerdings für mindestens 16 Löcher. Das Abenteuer war gross, führte mich ein mir gänzlich unbekannter Ägypter mindestens 15min von einer Gasse zur nächsten , zur nächsten und wieder zur nächsten und am Ende stand ich da mit den gesuchten Schnürrsenkeln (4fach) in toller Qualität für vielleicht 3€.

Für diesen „Gefallen“ folgte ich meinem Wohltäter dann „aber“ nochmals 15min. über diesen Markt, endete wahrscheinlich bei seinem Onkel und ihm gegenüber erklärte ich mich ohne grosse Gegenwehr bereit, ein Parfum für $35 zu erwerben, das an Gestank nicht zu überbieten war.

Nunja, ich handelte wohl schlecht und ar von Eindrücken wohl überreizt. Den Gestank akzeptierte ich aber lediglich aus Höflichkeit – der war mir sofort aufgefallen. Zumindest packte er mir das parfum noch in westliches Geschenkpapier ein und es war fortan mein Notfallparfum zum Überdecken noch grusliger Gerüche auf der kommenden Reise

Das Gleiche passierte mir jetzt wieder beim Besuch der مسجد الشيخ زايد, der Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi, natürlich viel wohlstandsverpackter, behäbiger und weniger spannend.

Natürlich war uns die Kleiderordnung bewusst in der grössten Mosche der UAE. Aber das enorme Entgegenkommen der netten Mitarbeiter des exzellenten Conrads-Hotel führte zu einer Planänderung, die meine deutschen Spontantitätsgene überforderten.

So stand ich letztendlich mit kurzer Hose und Abby mit einem zu kleinen Schwarzen vor der Moschee und und unsere wohl vorbereiteten Sachen waren noch im Nobelhotel in Abu Dhabi. Rein aus Kaschmir (siehe Foto ganz unten) konnte und wollte uns gerne helfen. Am Ende kostete mich der an sich freie Besuch in dieser wunderbaren und erst 14 Jahre alten Moschee am 53. Geburtstag der Emirate 150USD. Dafür hatte ich wunderbare Bildern von Abby, die ich mir mit 53 Jahren nicht mehr zu erträumen erhoffte. Danke Rein, aus Kaschmir 😉 !! Die Frage nach dem WARUM und WOFÜR war selbstredend geklärt.

Hier noch eine theoretische Abhandlung wie es laufen könnte…. wäre ich so, wie ich einfach nicht bin, aber gerne sein würde:

„Bevor sie also auf den SOUK gehen, verteilen Sie genügend Geld in kleinen Scheinen und verschienden Summen auf mehreren Hosen und Jackentaschen. Dabei merken Sie sich die exate Summe, die in jeder Tasche steckt. Wenn Sie nun eine bestimmte Sache, so zum Beispiel eine wunderschöne Abaya sehen, so mustern sie diese geringschätzig und feilschen sie um eine andere….. (hier hatte ich schon verloren und ich erspare mir und den Leserns, das folgende Desaster im Detail, hatte ich ohnehin während der ganzen Reise keine dirham sondern nur 3-4 Kreditkarten dabei).

Danke Rein, ich werde Dich mal in Kaschmir besuchen, so dass wir mal ein anständiges Bild machen können.

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Morgen  ist der 30. November 2024 und heute ist Freitag und für die Moslems ist der Jumu’ah der wohl wichtigste Tag der Woche – quasi der Sonntag, auch wenn es in den meisten islamischen Ländern kein Ruhetag ist. Im Sudan war der Freitag aber sehr ruhig und auch in Saudi Arabien haben vielen Menschen frei. In Erinnerung bleibt mir der Ruhetag in Dogola, Sudan.

Kommenden Montag ist Union Day der Emirate (2. Dezember 2024) und -das habe ich gerade selber festgestellt- die Vereinigten Arabischen Emirate sind genau so alt wie ich. Born in 1971 sozusagen !

Streng genommen sind sie somit sogar 7 Wochen jünger als ich, feiere ich meinen Geburtstag immer Oktober. Es sind die Kleinigkeiten, die hängen bleiben auf so einem Trip und im Hirn Verbindungen knüpfen. Bei mir sind es irgendwie immer Zahlen, kleine kulturelle „Aha-Momente“ oder und das ist für viele nicht so nachvollziehbar, besonders Gerüche !

Auch wenn ich noch nie ein Gebet in einer Moschee verfolgen durfte (bis zum „heutigen“ 2. Dezember in der grossen Scheich-Zayid-Moschee جامع الشيخ زايد الكبير von Abu Dhabi), weiss ich seit dem Freitagsgebet, das von den Minaretten nahe dem „irren“ Campingplatz-Hotel (siehe Foto) im Stadtzentrum von Luxor an mich herangetragen wurde und somit seit dem ersten Ruhetag „meiner“ Tour d’ Afrique im Januar 2011, dass die Jumu’ah-Gebete besondere sind. 

Langsam kommt es mir so vor, als entstammten die Erinnerungen dieser Tour einem anderen Leben. Kein Wunder,  liegen sie bald 14 Jahre und somit fast eine halbe Generation zurück! 

10 1/2 Jahre davon prägte mein wunderbarer aber auch anspruchsvoller, von den Querelen seiner Eltern gezeichneter Sohn. Der Verlust der eigenen und die Eskapaden seiner Mutter taten ihr Übriges im Laufe der Zeit. Fehler begehen ist nicht nur menschlich, sondern auch Teil des Lebens. Fehler sollte man aber nicht zweimal begehen. Daran abarbeite ich härter als mir das so mancher oberflächlich unterstellen wird.

So zeichneten die letzten 8 Jahre mich wie keine Jahre zuvor in meinem Leben. Aber ja, auch für Konstantin gehe ich jetzt neue, eigene Wege und für 2025 habe ich mir das noch mehr vorgenommen. 

“Handstand machen und in Bewegung kommen”, war die Quintessenz meiner Aufstellung 2022 in der Systelios-Klinik, an dem Tag als der Krieg begann in der Ukraine. Mein Gott, wie die Zeit vergeht. Bald toben wieder 3 Jahre Krieg in Europa.

Dieser Klinikaufenthalt vor 3 Jahren war fast so einschneidend für mich wie meine Fahrt von Kairo nach Kapstadt. Viele Dinge erscheinen mir erst im Rückblick unendlich nachhaltig, einige Dinge setze ich erst konsequent seit dieser Zeit um. Am 1. Oktober 2023 gab es eine Strafanzeige gegen mich und erst am heutige Tag wird dieses Sache wohl sauber für mich vom Tisch sein. Auch dieser Weg war kein leichter, hätte ich gerne an der einen oder anderen Stelle einmal eine Einvernahme zu Themen wahrnehmen können bei denen ich in der Lage gewesen wäre, ein geplantes Lügengerüst zu enttarnen. Aber meine „gesetzliche Richterin“ hatte eigenen Vorstellung bei der Durchtrennung des kordischen Knotens für meinen Sohn und schlecht fand ich ihr Vorgehen nicht.

Zurück nach Luxor ins Jahr 2011

Jener, der damalige Jumu’ah, es muss der 20. Januar 2011 gewesen sein, stellte den ersten Ruhetag für meinen, von den ersten 600km geschunden Allerwertesten dar und Sherif, mein neuer ägyptischer Radfreund besorgte mir eine dringend benötigte Salbe westlicher Forschungsergebnisse.  Die Salbe wirkte Wunder und die Tour wirkt noch immer nach auf so vielen Ebenen in meinem Leben, sehr sehr nachhaltig. EFI – every fucking inch- erfüllt mich auch heute noch mit Stolz und erinnert mich daran, was ich grundsätzlich zu leisten imstande bin. 

Das Fadschr-Gebet (arabisch صلاة الفجر ṣalāt al-faǧr) am Tage zuvor in Idfu begründete mein Interesse am Islam. Ich kann die Duelle der Muezzin noch heute hören und der erste Ruf des Tages wird mich immer an jenen Tag in Edfu am Nil (auch Idfu إدفو) erinnern in meinem grünen Hilleberg, das wegen seiner Grösse so viel dumme Sprüche und auch Neid erntete. 

Der Ruf des Muezzins ist für mich im Nahen Osten oder Nordafrika wie der Geruch von Kerosin zu Beginn einer Flugreise, mit der Wahrnehmung fällt ein Schalter einfach um. So war es damals um 05:08h im Stadion zu Edfu auf dem Fußballplatz zwischen den zahlreichen Minaretten und nach dem Sandsturm in einer der Nächte zuvor irgendwo im Nirgendwo am Roten Meer.

Ägypten und Sudan (TdA 2011), Marokko (2015), die Türkei (2023), kurz Jordanien (2024) als kleiner „Appetizer“ für die Fahrt nach Petra, nun die Emirate (2024) sehr intensiv, bald der Oman und vor allem das sich  nun öffnende Saudi-Arabien stehen auf meiner muslimischen Bucket-Liste. 

Letzteres wird spannend und vielleicht sogar ein wenig abenteuerlich sein wie damals der wunderbare Sudan dessen Stasi-Spitzel meine Erinnerungen auch heute noch nicht trüben können. Sprache verbindet, der Wille Vorurteile abzubauen auch. Was kann ich gut, wer bin ich, wo will ich noch hin – mit Konstantin, mit Yis und auch mit meiner sehr abwechslungsreichen, ungewöhnlichen Freundschaft mit Abby, die uns jetzt in die UAE geführt hat.

Kolumbien war vielleicht das grösste Geschenk durch und seit der Klinik 2022 und ja ich werde noch dieses Jahr auch wieder Kolumbien bereisen. #it’s Colombia not Columbia, stupid !

Dongola, Sudan (2022)
Teffen mit Studenten in Dongola, Sudan (Ende January 2011)

Istanbul versetzte mich zu Beginn der letzten Woche fast in einen Reise-Rausch, im Guten und auch im Schlechten: es gibt zweifelos Herausforderungen, die die türkische Tourismusmentalität an einen stellt. Insgesamt mag ich die Araber sehr und gerade die Türkei (quasi Arabien light) am Bosporus schlägt eine wunderbare erste Brücke in diese Region.

Mein erster Kontakt mit dieser Welt war aber viel rauher und auch viel authentischer 2011 mit dem in Teilen anstrengenden Ägypten und dann dem doch so lieblichen Sudan.

Freitagsgebete auf dem Campingplatzhotel in Luxor, 21. Januar , 2011, ein paar Tage vor den Aufständen gegen Muḥammad Ḥusnī Mubārak und dem arabischen Frühling

Auf dem Weg zu jener Apotheke erklärte mir Sherif an diesem Tage den Inhalt des Jumu’ah-Gebetes. Dieser Inhalt war auch nicht viel anders als sich wohl jede sonntäglichen Predigen bei uns. Damals wirkte er zunächst bedrohlicher, weil für mich so unverständlich. Der Islam ist so interessant und die traditionelle Rollenverteilung wird sich auch hier noch neu finden. Davon bin ich überzeugt. 

Wenn ich an die dümmlich im Emirat Katar zur WM 2022 auftretende Frau Faeser denke, die wohl geformte Frau Lang, die uns kernkompetenzenfern die Ernährungs“ampel“ erklären will, und v.a an unsere Star-Völkerrechtlerin Frau Annalena Baerbock, sollten diese muslimischen Länder auch noch ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen und nicht den Scheiss nachmachen, der uns mittlerweile gendergerecht vorgekaut wird. Es kann schlimmer kaum laufen.

Ich muss es noch immer überprüfen, aber es gibt in Deutschland wohl deutlich über 180 Lehrstühle für Genderforschung aber nur noch 3 für Nuklearfoschung ?!? Vor Weihnachten werde ich die Zahlen überprüft haben. Mir selbst versprochen. Das steht noch immer aus.

Zurück zu Sherif und dem Äqypten kurz vor dem Islamischen Frühling 2011. An diesem und den folgenden Tagen erklärte er mir nämlich seine Sicht über die vielen Unterschiede zwischen der islamischen Gesellschaft und den modernen „Errungenschaften“ unserer westlichen Kulturprägung. 

Die Rolle der Frau, sexuelle Orientierung warem ein Thema, aber auch die Amerikanisierung der arabischen Welt, der dadurch entstehende Fundamentalismus. Der „Klimawandel“ war damals noch kein Thema und er wird es für die meisten Länder auch so schnell nicht werden. Es ist ein besonders deutsches Luxusproblem, auch wenn ich den anthropogenen Anteil der Menschen an der co2-Erhöhung als wissenschaftlich gesichert erachte. Gerd Ganteför hat in diesen Tagen endlich seinen Plan B vorgestellt für das Klima. Es wird ein Weihnachgtsgeschenk für viele geschätzte Freunde werden in gut 3 Wochen. Ich habe das Buch schon angefangen.

Das Gespräch war hoch interessant und viele dieser Themen sollten mich in den folgenden Jahren einholen. Wenn ich durch die arabische Halbinsel reise und ich werde es in den kommenden Monaten noch deutlich intensiver und „rawer“ tun.

Für mich schließt sich irgendwie heute ein Kreis, blick ich jetzt  auf den Golf von Oman bei meinem zweiten Besuch auf der arabischen Halbinsel und  lausche abermals der freitäglichen „Predigt“ und nehme so viele Dinge wahr links und rechts.

Abby begleitet mich und ich kokettiere bewusst mit der Situation. Sie ist 25 Jahre jünger als ich. Das „Kernern“ macht mir kaum mehr was aus, ganz im Gegenteil es bereichert mein Leben und über die Missverständnisse muss ich manchmal lachen, auch wenn ich der Mutter meines Sohnes damit Freude zu bescheren scheine. Ihre jüngsten normative Feststellungen zu Doppelbeziehungen überzeugen mich allerdings so wie die Belehrungen von Ricarda Lang zur Ernährungsampel.

Die Rolle von Abby für Konsti muss sich noch weisen. Abby ist aber so anders als Yis und sie nimmt so viele Dinge mir so fremd wahr. Beide haben mir aber auf ihre eigene Art und Weise ein Land näher gebracht, das ich nicht missen möchte. Kolumbien. Das Spanisch mit Anfang 50 ist auf B1 Ebene gefühlt noch immer extrem holprig und ich brauche einen Plan B für die Sprache. Das geht eben nur durch Übung und unkonventionelle Wege. Somit scheint mir eine Au-Pair lösung im wahrsten Sinne des Wortes als pragmatisch zielführend.

Danke Systelios !

So wirkt mein Klinikbesuch vor bald 3 Jahren noch immer nach und ich pflege zwei Kontakte zu Mitpatienten mit einer schönen Regelmäßigkeit, ein Dritter fehlt mir aber sehr. Schade C., ich hätte gerne mehr von Dir erfahren.So lebe ich mein Leben langsam, so wie ich es mir mit meinem Ressourcen und meinen Handicapen vorstelle. 

Mitpatient K. erinnert mich sehr an meinen Vater und er versucht gerade sein Lebenswerk loszulassen. Er macht das ganz gut wie ich finde. Mit ihm plane ich nach Ostern ein Besuch auf dem Jakobsweg und endlich mal einen Besuch nahe Oldenburg auf „seinem Bauernhof“.

X hingegen zeigt mir, dass psychologische Betreuung auch bei offensichtlich gravierenderen „Episoden“ wirklich Wunder wirken kann, schien er irgendwie an seinem eigenen Leistungsdruck zu zerbrechen.

Y hatte im ersten Staatsexamen 14 Punkte in Heidelberg und zeitgleich noch im Studium selbst (!) den Grundstein ein 7-satelliges Immobilienvermögen gelegt und im Anschluss eine erfolgreiche Agentur aufgebaut. Das Verhältnis zu seinen Eltern war offensichtlich prägend und hört man ihm aufmerksam zu, erspürt man seine Lebenssituation doch sehr schnell, ich zumindest.

Ein Leben, das ihn in einen TESLA X brachte und in die für einen Aussenstehenden nicht leicht nachvollziebare Situation einer akuten psychotischen „Episode“. Anders kann ich seine Schilderung nicht bezeichnen, bat er vom Fahrersitz seines Teslas komplett verunsichert „einen Erwachsenen“ um Hilfe für ein 5hjähriges Kind, das nur nach Hause will. Nur, dass er dieses Kind war.

Es ist so schön zu sehen, wie Stabilität wenigstens bei anderen eintritt, deren Prozesse man Teil sein durfte. Y Du bist ein geiler Siech, wie der Schweizer sagt !

Irgendwann traben wir mal einen Marathon zusammen… Wir schaffen das. Ganz locker, nicht wieder in 2h42 (?) wie Du mir schnell mitteiltest. Danke, Y, dass Du diesen Blog gelesen hast. Auch Dank Dir und W. reise ich wieder und habe die Herr der Ringe-Sammlerfiguren kennenlernen dürfen !

Verfasst von: Dennis K. | 2. November 2024

Election Day 2024

Dieser Lebensblog liegt seit nunmehr einem Jahr danieder. Dazu werde ich mich in den nächsten Posts äussern.

Als Afrikatour-Begleiter mit dem Fahrrad habe ich dieses „WordPress“ begründet, dient es mir aber in der Zwischenzeit eher als Lebensanker, Pläneschmiede oder manchmal auch nur als gedankliches, emotionales Ventil, so wie auch heute:

Ich hatte das grosse Privileg als Nichtvolljähriger Ende der „coolen“ 80er Jahre bereits ein Jahr im Ausland, in den USA, verbringen zu dürfen. Musikklassiker wie „Shattered Dreams“, „Hungry Eyes“, „Man in the Mirror“ von Michael Jackson, oder George Michael „Faith“ entstammen diesem Jahr. Musik war ja nie so mein Ding, trotzdem erinnere ich mich gerne an diese Hymnen um nur einige wenige zu nennen. Mein Gott sah George Michael da cool aus – lange liegt er bereits unter der Erde…. – einen gewissen Lebenspace hält man einfach nicht ewig durch.

Die US Highschool ist ja eher eine Gesamtschule und von Niveau her sicherlich nicht mit den Anfoderungen eines guten Gymnasiums des letzten Jahrtausends zu vergleichen.

Trotzdem sind mir v.a. aus U.S. History (Regent) Course, der von einer sehr attraktiven aber auch sehr konservativen, strengen Lehrerin gehalten wurde und v.a. vom U.S. Government Course unter einem lustigen und entspannten Mr. Kronke einige Dinge hängen geblieben, die ich mein Leben nicht vergessen werde:

Die Lehrerin bat ich dummer- aber damals v.a. wirklich unbeholfernerweise einmal vor der versammelten Geschichts-Klasse um ein Kondom, sie nahm es mir irgendwie nie im Nachgang ab, dass ich unwillentlich das Britisch-Englische Wort falsch benutzte. Sie ist aber rot geworden. Es war in der Schule für ein paar Tage der „running“ gag und mehr als 90 Punkte habe ich in diesem Kurs auch nie danach bekommen. Die Frage nach einem Kondom war auch in dieser Woche aktueller denn je, diesmal hatte ich aber die Lacher wieder zweideutigerweise auf meiner Seite…

Was blieb denn sonst noch hängen ? Eine Zeitlang konnte ich wirklich 20 US-Präsidenten einem Regierungsprogram zuordnen – der Erfolg der Umsetzung der Programme war bei der Fragestellung völlig unerheblich, so unpolitisch sind die Amerikaner dann doch in der Schule. Aber man musste selber recherchieren und ohne Wikipedia oder gar KI war das doch zeitintensiv und mühsam. Zwei Dinge sind aber wirklich hängen geblieben:

Election Day (1988ff.)

Die Bestimmungen zum Wahltag entstammen zwar nicht der US Verfassung, wenn ich mich richtig erinnere: sie lauten aber so in etwa:

„The Tuesday after the 1st Monday in November (in even numbered years)“, während die Jahre der Präsidentschaftswahlen, „divided by four“ sein müssen. Meine Eselsbrücke war die folgende: in Jahren, in den Olympische Sommerspiele ausgetragen werden, wählen die Amerikaner ihren Präsdenten. So einfach ist das. Die Pandemie brachte dann in der Folge 2020 nicht nur Biden ins Weisse Haus, sondern auch diesen Rhythmus dureinander (Tokio war ja defacto 2021).

So hatte ich das „Glück“, dass ich mein Highschool-Jahr in einem Präsidentschaftswahljahr in den USA erleben dufte: im Gegensatz zu heute lief das mit den Wahlen aber zumindest gem. meiner Erinnerung weniger spektakulär und v.a. gesitteter. Man hatte „bumper-sticker“ und max. ein „Fähnchen im Garten“…

Damals waren es Bush Senior (als Vize-Präsident des in weiten Teilen der USA noch immer vergötterten Ronald Reagan) gegen den griechisch stämmigen Demokraten aus Massachusetss Michael Dukakis als klarer „underdog“. Es war eine sogenannte „landslide“ Wahl, in der sich die Republikaner sogar das letzte Mal Kalifornien sichern konnten, wie ich gerade recherchiert habe.

Bush sen. bleibt den meisten Deutschen als „enabler“ der Wiedervereinigung wohl positiv im Gedächtnis. Dann kam aber der erste Golfkrieg and it is „all about the econmy, stupid!“. Und die war bei den Amis im Gegensatz zu den Deutschen im Wiedervereinigungstaumel mies. So waren ihm nur 4 Jahre vergönnt und „Slick Willie“ Clinton „took“ over und das Internet übernahm Kalifornien und sicherte ihm volle 8 Jahre.

Die Jahrtausend-Wahl (2000) bannte mich im Studium noch eine ganze Woche vor den Fernseher und ja auch Internet – „recount“ war irgendwie das Wort des Jahres und es war nicht eine Bananenrepublik aus der berichtet und in der recountet wurde. Dann kam schnell auch 9/11 und in der Welt veränderte sich fast alles….

(2) Amendment 22 to the U.S. Constitution

Mit diesem Amendment kann man beim Bier am Stammtisch Punkte sammeln oder wie ich in diesem einen Fall gnadenlos 1000 Franken oder waren es noch DM von einem Freund einsammeln, der mir das konsequente Einfordern (ich hatte ihn dreimal bierlaunig auch nach dem Händeschütteln noch gewarnt) dann auch übel genommen hat. Ich glaube er konnte es verkraften, entstammte er doch aus einer norddeutschen Fernsehherstelller Dynastie. Auf ihn ein Beck’s, das inzwischen auch den Amis gehört.

Es bleibt mir seit dem ab doch sehr in Erinnerung, dass man juristische Normen einfach genau lesen muss und man Stammtischgequacke nicht einfach nachreden sollte. Die Norm ist eigentlich sehr einfach gehalten und zu verstehen, trotzdem meinen sogar die Gebildeten in der „Gesellschaft“, man könne maximal 8 Jahre US-Präsident sein. Mitnichten es sind 10 Jahre minus 1 Tag, wenn sie eben mal genau liest.

„No person shall be elected to the office of the President more than twice, and no person who has held the office of President, or acted as President, for more than two years of a term to which some other person was elected President shall be elected to the office of the President more than once.“

Nunja, warum schreibe ich das Ganze ?

Dienstag ist es wieder so weit. „TheDonald“ greift nach Term 2 und diese 4 Jahre würden es -aus meiner Einschätzung- dann auch in sich haben. Dass es damals die unsympathische Hillary nicht geschafft hat, erklärt mir noch heute ein Bauchgefühl recht verständlich.

Dass am Dienstag die eloquente, intelligente und verhältnismässig bodenständige Kamela aber auch nicht schaffen wird, verschlägt mir zum Teil ein wenig die Sprache und lässt mich in der Tat auch am Verstand des „schwachen Geschlechtes“ zweifeln. Mädels, Ihr habt es doch in der Hand. Im wahrsten Sinne des Wortes 🙂

Trump ist ein hirnloser Demagoge, der primär Trump im Sinne hat und desssen „disrespect“ vor dem zarten Geschlecht eigentlich -nachweisbar- nicht zu übertreffen ist. Trotzdem werden die Damen der „Chosen Nation“ ihn wieder zum Präsident machen – so mein Tipp.

Für Harris tut es mit leid, aber auch als grosser Obama-Verehrer, selten habe ich so an den Lippen eines Politikers gehangen, war ich am Ende von seiner Realpolitik doch ein wenig enttäuscht. Für Europa und die besserwisserischen Deutschen wird Trump „besser“ sein, nämlich eine verdammt (!) kalte DUSCHE ! Auch Dank der an Arroganz kaum zu überbietenden deutschen grünen Regierungsmitgliedern.

Ich bin wirklich gespannt, was die kommende Woche bringt, für die Welt und für mich persönlich. Zu Letzterem werde ich hoffentlich diesen Monat wieder richtig ans Posten kommen. Wofür wird sich dann auch weisen. Pläne sind da, aber die Umsetzung und auch die Gesundheit muss mitmachen.

Nach seiner Abwahl vor 4 Jahren habe ich ihn -wie man oben sehen kann- glücklich und zufrieden und auch ein wenig gehässig nach Florida zum Retirement geschickt:ja, so kann man sich dann täuschen:


Donald J. Trump wird nicht nur der 45. sondern leider auch der 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden. Die selbsternannte deutsche Völkerrechtlerin in unserem Aussenministerium wird ihm in den verbleibenden 11 Minaten kaum die Hand schütteln. Das ist vielleicht auch gut so. Aber die transatlantische Diplomaie wird eine Gratulation gebieten. Schauen wir mal, ob die Ampel das wenigstens hinbekommt.





Dieses Posting soll von Menschen handeln: Menschen, denen wir hier auf unserer ersten grossen, gemeinsamen Reise begegnen und die mal einen kleineren (oder auch grösseren) Einfluss auf Konstantins und meine Zeit hier hatten. Diese Posting soll aber auch von Menschengruppen und etwas handeln, was das Menschsein ausmacht: Sprache. Kommunikation ist ein Thema, was mein Leben im Moment sehr beinflusst. Explizite Kommunikation, implizite Kommunikation und vor allem das Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun. Auch tue ich mich mit dem Spanischen im Moment nicht so leicht.

Nunja, fangen wir mal mit einer Erkenntnis an, die einem Deutschen nicht wirklich leicht von der Hand geht, die aber so auch nicht wirklich neu ist für mich: 

Curaçao ist verdammt holländisch und die Holländer -politischer korrekter heissen „die“ wohl „Niederländer“- sind schon ein interessantes Völkchen. Sie sind irgendwie Deutsche, aber wenigstens deutlich sympathischere Deutsche vom Auftreten, zumindest nach meinem Empfinden.

Im Sport tauchen sie überall dort auf, wo es was zu feiern gibt, sie reisen gerne in grossen Gruppen und mit noch grösseren Hoffnungen an und tun ihre Präsenz dann auch selbstbewusst und farbenfroh kund. Beim Fussball habe ich das das erste Mal bei der Fussballeuropameisterschaft 2004 in Portugal miterleben dürfen. Cool !

Für mich selber am eindrucksvollsten präsentieren die Holländer sich aber auf der Alp d’ Huez. Dort verwandeln sie regelmässig einen halben Berg für 2 Tage in Oranje, ohne dort selber seit bald 40 Jahren eine aktive, sportliche Rolle zu spielen. Aber Träume sterben ja bekanntlich zuletzt.

Aus der sportlichen Not sind die Niederländer jetzt auch vermehrt nicht mehr beim „Fietsen“, wie das Radfahren dort genannt wird, sondern bei der Formel 1 anzutreffen. Und ich ertappe mich schon wieder dabei, sportlich sarkastisch Rivalitäten zu pflegen….

Als ich mich im Juli 2003 das erste Mal mit knapp über 100kilo auf den höchsten Berg der Niederlande, „de Alp van Huez“ hoch kämpfte, fühlte ich mich von zahlreichen, motivierenden Anfeuerungsrufen begleitet – und gelegentlich auch mit Bier bespritzt- wie einer der Heroen der französischen Landstrasse jährlich im Juli. Über einige hundert Meter war an der kleinen, kleinen Kirche auf halben Wege hoch zur Alp alles, aber auch wirklich alles auf dem Asphalt „Oranje“ bemalt…… Diese Beobachtungen als Gast in einem Land, dessen Kantonspolizisten es in der Tat schaffen, die Strassen auf der viertgrössten und -wichtigsten Landesrundfahrt in Gänze unbemalt zu erhalten. Die Schweizer sind nämlich die erfolgreicheren Deutschen…

Meine zahlreichen niederländischen Tour d’ Afrique-Freunde wie die beiden Braams, vor allem der treue Exil-Kasache Patrick und auch Peter Prins oder auch mein Bodensee“bekannter“ Joost sind allesamt interessante Charaktere, so dass ich nach all den Zeilen nur nochmals zuzugeben haben: die Holländer sind die besseren Deutschen, zumindest was ihren kollektiven Auftritt im Ausland angeht. Lustig vor allem der Vergleich zu meinen Deutschen TdA Mitreisenden.

Irgendwie kann man das auch in „ihrer“ Kolonie feststellen. Allerdings sind die Niederländer eine Handelsnation und berüchtigte Kaufleute und das darf man an dieser Stelle auch nicht unterschlagen, v.a. in oder auf Curaçao haben die Niederländer immer gerne schon gehandelt. Allerdings auch -und das wirft vielleicht dann auch nicht mehr ein so schönes Bild auf die Oranjenation- haben die Holländer gehandelt mit Menschen. Auch hier kommen mir dann manchmal Gedanken zu den dunkelsten Momenten deutscher Geschichte und Dingen, die zumindest ähnlich verwerflich sind. Wer mal zu diesem niederländischen Holocaust etwas lesen will, kann sich hier gerne bedienen.

Dreh- und Angelpunkt ist in der Geschichte Curaçaos die Rolle als frühere Sklaveninsel.  Die Geschichte der Insel ist im Kontext von Sklaverei und Sklavenhandel mit keiner anderen Region im karibischen Raum vergleichbar. Auch das hat die Handelsnation Niederlande zu vertreten.

Heutzutage  sind die Ethnien allerdings so wunderbar durchmischt und Sprachen -ersteinmal gelernt- verbinden bekanntlich. Diese Erkenntnis treibt mich nicht erst seit Kolumbien um, könnten die Kontraste zwischen Kolumbien und Curaçao sprachlich nicht grösser sein. In Kolumbien wird Spanisch gesprochen: Spanisch und sonst nichts. In oder auf Curaçao sprechen die Menschen in der Regel vier, einige sogar fünf oder noch mehr Sprachen: drei davon fast auf muttersprachlichem Niveau. 

Wie die Schweiz hat Curaçao 4 Landessprachen , nur der Unterschied ist, dass hier alle diese Sprachen auch tatsächlich sprechen. Das Englische ist exzellent, das Papiamento und Holländisch nach meinem Dafürhalten bei den richtigen Curacaoern eben auf muttersprachlichen Niveau – Spanisch ist mehr die Sprache der zugereisten Südamerikaner und davon gibt es legal oder illegal einige. So zum Beispiel Angela aus Medellín und der wunderbar ruhige und nur spanisch sprechende Frankie von der Küste in Venezuela. Spanisch wird aber auch sonst fast überall zumindest verstanden.

Papiamentu ist mit Abstand die meistgesprochene Sprache auf Curaçao. Es ist eine kreolische Mischung aus Portugiesisch, bzw. afrikanischen Sprachen, Spanisch, Niederländisch und den Sprachen südamerikanischer Ureinwohner. Sie hört sich lustig an und wird hier im Radio auch sehr viel gerappt oder sogar im Reggaeton verpackt…. Lustig das Ganze. Ich verstehe die Nachrichten recht gut, kenne aber eigentlich nur ein Wort DUSHI. Komisch oder ?!?

Danach lernen die Curaçaoer in der Schule zunächst „Dutch“ und English irgendwie on the Fly und Spanisch und/oder Portugiesisch scheint auch irgendwie fast jeder zu sprechen. Wirklich imposant. Da das Posting schon wieder sehr lang geworden ist, geht es erst im nächsten um unsere Momente mit Hanna,  der imposanten Medizinstudentin aus den Niederlanden, Angela unser Zimmermädchen aus Medellín, Marla der Rezeptionistin aus Long Island  & Julian der Barkeeper aus Curacao, Yaimon der niederländische Drohnenpilot auf Stippvisite, Alexander & Meeus, den beiden niederländischen Crewmitgliedern des BlueFinn-Katamarans, Frankie, der Maler aus Venezuela direkt von der Küste und von Gerd aus Landschlacht und natürlich von Yis und Konstantin…

Die folgenden Impressionen sind bewusst nur von den letzen 24-Stunden auf der Insel.

Verfasst von: Dennis K. | 13. Oktober 2023

SoFi 2023 meeting SoFi 1999

Ich kann mich noch recht gut erinnern an die SoFi 1999, deren „5 Minuten“ die Republik v.a. zwischen Frankfurt und München über eine Woche in ihren Bann zog. Es war damals eine „totale Sonnenfinsternis“ und man sagt ja, man könne in seinem Leben bestenfalls eine an seinem Geburtsort erleben. Und so zog ich mit drei Studienkollegen von Fribourg in Richtung Schwarzwald los, um irgendwo hinter Freiburg mir ein ein gutes Plätzchen im Hochschwarzwald zu suchen.

Präzise SoFi-Apps gab es damals noch nicht, man kaufte sich die Bildzeitung, nahm teil an der Schlacht um die letzte SoFi-Brille und meinte so über Zeitpunkt, Phasen und eigene Gesundheit hinreichend informiert zu sein. Das alles und viel mehr für 70 Pfennige. Nunja, zumindest sind mir noch heute die wesentlichen Begriffe, wie partielle, totale und annulare (anelar auf spanisch) Sonnenfinsternis noch geläufig. Interessentanterweise blieben mir v.a. aber drei Dinge in Erinnerung, wovon die erste eigentlich nicht so überraschend sein sollte:

(1) Bei bedecktem Himmel ist das ganze relativ unspektakulär und an jenem Tage im August 1999 war in Deutschland zwar Hochsommer, aber es bestand eine grosse Wahrscheinlichkeit für Bewölkung.
(2) Auch eine „nur“ zu 90% verdeckte Sonne macht den Tag noch fast „taghell“ und das Schicksal eines Tim Küsel sollte mich vorzugsweise nicht ereilen.
(3) Der Moment der totalen Verfinsterung ist dann doch sehr beeindruckend, denn die Vögel verstummen spontan und es wird von einer Sekunde auf die andere „fröstelnd kalt“. So zumindest meine profundeste Erinnerung dazu.

Bildzeitung Anno 1999

Nunja, am morgigen 14. Oktober 2023, meinem 52. Geburtstag ist es wieder so weit, allerdings „am anderen Ende der Welt“. Von Oregon, über die Rockies und Westtexas verdunkelt SoFi Nordamerika, dann fällt sie über Honduras her, die Karibikküste Mittelamerikas und Panama, um sich dann in Südamerika Kolumbien vorzunehmen und sich -quasi dem Amazonas folgend- über Brasilien wieder zu verabschieden. Annular ist sie, weil der Mond morgen relativ weit von der Erde entfernt ist und somit noch ein Rand der Sonne -und nicht nur die Corona- über den Mond hervor scheint. Diese Sofi soll angeblich besonders schön sein.

Professionell fotografierte annulare SoFi über der arabischen Halbinsel und Südostasien 2019.

Wenn man sich erinnern will, ist der Korridor der „totalen“ Verdunklung dann doch immer ein sehr schmaler, wenige 100km sind es. Allerdings betrifft er in Kolumbien einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten: die lediglich 300km2 grosse Tatacoa-Wüste mit einer Recht hohen Wahrscheinlichkeit des wolkenlosen Himmels, die regenreiche und wahrscheinlich wolkenverhangene Pazifikküste des spannenden Departamento „Chocó“, den Süden des Kaffeedreiecks um Armenia und Salento und in Yis Heim-Departamento Caño Cristales, dem wohl schönsten Fluss der Welt, den ich leider noch nicht gesehen habe und dessen Farbenpracht gerade seinen jährlichen Höhepunkt erreicht.

Auch auf San Andrés hätte man das Naturspektakel „fast perfekt“ erleben können. Leider wird das Ganze weder mir noch Konstantin vergönnt sein, sein Mutter hielt es nicht einmal für nötig, ihre Vorbehalte zu begründen, war sie sich wohl zu sicher, das würde ein anderer für sie tun.

SoFi am 14. Oktober 2023 über Kolumbien

Nunja, ich werde diese Geisteshaltung und Deutungshoheit zum Kindswohl noch ein wenig akzeptieren müssen, aber zumindest in San Andrés wäre es so sicher gewesen wie auf Curaçao, wo sich die Sonne lediglich 60% verdunkelt. Damit die Kindsmutter sich noch ein wenig bilden kann, anbei ein wenig Lektüre aus der Brigitte, zu für Konstantin viel wichtigeren Erkenntnissen sollte sie aber lieber mal einen Blick in die Forschungsergebnisse der Petra werfen.

Verfasst von: Dennis K. | 11. Oktober 2023

Curaçao – eine 2. Wahl

Wenn man bei Curaçao von einer zweite Wahl spricht, hat man im Leben wohl einiges richtig oder zumindest eine Sache falsch gemacht. Auch wenn ich mich sichtlich bemühen will, in diesem Blog das Positive zu sehen, kann ich mich nicht des Eindruckes erwehren, dass auf mich Letzteres zutreffen muss. Das zeigt auch wieder, wieviel Wut immer wieder in mir aufkommt, wenn ich mich dem passiv-aggressiven „Gaslighting“ von Konstantins Mutter ausgesetzt fühle. Wieso ist das so ?

Wahrgenommen habe ich Curaçao wohl das erste Mal in meinem Leben als später teen und als blaues Getränk von Bols gemischt mit Orangensaft zum Ende der 80er Jahre – danach dann sicherlich 33 Jahre nicht mehr. Im letzten Jahr allerdings, auf meinem Erstflug nach Bogotá mit KLM wunderte ich mich ob des impertinent eingeblendeten „Willemstad“ auf meinem XXL-Screen unmittelbar vor zwei Ländern, die mich eigentlich deutlich mehr interessierten: Venezuela & Kolumbien

Nun aber mal die ersten Impressionen aus diesem Traumziel der zweiten Wahl !

In den 90er Jahren raunte man sich unter männlichen Rucksacktouristen zu, die hübscheste Frauen kämen unbestrittenerweise aus Venezuela. Im Nachgang war dieser erste Platz v.a. wohl auch dem Umstand geschuldet, dass ein gewisser Pablo Escobar den Ruf seine Heimatlandes mächtig ramponierte, indem er das wunderschön gelegene Medellín zur gefährlichsten Stadt der Welt machte mit der Folge, dass besagte Touristen einen grossen Bogen um eines der schönsten Länder der Welt machten: Kolumbien.

Venezuela seinerseits war in den 80 Jahren das angesagteste Land Südamerikas: progressiv, gebildet, westlich orientiert & mit Concorde-Flügen nach Caracas ex Paris. Venezuela ist dabei -man mag es mittlerweile kaum glauben- unermesslich reich !

Es zog tausende von Drogen- und Bürgerkriegen geschundenen Kolumbianer an. Dieser unermessliche Reichtum als Elativ ist keine Floskel für meinen Blog, nein, es ist ein Hardfact: Venezuela verfügt im Orinoco-Becken über die grössten bekannten (Schwer)Öl-Reserven weltweit, PUNKT ! Dies vor Giganten wie Saudiarabien, Russland und Kanada.

Die Erdölreserven Venezuelas „vor“ Curaçao

Das erkannte auch der charismatische Hugo Chavez, der nachvollziehbar das Herz der vielen, einfachen Menschen erreichte und in der Folge mit seinen (wahrscheinlich dann auch wieder korrupten) aber durchaus lauteren Vorstellungen bei den Amerikanern mächtig in geopolitische Ungnade fiel. Ein in den Dickdarm metastasierter Prostatakrebs machte diesem Hugo Chavez dann auch einen Strich durch die durchaus interessante Rechnung und beendete seine Vita unvolllkommen und spülte in der Folge -leider- einen gewissen Nicolás Maduro an die Macht.

Die Folgen sind den meisten Europäern „irgendwie“ als geopolitisches Hintergrundrauschen bekannt, versinkt Venezuela mittlerweile in Gewalt und Anarchie und das 28 Mio-Volk flüchtet zu hunderttausenden in die Karibik und auch nach Kolumbien. So schnell können sich Flüchtlingsströme drehen. Warum schaffen es Ländern wie Venezuela nicht, was Norwegen -das ehemalige Armenhaus Europas- so eindrucksvoll schaffte ? Es ist unendlich frustrierend, diese Entwicklung zu beobachten.

Venezuela im „freien Fall“ im HDI (Human Development Index)


Caracas gilt mittlerweile als die gefährlichste Stadt der Welt und Benjamin Rich-Swift, ein ganz lustiger, sprach“begabter“ und manchmal auch ein wenig unbeholfener britischer YouTuber, nahm sich eindrucksvoll dieser Stadt an.

„Nobody Visits This Country Anymore ( Find Out Why ) 🇻🇪“

Der Typ ist dick, glatzköpfig, ein kleines, aber doch recht herzliches Trampeltier und sein Spanisch entspricht in etwa dem meinigen. Er trägt es allerdings deutlich selbstbewusster und ohne Angst for Gefangenen vor. Nunja, mit Ausnahme der Haarpracht kann ich mich also ganz gut mit ihm identifizieren. Gestossen bin ich auf Benjamin als ich eine mehrtägige Bootsreise von Iquitos, Peru, nach Leitica, Kolumbien recherchierte. Seine Besuchszahlen gehen in die Millionen, pro Video versteht sich.

Das will ich Ostern 2024 machen, vielleicht mit Yis und Samuél leider wohl (noch) nicht mit Konstantin. Und jetzt und hier schliessen sich auch die Kreise für diese Posting und ich spreche das aus, was ich fühle. So wie ich es fühle und auch in einem öffentlichen Forum, wie es wenige Menschen tun würden.

Curaçao hat einen Logenplatz vor Venezuela. Es ist paradiesisch am südlichen Ende der Karibik, „südlich der Winde“ (dazu später mehr) und eben kaum 40km vor der Küste Venezuelas gelegen. Wie gesagt, die Insel liegt in der ressourcenreichsten (materiell gesehen) Gegend weltweit und unmittelbar vor dem nun mehr mit Abstand „gefährlichsten“ Land Südamerikas.

Die Insel „Curaçao“ selbst ist in Bezug auf die Landmasse nur mässig interesant, als Teil der ABC-Inseln aber aus (kolonial)geschichtlicher, geopolitischer Perspektive umso interessanter, sehr sicher, leider aber auch verhältnismässig teuer und ein Besuch definitiv nur ein wenig die Komfortzone verlassend: so war sie auch nur meine zweite Wahl für den ersten Papa&Sohn-Abenteuerurlaub in der Ferne.

Hier scheinen die mir sympathischen Holländer ihren Mallorca-Urlaub zu verbringen und die hiesigen „Ballermänner“ sind wirklich zivilisiert und familienfreundlich. Auch hätten Yis und Samuél hier visumsfrei einreisen können und von Bogotá wäre es nur ein vergleichbarer Flug gewesen zu Düsseldorf-Palma de Mallorca.

Mein Wunschziel war ganz egoistisch San Andrés y Providencia – deutlich mehr die Komfortzone verlassend, günstiger vor Ort und wilder und abenteuerlicher, aber eben auch sicher und für Yis und Samuél ohne jeglichen bürokratischen Aufwand erreichbar. Da San Andrés aber offiziell ein Departamento Kolumbiens ist und man fast nur über Bogotá anreisen kann, Kolumbien seinerseits vom EDA mit einer partiellen Reisewarnungen belegt ist, konnte Konstantins Mutter nochmals ein wenig ihre Muskeln flexen und diese Bestrebungen unterbinden und das tun, was sie so gerne macht: mich bevormunden. Ich hoffe wirklich(!), sie tut es aus mütterlicher Sorge, alles andere würde mich aber nicht verwundern. Was sie allerdings auf jeden Fall verhindern wird können, dass ich mit Konstantin „leicht“ in den Korridor der annulare Sonnenfinsternis des 14. Oktobers 2023 eindringen kann und mir und ihm einen unvergesslichen 52. Geburtstag bescheren kann. Hier wird die Sonne nur zu 60% verdunkelt sein.

Annulare Sonnenfinsternis über Mittelamerika und Kolumbien am 14. Oktober 2023

Konstantin mag Yis sehr, hat er nach eigenen Worten vor genau einem Jahr mit ihr in Venedig und auf Sizilien den schönsten Urlaub seines Lebens verbracht. Die Entscheidung der lokalen Kinderschutzbehörde, mir einen Urlaub (mit Yis und Samuél) auf San Andrés zu versagen, ist nachvollziehbar und auch folgerichtig, hätte ich als (überzeugter) Antragsgegner in entgegen gesetzter Situation mir eine ähnliche Entscheidung versprochen.

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Einzig und allein zeigen mir diese wenig appetitlichen -aber dem Beweis höchst zugänglichen Worte-, dass die Mutter weder Deutungshoheit über das Wohl unseres Sohnes hat, noch jemals lediglich das Opfer in einer Beziehung war, zudem sie sich jetzt gerne geriert. Es war eine Situation, die wir beide geschaffen und zu verantworten haben und nein, Du bist alles als andere als ein Opfer. Vor diesem Hintergrund erschien mir die lammfromme Amber Heart wie ein deja-vu aus schlechteren Tagen.

Jeder kämpft mit den Mitteln, die ihm zu Verfügung stehen, hoffentlich irgendwann einmal mit dem gemeinsamen Fokus auf das Tollste, was wir beide in unserem Lebens auf den Weg gebracht haben: unseren Konstantin. Wenn ich diese Zeilen schreibe, weiss ich, dass auch mir das nicht immer gelingen mag und ich selber höchst egoistische Grenzen zu ziehen versuche. Nur proklamiere ich auch keine Deutungshoheit.

Dass die Mutter meines Sohnes aber auch nach 2 Jahren noch ein „feuchtes H*schen“ bekommt, wenn sie unserem Sohn seine von mir angeschaffte Taucherbrille und Barfussschuhe vorenthalten kann, lässt mich jedes Mal aufs Neue sprachlos zurück. Das ist krank und es geschieht auch bewusst.

Ja, die letzten 4 Monate waren mit die frustrierendsten meines Lebens und haben arg an mir gezehrt. So ist dieser Urlaub vielleicht auch nur eine Flucht vor etwas, was ich eigentlich selbst zu verantworten habe, aber auch eine Rückbesinnung auf Ressourcen, die ich meinem Sohn vermitteln will. Insgesamt schaue einfach immer noch zu viel nach hinten und nicht nach vorne; das weiss ich leider, doch warum ist auch das so ?

Ich bin kein religiöser Mensch aber ich glaube langsam an etwas, wie eine gewollte Fügung, etwas, was vorherbestimmt ist und ein Puzzle in einander fügt.:

Yis ist die unprätentiöseste Frau, die ich seit langer Zeit kennlernen durfte und was mich als Charaktereigenschaft zumindest aus so wunderbar dunklen Augen auch magisch anzieht.

Sie gibt mir einfach konsequent ihre „kleinen“ aber unendlich reichen Lebensweisheiten mit auf den Weg und zeigt mir auf eine sehr, sehr respektvolle aber selbstbestimmte Art und Weise, was mir die besten Therapeuten nur bedingt vermitteln konnten: es macht eben keinen Sinn, alles rückwärtsgerichtet, immer pessimistisch und lediglich aus der eigenen Perspektive zu sehen. Es macht krank und das Leben unglücklich, denn man kann nur das kontrollieren, was man selber zu verantworten hat.

Dass ich Deine Worte nicht glauben mag, quasi überall Betrug, Lüge und Manipulation vermute, habe v.a. ich zu verantworten. Das macht mich aber „per se“ nicht zu einem schlechten, vielleicht nur zu einem dysfunktionalen Menschen. Dass Ihr beide, liebe Yis, aber nicht hier sein könnt, hast leider auch Du verantworten, mein geliebter „burro testarudo“. Hier liefere ich nicht nur besser als Du und das nicht nur, weil ich es materiell kann, sondern eben weil ich so bin, wie ich bin. Das vor meiner eigenen Selbstverachtung einmal so deutlich in den Raum gestellt:

Ich werde Deine Zeilen immer mal wieder lesen, denen ich in Zukunft hoffentlich weniger Argwohn und v.a. mehr Selbstliebe entgegen bringen werde:

Desearía que me entendieras como un NOVIO y que en lugar de estar con tu pesimismo me enamorarás y te dedicaras a formar una familia y no estar triste toda la vida porque una mujer te engaño. Pero sí puedo entender que si yo deseo eso, no significa que sea tu deseo y siempre he tratado de entender tu dolor y tú sentimiento hacia tu pasado.

Samuél und Konstantin hätten hier eine tolle Zeit gehabt…. aber aufgeschoben ist vielleicht nicht automatisch aufgehoben, möchte ich mich doch irgendwann von Deiner wunderbaren Art des „Mutterseins“ nochmal inspirieren lassen.

BTW: te quiero !

Verfasst von: Dennis K. | 30. September 2023

KÜSST MAN IN DEUTSCHLAND UND KOLUMBIEN VERSCHIEDEN?

In meinem nicht so schnell verblassbaren letzten Leben, konnte man kulturelle Unterschiede treffend und immer noch unterhaltsam anhand der legendären „Karnevalsrede“ zwischen Deutschen und Polnischen Handwerkern feststellen. Über 4,1 Mio. Aufrufe sprechen zumindest für die Unterhaltsamkeit.

Aber wollte ich mich hier doch den schöneren Dingen widmen und Küssen ist etwas Schöneres als jedes Maurerdekolleté. Auch habe ich definitiv zu wenig geküsst in meinem Leben. Und irgendwie fühlt sich es auch komisch an, mit Anfang 50 daran nochmal etwas ändern zu wollen. Als wäre das Küssen nur den jungen Menschen vorenthalten und junge Menschen sind nach meinem engstirnigen Dafürhalten ja „höchstens 39 Jahre“ alt.

Allerdings durfte ich doch noch ein kleines bisschen Kuss-Erfahrungen sammeln mit einer auch nach meinen Kriterien (gerade) noch jungen Kolumbianerin, deren sehr, sehr eigene Persönlichkeit in meinem Leben doch etwas bewirkt hat, was wenige Menschen bisher in mir zu bewirken vermochten. Yis ist so klar und unprätentiös, dass ich sie charakterlich eigentlich irgendwo zwischen Oslo und Stockholm lokalisieren wollte, wären da nicht diese unglaublich dunklen Augen gepaart mit Etwas, was in unteilbar mit Kolumbien verbinde: der legendären Resilliencia

Im Anschluss zu diesen Kusserfahrungen tat ich -sichtlich verunsichert- das, was ich eigentlich ganz gut kann: RECHERCHIEREN. Und in dieser Recherche fand ich dann folgenden Beitrag, den ich einfach mal in meinem öffentlichen Tagebuch festhalten will. Nach einem Jahr des Reisens nach Kolumbien könnte ich es beim besten Willen nicht treffender und nicht schöner ausdrücken, was ich nicht nur zum Thema Kuss so wahrnahm.

Die folgenden Zeilen entstammen den geschulten Federn von Ramona González und Dr. Hernán D. Caro und wurden u.a. durch das Goethe-Institut veröffentlicht. Da ich mich mit dem Spanischlernen trotz sehr manierlicher Basis im nicht mehr jungen Alter schwer tue, drucke ich den Text auch im lateinamerikanischen, spanischen Original ab.

Zumindest kann ich aber den kolumbianischen Roman Gustavo Bolívars “Sin tetas no hay paraíso” widerlegen: „ein grosser Busen“ führt gerade nicht oder zumindest für mich nicht ins Paradies – allen salafistischen Versprechungen zum Trotz, dort warteten dann auch 72 Jungfrauen auf einen.

Das wusste ich aber auch schon vor meinen Kolumbienreisen con certeza oder auch z pewnością ! Also nun zu den wirklich lesenswerten Zeilen von Ramona González und Hernán D. Caro:

KÜSSEN

Wie küsst man sich in beiden Ländern? Welche körperlichen Tabus gibt es in Deutschland und Kolumbien? Die Unterschiede sind erstaunlich. Eine interkulturelle Betrachtung des Körpers. Nichts ist universeller als der Körper: Wir alle besitzen einen. Genauso äußern sich viele unserer körperlichen Empfindungen – Hunger, Freude oder Schmerz – in der ganzen Welt auf ähnliche Weise. Doch die Art, wie wir unseren Körper „benutzen“, vor anderen zeigen und beurteilen, ist je nach Kultur äußerst verschieden.

Wie unterschiedlich man in Deutschland und Kolumbien mit dem Körper umgeht, ist erstaunlich. Was in dem einen Land als selbstverständlich gilt, ist im anderen völlig ungewöhnlich oder wird sogar als Unsitte verurteilt. Wir haben ein paar Beobachtungen zusammengetragen, welche körperlichen Verhaltens- und Kommunikationsweisen in Deutschland und Kolumbien üblich sind.

DER KUSS

Bogotá: Ein Pärchen spaziert händchenhaltend über die Straße. Plötzlich wirft sie sich auf ihn und gibt ihm einen Kuss. Sie legt ihre Hand um seinen Hals, er seine um ihre Hüfte. Für einen Augenblick vergessen beide den ständigen Drang des Bogotaner Fußgängers, immer schnell vorwärtszukommen, und verlieren sich in ihrem leidenschaftlichen Kuss… Da hält ein Mann mit seinem Auto, lässt vor dem Pärchen seine Hupe erdröhnen und schreit schelmisch: „Schlepp sie ins Hotel!“ Das Pärchen lacht. Es weiß, dass man die lautstarken Scherze der Passanten provoziert, wenn man sich auf der Straße einem leidenschaftlichen Kuss hingibt. „Die Leute sind hier einfach unglaubliche Klatschtanten und Moralisten“, sagt Jessica G., eine Frau aus Bogotá. Ob „Klatschtanten“ oder pingelige Beobachter, fest steht, dass es die Menschen in Kolumbien gewohnt sind – auf humorvolle oder humorfreie Weise – öffentlich über andere zu urteilen.

Eine ähnliche Situation ist in Deutschland schwer vorstellbar. Ana María C. aus Bogotá, die einmal in Berlin war, erinnert sich: „Die Pärchen haben sich ohne irgendwelche Probleme auf der Straße geküsst. Und dabei denken wir doch eigentlich, dass die Deutschen kalt sind!“ In Deutschland scheint ein romantischer Kuss in der Öffentlichkeit genauso wie der Austausch von Zärtlichkeiten im Allgemeinen weniger „sonderbar“ zu sein und weniger der Neugier und moralischen Urteilen ausgesetzt.

Diese Selbstverständlichkeit gilt nicht für alle Arten von Küssen: In Deutschland ist es nicht üblich, sich mit einem Kuss zu begrüßen. Dagegen lassen sich die Kolumbianer zwar normalerweise nicht zu Liebesküssen auf der Straße hinreißen, aber küssen sich dafür tausend Mal pro Tag auf die Wange, um einander zu begrüßen und zu verabschieden. Diesen flüchtigen Kuss nennen die Kolumbianer „Pico“ („Küsschen“). Sollten Sie nach Kolumbien reisen, bereiten Sie sich also darauf vor, solche kleinen Küsschen zu verteilen, oder Sie werden für kalt oder sogar arrogant gehalten. Viele Eltern pflegen ihre Kinder mit einem Küsschen auf den Mund zu begrüßen und manche Menschen begrüßen sich mit einem Küsschen auf die Stirn. Man kann also sagen, Kolumbien ist das Land der Küsschen.

DIE UMARMUNG

Anstelle eines Kusses zur Begrüßung tritt in Deutschland die Umarmung. Aber nicht immer. Zwei Freunde sehen sich nach langer Zeit wieder oder ein Sohn besucht zu Weihnachten seine Eltern: Es ist möglich, dass sich die Begrüßung darauf beschränkt, sich mit einem Lächeln die Hand zu reichen oder sich ein wenig zurückhaltend zu umarmen. Mangelnde Zuneigung? Natürlich nicht. Für den umsichtigen Beobachter stellt sich deutlich heraus, dass in Deutschland die körperliche Distanz nicht unweigerlich auch eine emotionale Distanz bedeutet. Eine feste Umarmung gehört bei vielen Menschen einfach nicht zum Grundinventar der emotionalen Äußerungen.

Ganz anders verhält es sich in Kolumbien und dem Großteil Lateinamerikas. Dort kann der fehlende körperliche Ausdruck von Zuneigung als emotionale Kälte gedeutet werden. Wie oft man sich berührt, bedeutet, wie sehr man sich mag. Ein Beispiel: Eine Frau aus Bogotá betrachtet die Hochzeitsfotos eines Ehepaars. Nachdem sie die Fotos angesehen hat, bemerkt sie: „Diese Ehe wird nicht lange halten… Auf keinem Foto umarmen sie sich!“ In Kolumbien ist ein Fest nämlich eine wahre Orgie von Umarmungen: zwischen Männern, zwischen Frauen und zwischen Männern und Frauen. Dass sich zwei Menschen stürmisch umarmen, setzt nicht notwendigerweise voraus, dass sie sich gut kennen. Gleichzeitig muss es genauso wenig auf eine tiefe emotionale Nähe hindeuten.

„OHNE BUSEN KEIN PARADIES“

Catalina, ein 14-jähriges kolumbianisches Mädchen aus einer armen Familie, träumt davon, sich ihre Brüste operieren zu lassen, denn nur so wird sie der Armut entkommen können. Zumindest glaubt sie das, weil sie das in ihrer Umgebung so beobachtet hat. Das ist die Handlung des kolumbianischen Romans „Ohne Busen kein Paradies“ von Gustavo Bolívar, der zum Erfolg wurde, als er fürs Fernsehen und später fürs Kino adaptiert wurde. Die Figur Catalinas ist von den vielen Kolumbianerinnen inspiriert, die davon träumen, einen sinnlichen Körper zu haben. Laut der Internationalen Gesellschaft für Plastische Chirurgie wurden im Jahr 2011 in Kolumbien 211.879 Schönheitsoperationen durchgeführt.

Aber warum? „Mit diesem Körper wirst du keinen Mann finden“ – bekommen in einigen Regionen Kolumbiens junge Frauen zu hören, die keine besonders üppige Figur haben. Angeblich rührt diese Einstellung von einem Schönheitsideal, das auf dem Höhepunkt des Drogenhandels ab den 80er Jahren durch die Vorlieben der Drogenhändler gefördert wurde. Aber Schönheitsoperationen werden auch in traditionellen kolumbianischen Familien akzeptiert, die mit illegalen Machenschaften nie etwas zu tun hatten. „Wenn ich mich in meinem eigenen Körper wohler fühlen kann und die Wissenschaft soweit fortgeschritten ist, um das zu ermöglichen, warum sollte ich mich nicht operieren lassen?“, sagt eine Frau.

Ganz anders ist die Situation in Deutschland. Obwohl es dort fanatische Anhänger von Botox und Lifting gibt, lehnen viele Schönheitsoperationen an der Nase, an den Brüsten oder am Po ab. Das hängt mit der starken feministischen Tradition in Deutschland zusammen, aber vielleicht auch mit dem tief verwurzelten Misstrauen gegenüber Eingriffen in den „natürlichen Körper“. Was sich wiederum auch daran bemerkbar macht, dass viele Frauen in Deutschland sich weniger schminken als anderswo auf der Welt und eher die „natürliche Schönheit“ bevorzugen.

„WIE GOTT SIE SCHUF“

Wer im deutschen Winter eine Sauna besucht, muss sich darauf gefasst machen, dieses gesunde Erlebnis mit Dutzenden anderer, vollständig nackter Menschen zu teilen. Und im Sommer wird man an den Seen und am Meer auf Strandabschnitte stoßen, an denen sich die Menschen tummeln, nackt „wie Gott sie schuf“. Die öffentliche Nacktheit oder sogenannte „Freikörperkultur“ geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück und verfolgt keine sexuellen Ziele. Im Gegenteil stellt sich die Philosophie des Nudismus der moralischen Beurteilung der Nacktheit entgegen und betrachtet den Körper als Teil der Natur.

In Kolumbien und wahrscheinlich in ganz Lateinamerika ist die Freikörperkultur äußerst selten anzutreffen. Wann kommt es dort vor, dass sich eine Person gegenüber einer anderen entkleidet? Fast ausschließlich dann, wenn sie danach Sex haben. Genauso ist in diesem traditionell katholischen und patriarchalischen Erdteil eine Konnotation von Erotik oder sogar „Unsitte“ zu spüren, wenn man einen Körper, besonders den weiblichen, nackt zeigt oder zu Gesicht bekommt. Aber auch vielen Männern aus Kolumbien oder Lateinamerika wäre es unangenehm, sich an einem öffentlichen Strand nackt zu zeigen. Kurioserweise scheint das Tabu ausgerechnet an einem so heiklen Punkt wie der Nacktheit keine sexuelle Diskriminierung zu kennen.           

AUTOREN

Ramona González arbeitet als Journalistin in Bogotá. Hernán D. Caro ist Doktor der Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin. Er schreibt für deutsche und kolumbianische Medien.

Übersetzung: Laura Haber
Goethe-Institut Kolumbien (https://www.goethe.de/ins/uy/de/kul/fok/tab/20791959.html)

¿Cómo se besa en ambos países? ¿Qué tabúes respecto al cuerpo hay en Alemania y Colombia? Una guía corporal e intercultural.

No hay nada más universal que el cuerpo: todos tenemos uno. Así mismo, las sensaciones que experimentamos a través del cuerpo –hambre, placer o dolor– parecerían manifestarse de forma semejante en todo el mundo. No obstante, la forma en que “usamos”, exhibimos y juzgamos el cuerpo difiere radicalmente de una cultura a otra.

Las diferencias entre el modo en que se experimenta el cuerpo en Alemania y Colombia pueden sorprender. Lo que en un país es natural, en otro es inusitado o incluso mal visto. Hemos reunido algunas observaciones sobre cómo se comportan y se comunican los cuerpos alemanes y colombianos.

EL BESO

Bogotá: una pareja camina de la mano por la calle. De pronto, ella se lanza sobre él para darle un beso. Ella pone su mano en el cuello de él; él la suya en la cintura de ella. Olvidan por un instante el afán permanente del peatón bogotano y se pierden en su beso apasionado… De repente, un hombre detiene su coche, toca la bocina estruendosamente frente a la pareja y grita pícaramente: “¡Páguele pieza!”. La pareja se ríe. Saben que quien se besa con pasión en la calle se arriesga a la broma pública. “Es que aquí la gente es muy chismosa y moralista”, dice Jessica G., una bogotana. “Chismosa” u observadora en exceso, lo cierto es que, en Colombia, la gente tiende a juzgar –humorísticamente o no– en voz alta.

Una situación así es improbable en Alemania. Ana María C., una visitante bogotana en Berlín, recuerda: “Las parejas se besaban en la calle sin ningún problema, ¡y eso que pensamos que los alemanes son fríos!”. En Alemania, el beso romántico público y, en general, las expresiones de amor entre parejas, parecerían ser menos “misteriosas”, estar menos sujetas a la curiosidad y a los juicios morales.

Esta naturalidad no se refiere a todos los besos: en Alemania no es usual que la gente se salude con un beso. Por el contrario, si los colombianos no suelen besarse románticamente en la calle, sí se besan cientos de veces al día en la mejilla, para saludarse y despedirse. A este beso fugaz los colombianos lo llaman “pico”. Si usted va a Colombia, prepárese para repartir “picos” o pasará por frío o incluso arrogante. Muchos padres acostumbran saludar a sus hijos con “picos” en la boca, y algunas personas se saludan con un “pico” en la frente. Se puede decir que Colombia es el país de los “picos”.

ABRAZOS

En vez de besos, algunas personas en Alemania saludan con un abrazo. Pero no siempre. Dos amigos se encuentran después de largo tiempo; un hijo visita a sus padres en Navidad: es posible que el saludo se limite a darse las manos con una sonrisa o a un abrazo algo austero y controlado. ¿Falta de cariño? Por supuesto que no. Para el observador cuidadoso, resulta claro que en Alemania la distancia física no implica necesariamente distancia emocional. Simplemente el abrazo no forma parte esencial del andamiaje emocional de muchas personas.

Algo muy distinto sucede en Colombia y en gran parte de Latinoamérica. Allí, la falta de ternura física podría identificarse con frialdad emocional. Qué tanto nos tocamos es qué tanto nos queremos. Un ejemplo: una señora bogotana observa las fotos del matrimonio de una pareja. Después de verlas, comenta: “Ese matrimonio no va a durar… ¡No se abrazan en ninguna foto!”. Y en Colombia, una fiesta es una verdadera orgía de abrazos: entre hombres, mujeres, entre hombres y mujeres. No es necesario que dos personas se conozcan bien para que se abracen con entusiasmo. Lo cual, a su vez no implica necesariamente una cercanía emocional profunda.

“SIN TETAS NO HAY PARAÍSO”

Catalina, una niña colombiana de 14 años proveniente de una familia pobre, sueña con operarse los senos, pues solo así podrá salir de la pobreza. O eso cree, pues eso ha visto en el ambiente que la rodea. Esa es la historia de la novela colombiana “Sin tetas no hay paraíso” de Gustavo Bolívar, la cual se convirtió en un éxito al ser adaptada a la televisión y luego al cine. El personaje de Catalina está inspirado en muchas colombianas que sueñan con ser voluptuosas. Según la Sociedad Internacional de Cirugía Plástica, en el año 2011 se realizaron 211,879 cirugías estéticas en Colombia.

¿Una explicación? “Con ese cuerpo no va a conseguir marido”: en algunas regiones de Colombia, esto lo pueden escuchar las mujeres jóvenes que no son voluptuosas. Se dice que esto es resultado de una estética promovida con el auge del narcotráfico a partir de los años ochenta y el gusto de los narcotraficantes. Pero las cirugías estéticas también son aceptadas en familias tradicionales colombianas que jamás han hecho nada ilegal. “Si tengo la posibilidad de sentirme mejor conmigo misma y la ciencia ha avanzado para eso, por qué no operarme”, dice una mujer.

Algo muy distinto ocurre en Alemania. Allí, aunque hay fanáticos del bótox y el “lifting”, muchos rechazan las operaciones estéticas de nariz, senos o cola. Eso está relacionado con la fuerte tradición feminista alemana, pero también puede con el sentimiento tradicionalista de desconfianza frente a la manipulación del “cuerpo natural”, el cual se percibe también en el hecho de que, en Alemania, muchas mujeres tienden a maquillarse menos que las de otros lugares del mundo, y a apreciar más una “estética natural”.

“COMO DIOS LOS TRAJO AL MUNDO”

Quien visite una sauna en el invierno alemán, deberá estar preparado para compartir esta saludable experiencia con docenas de personas completamente desnudas. Y en verano, en los lagos o el mar se pueden ver secciones de playa repletas de gente “como dios la trajo al mundo”. El nudismo público, o la llamada “Cultura del cuerpo libre”, se remonta a finales del siglo XIX, y está desvinculada de objetivos sexuales. Por el contrario, la filosofía nudista se contrapone al enjuiciamiento moral de la desnudez y ve al cuerpo como parte de la naturaleza.

En Colombia, y probablemente en toda Latinoamérica, el nudismo es una rareza. ¿Cuándo se desnuda allí una persona frente a otra? Casi exclusivamente cuando van a tener sexo. Igualmente, mostrar o ver un cuerpo desnudo adquieren en esta región de tradición católica y patriarcal una connotación erótica o incluso “indecente”, en especial el cuerpo femenino. Pero también, para muchos hombres colombianos o latinos resultaría incómodo desnudarse en una playa pública. Curiosamente, al parecer justo en un punto tan espinoso como la desnudez, el tabú no discrimina por sexo.

AUTORES

Ramona González trabaja como periodista en Bogotá. Hernán D. Caro es doctor en Filosofía de la Universidad Humboldt en Berlín. Trabaja como periodista para medios alemanes y colombianos.

origen: https://www.goethe.de/ins/uy/de/kul/fok/tab/20791959.html

Verfasst von: Dennis K. | 7. September 2023

Leticia im Amazonas – Klimagedanken einmal anders…

Seit gut einem Jahr fliege ich endlich wieder vermehrt und das tut mir richtig gut. Auch geniesse ich Flüge immer schon sehr und die jetzt wieder verfügbaren Freiheitsgrade bei der Buchung nutze ich für ganz besondere (Flug)Erlebnisse. Aber letztendlich waren diese immer auch ein Mittel zum Reisen.

So fing nach Trennung und Pandemie alles vor gut einem Jahr wieder an für mich mit dem „freien Reisen“, mit KLM und einer wilden Übernachtung im Transitbereich -wie zu Studienzeiten- am Flughafen Schiphol, aber -und das ist ein absolutes Novum für mich- gefolgt von einer Premiere um 6.00 morgens in der (Crown)Lounge und dann BusinessClass über den Atlantik.

Die KLM riet im Juni 2022 wegen der Personalsituation explizit davon ab, Schiphol zu benutzen (how strange is that?), was ich online las und bot zeitgleich aber im Internet das BC-Ticket für -ich meine- 1599€ ex Frankfurt an. Lounge-Zugang, gratis-Duschen und gar Stundenschlafkabinen waren mir bisher aus eigenen Erfahrungen unbekannt, aber ich bin ja bekanntlich neugierig und experimentierfreudig und auf diesen ein wenig „dekadenten“ Zug sprang ich gerne auf.

Seit dem habe ich den Atlantik 4mal gen Bogota überflogen und das bewusst und aus wiedergewonnener Flugfreude auf sehr unterschiedlichem Wege: KLM via Amsterdam, Iberia via Madrid, Air Canada via Toronto und zu guter Letzt mit Lufthansa von Mailand (!) über Frankfurt.

In allen 4 Transatlantikflügen durfte ich zumindest ein Leg in der BusinessClass geniessen; dabei gelang es mir immer erfolgreich mich an den 1600€ des KLM-Lockangebotes zu orientieren. Lufthansa war dabei ab Mailand über Frankfurt mit unter 1600€, 1000€ billiger als nur ab Frankfurt und da Mailand vom Bodensee ziemlich genau so weit weg ist wie Frankfurt, fiel die Entscheidung leicht.

Um es vorweg zu sagen, „Lufthansa“ war das schlechteste Reiseerlebnis und „Frankfurt“ der mieseste Flughafen. Für die Lounges gilt das nicht, da hat leider Bogotá (noch) nicht den europäischen Standard und nicht so viel zu bieten, obwohl Avianca auch StarAlliance-Mitglied ist. Die MarpleLeafLounge in Toronto war trotz fehlender Duschen ein kulinarischer Benchmark. Die Preisgestaltung von Lufthansa mag unter Wettbewerbsbedingung Lufthansas Bedürfnisse optimieren, aus „offizieller Sicht“ kann man seinen eigenen co2-Fussabdruck kaum reduzieren, wenn ein (Zubringer)-Flug aus Mailand über Frankfurt um 1000€ günstiger ist als „nur“ der Direktflug.


Zudem muss ich vor den o.a. Bildern manchmal über meine eigene unsouveräne Hässlichkeit schmunzeln, wenn ich mit der Mutter meines Sohnes weiterhin über eine mutmasslich veruntreute Design-Pfeffermühle mit Peugeotmahlwerk streiten mag, die ich seinerzeit von meiner Patentante geschenkt bekam oder eben über den Kinderwagen von Konstantin – nein, noch Jahre nach der Trennung habe ich nicht für „standesgemässe“ Einkleidung ihres biologischen Halbneffen zu sorgen. Auch ich setze Grenzen.

Dies ist ein Platzhalter für mich….




In den letzten gut 12 Monaten bin ich insgesamt 27 Flugabschnitte geflogen: neben den Transatlantikflügen nach Südamerika, auch 7 nationale Flüge innerhalb Kolumbiens mit Yis und Samuél, -natürlich wie gewohnt Standardklasse-, ein Abstecher nach Sizilien mit Yis und Konsti (EasyJet) und schlussendlich mein jüngstes „Papa/Sohn Abenteuer“ in die Türkei mit einer türkischen Charterlinie.

Die Auslastungsquoten sind allesamt beachtlich, gefühlt immer (!) deutlich über 95%. Nur mein AirCanada lag mit vielleicht 90% ein wenig darunter. Die Kapazitäten werden erst wieder geschaffen und die Reiselust der Menschen ist stärker denn je !

Einige Highlights waren dabei der kurze Luftbrückenflug nach dem Erdrutsch, kaum 40 Minuten mit einer Turbo-Prop von Villavicencio den Berg hoch ins über 2000m höher gelegene Bogotá, der Start in Cartagena über die kolumbianische Karibikinseln, v.a.das gerade besuchte Archipélago de San Bernardo, 70km südlich der Karibikmetropole nach Medellín mit LowCost „Viva“, ein Landeanflug über die Niagara-Falls nach Toronto und eine Warteschleife über dem Untersee, dem „eigenen Haus“ mit einem anschliessenden Blick auf den Rheinfall bei Schaffhausen, nachdem wir von Istanbul kommend bei herrlichem Wetter uns über 1000Kilometer an der Donau orientierten. Auch der Landeanflug um den Ätna mit Rauchfahne auf Catania im letzten Oktober bleibt in eindrücklicher Erinnerung:
Leider aber auch der tränenreiche Zwischenfall am Flughafen Mailand Malpensa, an dem Konsti mich dem Herzinfarkt einen deutlichen Schritt näher brachte. Zumindest für diese Zwischenfälle denke ich sehr gerne an Frau Dassinger zurück.

Herrlich das Ganze. Die Welt ist so wunderschön !

Hier möchte ich vor allen Dingen längst überfällig über meinen Amazonasbesuch nach Leticia berichten – „fliegerisch“ v.a. vom von gutem Flugwetter begünstigten Rückflug aus dem Amazonas . Im Vergleich zu den gesamten Eindrücken dieser Woche ging er aber fast unter…

Allerdings führen Amazonas und Vielfliegerei zwangsweise in der politischen Grosswetterlage auch zu folgenden Gedanken:

Ich meine leider noch immer, ich müsse mein eigenes Tun irgendwie „rechtfertigen“. Nein, zumindest arbeite ich sehr hart daran, dies nicht mehr zu tun. Trotzdem liegen mir die folgenden Gedanken am Herzen, v.a. auch für mich selber und vielleicht auch einmal für meinen Sohn, der diese Zeilen irgendwann liest und sich fragt, was seinen Vater so umgetrieben hat in einer für ihn sehr schweren und prägenden Zeit. Alles, aber ein schlechtes Gewissen wegen eines zu grossen co2-Fussabdrucks war es wohl nicht:

27 „Lustflüge“ tönen ja wirklich nicht wenig und der mir zuschreibbare CO2-Fussabdruck ist somit wahrlich hedonistisch und entsprechend erschreckend gross.

Gerne verweise ich aber dabei auf meinen „Klima-Mentor“ Gerd Ganteför, der ja völlig zu Unrecht auch schon auf die braun-rechte politische Straßenseite lokalisiert wurde. Nein, Herr Ganteför zumindest für mich sind Sie weiterhin ein intellektueller Leuchtturm mit ihren Lektionen, die mein eigenes Klimadenken in den letzten 3 Jahren massgeblich mit geprägt haben.

Und, wie ich heute noch bei welt.de las, ich hatte noch keine Zeit das Ganze zu „überprüfen“, gibt es in Deutschland „8 Lehrstühle für Kernforschung, aber 173 Lehrstühle für Genderforschung“. Ganz abwegig erscheinen die Verhältnisse mir aber nicht. Vielleicht täte Deutschland mal gut daran, auch unter CO2-Gesichtspunkten eine ehemalige Weltführerschaft nicht wieder aus der Hand zu geben bzw. den globalen Anschluss ganz zu verpassen.

Quelle: https://gantefoer.ch/about/

Wer mal Lust hat, seine eigenen Grenzen des Wissens, vor allen zum Thema Energiekrise und Klimawandel zu erweitern, sollte wirklich mal auf diesen Link klicken oder direkt seinen Youtube-Kanal aufsuchen. Wer sich zuvor mal ein wenig über den politischen und gesellschaftlichen Standpunkt des selbstironischen Konstanzer Professors einlassen will, der darf auch gerne hier mal reinschauen. Dieses lediglich 9min lange Video zeigt wohl ganz deutlich -obwohl seine Standpunkte gerne vom „völkisch denkenden“, rechten Gesellschaftsrandmissbraucht“ werden- ein höchst liberales aber eben auch freigeistiges und interdisziplinäres Denken und gleichzeitig einen selbstironischen Universitätsprofessor, der manchmal auch ein wenig zerstreut daher kommt. Einfach sympathisch und auch das ist wichtig in der Meinungsmache !

Gerd Ganteför, eine auch rheinische Sozialisation spürt man immer noch , nahm zumindest mich mit auf eine Reise des Verstandes, dabei auch mit auf eine Reise zu den aktuellen gesellschaftlichen Themen (Energiekrise und Klimawandel) und schlussendlich nahm er mich an die Hand für eine Reise zu den Sternen und den ganz elementaren philosophischen Fragen. Danke dafür !

Wieviel Homo Faber steckt wirklich zäh in mir, arbeite ich doch im Moment härter denn zuvor, dass ich neben dem Verstand auch vermehrt Intuition und Gefühle zuzulasse also eine kleine Fabersche Metamorphose selber durchmache.

Gestolpert bin ich über Professor Ganteför wieder in der Pandemie als ich mich an seinen wirklich (laien)verständlichen Vortrag zu Einsteins (spezieller) Relativitätstheorie erinnerte, den ich live vor vielen Jahren in den Konstanzer Nächten der Wissenschaft miterleben durfte. Dieser Vortrag hat bei Youtube bald 8 Millionen Aufrufe, richtig toll und zumindest mich im richtigen Mass „fordernd“; zuweilen leider auch mathematisch an einigen Stellen ein wenig überfordernd waren dann seine Physikvorlesungen „Energie und Klima“ und „Sterne und Weltall“, denen ich in der Pandemie gebannt folgte. Aber das sehe ich mir mit Anfang 50 selber mal nach.

Hier jetzt meine Woche im Amazonas, umfangreich und hoffentlich eindrucksvoll…

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